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flw24 Experten-Tipp

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Der flw24 Experten-Tipp mit Herbert Leus

Heute am Start - Herbert Leus. (Foto: privat)

Vollbluttrainer und Fußballer durch und durch - Herbert Leus. Hier mit Taktiktafel "bewaffnet" und als Trainer des TuS Beuerbach. (Foto: privat)

Piazzetta Diego Armando Maradona an der Via Emanuele de Deo (im Stadtteil Plebiscito von Neapel) - ein Platz, den jeder Fußballer - besonders wenn es sich um Maradona-Fans handelt - gesehen und erlebt haben muss. (Foto: privat)

Es geht wieder los – Saisonstart, Stadionduft und Expertenmeinung!


Endlich ist es wieder soweit: Die neue Saison steht in den Startlöchern – und mit ihr all das, was das Fußballherz höherschlagen lässt. Die Spieler sind heiß auf den ersten Anpfiff, die Trainer haben ihre Teams auf Kurs gebracht, und die Fans freuen sich auf spannende Duelle, das runde Leder, kühle Getränke und die obligatorische Bratwurst am Spielfeldrand. Es darf wieder gefachsimpelt, mitgefiebert und diskutiert werden – über Taktiken, Aufstellungen, Schiris und Traumtore. Kurz gesagt: Der Fußball ist zurück – Gott sei Dank!

 

Und auch unser beliebter FLW24-Experten-Tipp ist wieder mit am Start! Wie in den vergangenen Jahren lassen wir wieder interessante Persönlichkeiten aus dem Fußballkosmos zu Wort kommen, die ihre Tipps und Einschätzungen zum Spieltag abgeben. Den Auftakt in dieser Saison macht dabei ein echter Fußballer mit Herz und Seele: Herbert Leus. Der 53-Jährige lebt mit seiner Frau in der schönen Kurstadt Bad Camberg und ist in der regionalen Fußballszene alles andere als ein Unbekannter.

In einem kurzweiligen und sehr sympathischen Austausch haben wir spannende Einblicke in sein Fußballleben bekommen – ihr dürft euch auf einen unterhaltsamen Bericht freuen, in dem Leidenschaft, Erfahrung und ein feines Gespür für den Amateurfußball aufeinandertreffen.

Also, liebe Fußballfreunde: Bühne frei für den ersten Spieltag – wir wünschen euch spannende Spiele, faire Duelle und trotz mittelmäßigem Wetter einen tollen Tag.
 

Euer FLW24-Team

 

 

Zwischen Wiesen und Wohnhäusern: Herbert Leus und seine ersten Fußballjahre


Schon in jungen Jahren war für Herbert Leus klar, wo sein Herz schlägt: auf dem Fußballplatz. Mit gerade einmal fünf Jahren schnürte er erstmals die Fußballschuhe im Verein – bei der SG 28 Frankfurt, seinem Heimatclub. Doch eigentlich begann alles noch viel früher – ganz klassisch, wie es viele Talente seiner Generation erlebt haben.

„Ich habe zwischen jedem Wohnhaus und jeder Wiese gekickt. Überall, wo ein Ball rollen konnte, war mein Platz“, erzählt Leus lachend. Der Bolzplatz war sein zweites Zuhause, der Treffpunkt mit Freunden – und oft auch der Beginn eines Traums.

 

Eintracht, FSV und der Traum vom Profifußball


Herberts Talent blieb nicht lange unentdeckt. In der C-Jugend wechselte er zur Jugendabteilung von Eintracht Frankfurt – ein bedeutender Schritt für den damals jungen Verteidiger. „In der Jugend bei der Eintracht hatte ich auch den Traum vom Profifußball“, gibt er offen zu. Die große Bühne, die Atmosphäre, das Trikot eines Traditionsvereins – all das ließ das Fußballherz von Herbert höherschlagen.

Ab der A-Jugend zog es ihn dann zum FSV Frankfurt, wo er seine fußballerische Entwicklung weiter vorantrieb. In dieser Zeit kreuzten sich seine Wege mit späteren Größen des regionalen und nationalen Fußballs. „Ich habe unter anderem mit Alexander Schur, Slobodan Komljenovic und Dirk Wolf zusammengespielt – gegen solche Jungs Fußball zu spielen, hat mich enorm geprägt.“

Besondere Highlights? Davon gab es einige. Besonders unvergessen bleibt für ihn die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft – auch wenn der Titel am Ende an den übermächtigen VfB Stuttgart ging. „Der VfB war in der C- und B-Jugend einfach überragend. Die waren damals fast nicht zu schlagen“, erinnert sich Leus beeindruckt.

