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Da war mehr drin - TuS zahlt Lehrgeld in Griesheim

SC Viktoria Griesheim - TUS Dietkirchen 3:2 (1:1)

„Fangen wir hinten an“. Beim Stand von 3:2 für Griesheim und 90+2, also wo für Dietkirchen eh schon alles zu spät war, der bis zur 66. Minute nie angezweifelte Sieg des TUS längst verschenkt war und alle nach vorne Richtung Viktoria Tor orientiert waren, kam Stange frei stehend in Ballbesitz und lief auf das Dietkirchener Tor zu. Laux schoss aus dem Strafraum und säbelte ihn in Bud Spencer Manier außerhalb des Strafraumes um. Dieser flog wie ein Fahrradfahrer, dem man mit einem Auto die Vorfahrt genommen hat und über die Kühlerhaube abhebt. Die Entschuldigung von Laux konnte unbestreitbares Rot nicht abwenden. Laux war glaubhaft über seinen Aussetzer selbst verwundert. Vielleicht ist dies jetzt für alle TUS Spieler die große Herausforderung, zu zeigen, was in der Mannschaft steckt, mindestens das nächste Spiel gegen Fulda ohne ihren Leithammel bestreiten zu müssen.

In der gesamten ersten Halbzeit war Viktoria Griesheim, hoffentlich verzeihen Ihre Anhänger die Feststellung, an Harmlosigkeit in der Hessenliga nicht zu überbieten. Als Zuschauer war man im Zweifel, ob es die blanke Angst und Vorsicht vor dem Gegner, einfach nur Unvermögen oder vielleicht doch Raffinesse war. Jedenfalls gelang der Viktoria kein einziger Torschuss aus dem Spiel heraus! (Wann kann man so etwas einmal berichten?) Nur in der 36. Minute, als Kazimi einen weiten, hohen Abschlag von Jivan im Strafraum an sich riss und zur Verwunderung aller mit Hilfe der zu unbekümmerten TUS Abwehr zum völlig unverdienten 1:0 einschoss. Zwei Minuten später wurde Schaefer im Strafraum gelegt und Laux konnte den absurden Spielstand mit seiner unnachahmlichen Elfmeterverwertung zumindest zum 1:1 neutralisieren. Vor dem 1:0 war Dietkirchen deutlich, eher im Stile einer Heimmannschaft, am Drücker, aber nicht mit dem nötigen Mut und Biss die Viktoria richtig an die Wand zu spielen. Als Zuschauer wartete man regelrecht darauf und irgendwie auch die Viktoria Spieler. Aber je länger dies nicht passierte, desto mutiger wurde Griesheim, förmlich vom Gegner stark gemacht. Leider wirft die Feststellung der Harmlosigkeit von Griesheim natürlich auch kein gutes Licht auf den Gegner, der das Spiel locker in der ersten Hälfte für sich hätte entscheiden können/müssen. Zu viele halbherzig vergebene Chancen. Keine einzige gelbe Karte in der ersten Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel lebhafter und nach einer Flanke von Kratz konnte Zuckrigl, wie gewohnt platziert und klug freigelaufen, aus fünf Metern zum hochverdienten 1:2 einköpfen. Eine Niederlage des TUS war bis dahin außerhalb jeder Vorstellungskraft! Dann die 66. Minute. Volk griff sich, nachdem Viktoria endlich einmal am 16er angekommen war, den Ball und vollendete mir einem gekonnten Schuss an den rechten Innenpfosten zum 2:2. Zweiter Torschuss der Viktoria und zweiter Treffer. Man merkte jetzt deutlich, dass Dietkirchen dem bis dahin Versäumten hinterherlief und hinterher trauerte. Es kam noch dicker für den TUS, jetzt auch nicht mehr überraschend. Dritter Schuss aufs Tor in der 78. Minute von Houdek und dritter Treffer zum 3:2. Tolle Ausbeute. Effektiver geht es nicht. Das weitere Anrennen des TUS kam zu spät. Dies hätte man eine Stunde vorher machen müssen und leicht gekonnt.

Mit einem Sieg und einem Spiel weniger wäre für den TUS der Blick ins obere Tabellendrittel Realität geworden, jetzt hampelt man eher im hinteren mittleren Tabellendrittel herum. Aus diesem Spiel ist viel zu lernen für die Zukunft, die noch immer leicht rosig schimmert.

SC Viktoria Griesheim: Jivan, Laguenaoui (62.Houdek), Windeck, Kern, Bender, Kazimi (77.Bahssou), Volk, El Fahfouhy, Schuhmacher, Arslan, Stork (62.Stange).

TUS Dietkirchen: Laux, Nickmann (84. P.Schmitt), Rademacher, Hautzel, Kratz, Leukel (87. Müller), Zuckrigl, Schaefer, Bergs, Kuczok, Böcher (71. Granja).

Tore: 1:0 Ali Kazimi (36.), 1:1 Raphael Laux (38.), 1:2 Maximilian Zuckrigl (60.), 2:2 Nick Volk (66.), 3:2 Michael Richard James Houdek (78.).

Schiedsrichter: Mirko Radl.

Zuschauer: 150.