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Kanadischer Knipser für die Rockets: Cheyne Matheson wechselt zur EGDL

Foto: Bulldogs de Liege Photography

Die Rockets haben den nächsten Wunschspieler unter Vertrag genommen: Der Kanadier Cheyne Matheson besetzt die zweite Importstelle beim Oberliga-Aufsteiger EG Diez-Limburg. Der 28-jährige Stürmer bringt Knipserqualitäten mit, verfügt dazu bereits über vier Jahre Europa-Erfahrung und beste Referenzen. „Genau der Center, den wir gesucht haben“, freut sich Rockets-Trainer Arno Lörsch über die Verpflichtung des in Wheatley (Ontario) geborenen Mittelstürmers, der auch bei anderen Drittligisten auf dem Zettel stand.

Wenn Eishockeyvereine neue Spieler verpflichten, dann geht der erste Blick meist auf die Anzahl der geschossenen Tore oder Vorlagen, die der Neue so vorweisen kann. Und genau einen solchen Spieler mit starken Werten haben die Rockets auch gesucht bei der Besetzung der zweiten Import-Stelle. Einen, der die Dinger reinmacht, dazu das Auge für den Nebenmann hat, schon Europa-erfahren ist und im besten Eishockey-Alter steckt. Doch der Kanadier Cheyne Matheson bringt noch viel mehr mit – das zeigen alleine diese zwei Werte: Bei Kiruna AIF in der schwedischen Division 1 (dritthöchste Liga) kassierte der Stürmer in 26 Spielen keine einzige Strafzeit, weist aber einen überragenden Plus-Minus-Wert von Plus 26 auf. Matheson ist nicht nur einer, der vorne die Buden macht, sondern auch einer, der vorher defensiv hart arbeitet.

Doch nicht nur in Schweden (33 Punkte in 26 Spielen), sondern zuvor auch in drei Jahren bei den Liege Bulldogs in der BeNe-League (Holland und Belgien) hat Matheson mit Zahlen, Taten und seiner Art gepunktet. In drei Spielzeiten absolvierte der Kanadier dort 73 Partien, erzielte dabei 214 Punkte (112 Tore, 102 Vorlagen) – und kassierte insgesamt nur sechs Zwei-Minuten-Strafen. Matheson löst die Dinge auf dem Eis eben anders: intelligent, mit Schnelligkeit und dem richtigen Riecher. „Ein absolut smarter Spieler“, sagt auch Rockets-Trainer Arno Lörsch. „Seine Trainer loben ihn in höchsten Tönen. Sportlich wie menschlich. Für uns war das Gesamtpaket am Ende ausschlaggebend.“

Vor seinem Wechsel nach Europa stand Matheson vier Jahre für das New England College in der NCAA III auf dem Eis und erarbeitete sich dort jene Fähigkeiten, die ihn heute zu einem kompletten Stürmer machen. Allein das Highlight-Video seiner vergangenen Saison in Schweden zeigt, welche Qualitäten er mitbringt. „Seine hohe Schnelligkeit ist die Grundlage seines Spiels“, sagt Lörsch. „Wenn er einmal Fahrt aufnimmt, kriegst du ihn kaum noch gestoppt. Dazu hat er den Instinkt und den unbedingten Willen, aus den unterschiedlichsten Situationen die Scheibe äußerst platziert zum Tor zu bringen. Er taucht auch mal dort auf, wo es unangenehm ist. Ich habe vor der Vertragsunterschrift mehrfach mit ihm gesprochen. Er ist ein unglaublich intelligenter Typ, der genau weiß, was er will und was wir von ihm erwarten.“ 

„Ich bin aus mehreren Gründen glücklich, ab sofort ein Teil der Rockets zu sein“, sagt Matheson. „Ich freue mich sehr, gemeinsam mit der EGDL den Weg in die Oberliga zu gehen. Es wird für uns als Mannschaft und für mich als Spieler eine neue Herausforderung, der ich mich sehr gerne stelle und an der wir als Team wachsen werden. Außerdem freue ich mich sehr darauf, in Deutschland zu spielen, wo die Fans immer für tolle Atmosphären in den Stadien sorgen. Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich wieder losgeht.“

 

„Bin ein Spieler, der gerne Tore schießt“

Cheyne, du gehst in deine fünfte Saison in Europa, die erste in Deutschland. Was fasziniert dich am Eishockey in Europa?

Ich bin vor vier Jahren nach Europa gekommen und spielte zunächst für drei Jahre im belgischen Lüttich. Ich habe sofort den großen Unterschied gespürt zwischen dem Eishockey in Kanada oder den USA und hier in Europa. Ich war sofort in der Lage, meine Geschwindigkeit und meine Fähigkeiten mit der Scheibe zu nutzen, um für Gefahr vor dem Tor zu sorgen. Ich liebe es zu skaten und deshalb liebe ich die Möglichkeiten, die mir das europäische Hockey bietet. Nach meiner dritten Saison bei den Bulldogs hatte ich das Gefühl, dass ich einen Sprung in eine andere Liga machen muss, um mich weiterzuentwickeln. So kam ich in die schwedische Division 1 nach Kiruna. Wir hatten eine tolle Saison, bis Corona für ein viel zu schnelles Ende sorgte. Alles in allem habe ich es geliebt, an beiden Orten zu leben. Jetzt kann ich es kaum erwarten, mit den Rockets das nächste Kapitel zu beginnen.

Wie würdest du dich selbst als Spieler beschreiben?

Ich bin ein Spieler, der gerne Tore schießt und auf dem Eis ein gutes Auge dafür hat, was man aus der Situation machen könnte. Aber etwas, was in der Bewertung oft zu kurz kommt, mir aber extrem wichtig ist, das ist mein Defensivspiel in der eigenen Zone. Eine entscheidende Statistik für mich ist meine Plus/Minus-Statistik. (Anmerkung: In Schweden Plus 26 in 26 Spielen). Sobald wir den Puck aus der eigenen Zone heraushaben, ist es an der Zeit kreativ zu werden und Tore zu schießen. Ich werde alles dafür tun, was das Team für den Erfolg braucht. Und ich pushe mich jeden Tag, noch besser zu werden.

Mit welchen Erwartungen für dich und das Team gehst du in die neue Saison?

Wir dürfen nicht erwarten, dass wir in der Liga ganz vorne mitspielen können. Aber genau das sehe ich auch als Chance für unser Team in der Rolle als Underdog. Wir wollen andere Teams überraschen und ein unangenehmer Gegner sein. In der Rolle als Außenseiter ist vieles möglich, wenn das Team gemeinsam abliefert und alle füreinander da sind auf und neben dem Eis.

In der Saison 2018/19 hast du in der BeNe-League auch gegen deinen neuen Mitspieler RJ Reed gespielt. Wie sind Deine Erinnerungen an ihn?

Ich kenne RJ nochnicht persönlich, kann mich aber sehr gut an unsere Duelle auf dem Eis erinnern, als wir mit Liege gegen Nijmegen gespielt haben. Ein großartiger Skater mit sehr viel Talent. Wir haben uns immer einen schönen Wettkampf geliefert in den Scorerlisten. Er hat mich ein paar Mal gecheckt, so dass wir einige kleine Duelle auf dem Eis hatten. (lacht) Es wird ein großer Spaß, sich in der gleichen Kabine wiederzutreffen und ab sofort für das gleiche Team aufzulaufen. Ich freue mich auf ihn und auf all die anderen neuen Mitspieler, Verantwortlichen und Fans.