 

Ein Leben für die Defensive – und für den Verein


Von der Innenverteidigung bis zur Sechs – Herbert fühlte sich in der Defensive zu Hause. „Diese Positionen lagen mir einfach. Ich wollte das Spiel lesen, Zweikämpfe führen, Verantwortung übernehmen.“ Ein Wunsch, offensiver zu spielen, kam für ihn nie auf – dafür war seine Rolle im Team zu klar definiert.

Seine Familie unterstützte ihn von Anfang an – auch strukturell: „Mein Opa war sogar Platzwart im Verein. Ich war eigentlich immer auf dem Sportplatz“, sagt er.

Idole wie Kevin Keegan und Klaus Fischer faszinierten ihn als Kind. „Ich hab versucht, die Fallrückzieher von Klaus Fischer nachzumachen – meistens eher mit mäßigem Erfolg“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Andere Sportarten? Fehlanzeige. „Es gab nur Fußball und Schule – und manchmal war selbst das mit der Schule Nebensache“, erzählt er mit einem Schmunzeln.

 

Vom Talent zum Leistungsträger – Der Einstieg ins Seniorenspiel


Kaum war Herbert Leus 18 Jahre alt, stand er auch schon auf dem Platz der ersten Mannschaft von Griesheim 02. Der Übergang in den Seniorenbereich verlief rasant – keine Eingewöhnungsphase, kein langsames Herantasten. „Das ging ganz schnell“, erinnert sich Herbert. „Sobald ich 18 war, durfte ich oben mitspielen. Und ehrlich gesagt: Das hat mir auch gelegen.“

Was sich allerdings sofort veränderte, war der Ton auf dem Platz – und nach dem Spiel. „Es wurde körperbetonter gespielt, da wurde nicht mehr viel gefragt. Das kam mir aber ganz gut entgegen“, sagt er mit einem Grinsen. „Nur die Getränkeauswahl war eine echte Umstellung – statt isotonischer Durstlöscher gab's nach dem Spiel jetzt nur noch Bier.“

 

Turbulente Anfänge und der Reiz des Wettbewerbs


Herberts erstes Jahr im Seniorenbereich war kein Selbstläufer. Der Verein kämpfte gegen den Abstieg, drei Trainer verschlissen sich innerhalb einer Saison. „Da merkt man direkt, dass im Seniorenfußball ein anderer Wind weht. Da zählt sofort Leistung.“

Doch mit dem sportlichen Ernst kam auch familiäre Verstärkung: Sein Bruder wurde verpflichtet und half in der Rückrunde mit, die Wende zu schaffen. „Ich hinten, er vorne – da war genügend Abstand zwischen uns“, lacht Herbert. Am Ende sprang sogar Platz 5 heraus, und in den Folgejahren ging es kontinuierlich bergauf. Das Team spielte nun regelmäßig um den Aufstieg mit.

 

Menschen, Spiele, Momente – Unvergessene Jahre


Die größten Erfolge misst Herbert nicht in Titeln oder Pokalen. „Für mich ist das Größte, dass ich bei jedem Verein, bei dem ich gespielt habe, immer gerne gesehen bin – und dass ich heute noch viele Freundschaften aus dieser Zeit pflege.“ Diese menschliche Seite des Sports hat ihn tief geprägt.

Doch natürlich gab es auch sportlich unvergessene Momente. Ein Spiel ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben: ein wildes 6:6 mit Hausen/Fussingen gegen Zeilsheim. „Das vergisst du nicht. Der Spielverlauf war ein Wahnsinn, und ich durfte am Ende noch einen Elfmeter hoch rechts verwandeln – das bleibt hängen.“

Auch die Relegationsspiele um Auf- und Abstieg nennt er als große Herausforderungen. „Das sind absolute Nervenspiele. Manchmal gehst du als Held raus, manchmal als Verlierer – das prägt dich, in beiden Fällen.“

 

Trainer, Mitspieler und Spuren, die bleiben


Im Laufe seiner langen aktiven Karriere spielte Herbert mit und unter vielen Persönlichkeiten – doch einige Namen blieben besonders haften. Michael Thurk, später Bundesliga-Stürmer, war einer seiner Weggefährten: „Mit ihm bin ich bis heute gut befreundet – ein feiner Kerl, auf und neben dem Platz.“

Auch Trainer Michael Schumacher, den er bei der TSG Wörsdorf erlebte, hat bei ihm bleibenden Eindruck hinterlassen. „Von ihm habe ich mir bis heute die meisten Ansprachen und Trainingsformen behalten – was der vermittelt hat, das war einfach auf den Punkt.“ Viele dieser Ideen trug Herbert später selbst als Trainer weiter.

Sein Weg führte ihn über zahlreiche Stationen: Von der SG 28 Frankfurt über Eintracht und FSV Frankfurt, über Oberrad 05, die TSG Wörsdorf bis hin zu seinen zwei Phasen bei Hausen/Fussingen – und überall hinterließ er seine Spuren, auf dem Platz wie in den Herzen der Menschen.

 

Vom Spieler zum Taktikfuchs – Herbert Leus an der Seitenlinie
 

Nach einer langen und intensiven Laufbahn als Spieler war der Schritt ins Trainergeschäft für Herbert Leus fast schon folgerichtig. „Ich hatte viele verschiedene Trainer in meiner Karriere – von jedem habe ich etwas mitgenommen. Und manchmal dachte ich mir auch: Das würde ich später mal anders machen.“

So übernahm er zuerst Verantwortung auf dem Platz als Führungsspieler, später an der Seitenlinie – als Spielertrainer und schließlich auch als vollwertiger Chefcoach.

 

Erfahrung, Leidenschaft und Gespür für das Spiel


Herberts Trainerstil ist geprägt von seiner aktiven Zeit: ein offenes Ohr für die Spieler, ein klarer Blick für das, was eine Mannschaft braucht, und der unbedingte Wille zur Weiterentwicklung.

Seine Erfolge sprechen für sich: Aufstiege mit der 1. und 2. Mannschaft von Hausen/Fussingen, ein Verbandsliga-Aufstieg sowie der Sprung in die Gruppenliga mit dem TuS Hahn sind nur einige seiner sportlichen Meilensteine. „Es geht mir nie nur um Tabellenplätze“, betont er, „sondern darum, aus einer Mannschaft eine Einheit zu formen.“

 

Trainerstationen von Herbert Leus:
 

  • SG Weinbachtal – 1 Jahr
     
  • Hausen/Fussingen – insgesamt 5 Jahre (1. und 2. Mannschaft | A-Liga bis Verbandsliga)
     
  • FC Eschborn – 1 Jahr als Co-Trainer in der Hessenliga
     
  • SV Niederseelbach – 1 Jahr (Kreisoberliga)
     
  • TuS Hahn – 4 Jahre (KOL & Gruppenliga)
     
  • TuS Beuerbach – 7 Jahre (Kreisoberliga)

 

Ein Jahr Pause – aber niemals ohne Fußball


Nach über 20 Jahren als Trainer – zuletzt sieben intensive Jahre beim TuS Beuerbach – hat sich Herbert Leus eine bewusste Auszeit vom Fußball genommen. Doch wer ihn kennt, weiß: Ganz ohne geht es bei ihm nicht.
„Ich habe mir vorgenommen, einfach mal ein Jahr durchzuatmen. Aber ich weiß jetzt schon, dass ich in der nächsten Saison wieder auf dem Platz stehen will“, sagt er mit einem Lächeln, das verrät: Der Fußball lässt ihn nicht los – und er den Fußball ebenso wenig.

 

„Es fehlt an Aktiven – und an Menschen, die sich einbringen“


Wenn Herbert heute auf den Amateurfußball in der Region blickt, ist sein Blick kritisch – aber nicht hoffnungslos. Er beobachtet mit Sorge die schwindende Zahl an aktiven Spielern, den Mangel an Ehrenamtlichen und den Rückgang des klassischen Vereinslebens.
„Früher war der Sonntag Fußballtag – für die ganze Familie. Heute stehen Spielpläne oft hinten an. Viele setzen ihre Prioritäten anders“, beschreibt er die Entwicklung. Besonders im Jugendbereich sieht er großen Druck: „Ohne Spielgemeinschaften geht fast nichts mehr. Das Freizeitverhalten hat sich total verändert.“

Auch beim Thema Ehrenamt wird Herbert deutlich: „Es geht nicht ohne die Menschen, die sich engagieren – aber genau die fehlen heute immer öfter.“ Er selbst ist das lebende Gegenbeispiel: Jahrzehntelanger Einsatz, sei es als Spieler, Trainer oder Vorbild – und stets mit vollem Herzen dabei.

 

Blick auf die Nationalmannschaft – Hoffnung und Realität


Natürlich hat sich Herbert auch die Europameisterschaft 2024 angesehen – mit einem klaren Blick für das, was sich getan hat, und was noch fehlt.
„Mit Julian hat sich vieles verbessert – man sieht es schon am Auftreten der Mannschaft, selbstbewusster, mutiger. Aber es fehlt uns an Breite, wenn Leistungsträger ausfallen, sind wir schnell verwundbar.“
Trotzdem blickt er optimistisch auf die kommenden Jahre: „Ich denke, wir können wieder mithalten – auch wenn andere Nationen aktuell weiter sind.“

 

Rat an die Jugend – und ein Leben für den Fußball


An junge Spielerinnen und Spieler richtet Herbert eine klare Botschaft: „Wenn ihr das Handy schon ständig in der Hand habt, dann schaut doch auch mal nach dem Spielplan – und plant eure Freizeit danach. Vorausdenken!“
Sein Appell ist nicht belehrend, sondern kommt aus Erfahrung – aus einem Leben, das fast ausschließlich dem Fußball gewidmet war.

„Eigentlich hat mein ganzes Privatleben dem Fußball gegolten. Ich war immer Spieler oder Trainer – und habe 24/7 dafür gelebt“, sagt er offen. Wenn dann doch mal Zeit bleibt, nutzt er sie zum Reisen – und zum Mitfiebern mit seinem Herzensverein: dem FC Schalke 04.
„Ja, das ist manchmal eher Leidenszeit – aber auch das gehört zum Fan-Dasein“, meint er mit einem Augenzwinkern.

 

„Es geht um mehr als nur Ergebnisse“ – Ein letztes Wort


Zum Abschluss formuliert Herbert das, was ihn all die Jahre getragen hat – und was den Fußball für ihn ausmacht:
„Am Ende geht es nicht immer nur um das eine Ergebnis, sondern um die Leidenschaft, den Zusammenhalt und darum, dass wir gemeinsam auf und um den Platz stehen. Genau das macht den Fußball aus – und die Ergebnisse kommen dann auch automatisch.“

Ein Satz, der hängen bleibt – und der zeigt: Herbert Leus war nie nur Fußballer oder Trainer. Er war und ist ein echter Fußballmensch.

 

Wir bedanken uns beim sehr sympathischen und tollen Sportsmann Herbert Leus für die interessanten Einblicke in seine Fußballlaufbahn und wünschen ihm von Herzen weiterhin beste Gesundheit und Freude am Fußball. Es war spannend, mehr über Deine Erfahrungen auf und neben dem Platz zu erfahren. Solche Persönlichkeiten bereichern den Fußball auf ganz besondere Weise. 

Alles Gute, Herbert – wir hoffen, bald wieder von dir zu hören/lesen. Bleib am Ball !!!

 

 

Wenn Du 3 Wünsche hättest, welche wären das?
 

  1. Ganz klar Gesundheit und ein langes Leben für die ganze Familie
     
  2. Immer die richtigen Entscheidungen treffen zu können
     
  3. Nationaltrainer von Argentinien zu sein - mit Maradona und Messi

 

 

Nachfolgende Begegnungen wurden von Herbert Leus und FLW24 getippt:

 Heimmannschaft Auswärtsmannschaft Experten-TipperFLW24
       
VerbandsligaSV RW Hadamar SV Zeilsheim 2:13:1
       
GruppenligaSpvgg. Eltville FC Dorndorf 1:22:3
       
KreisoberligaSG Villmar/Arfurt/Aumenau SG Oberlahn 0:21:3
       
Kreisliga ASV Wilsenroth SG Taunus 2:23:2
       
Kreisliga B TuS Löhnberg FSV Würges 3:12:2
       
Kreisliga C ITuS Waldhausen FSG Runkel/Schadeck 1:22:2
       
Kreisliga C IISG Heringen/Mensfelden III VfR 07 Limburg III 2:23:2
       
Kreisliga C IIISG Merenberg II TuS Waldernbach II 2:12:1
       
Kreisliga B/C ReserveSG Weinbachtal II FSG Runkel/Schadeck II 0:12:3
       
3. LigaSV Wehen Wiesbaden SSV Ulm 1:02:1
       
Spiel des LiebslingsvereinsFC Schalke 04 Hertha BSC 1:02:2