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21.08.2018
Kategorie: Interviews, Aktuelles, TopNews
Von: flw24 Alexander Reichwein

„Ich habe mich sehr wohl gefühlt in Frankfurt - und wäre gerne geblieben“

Ein Gesicht der Bundesliga! Thomas Schaaf spricht über seine neue Tätigkeit bei Werder Bremen, seine Einsichten in das WM-Aus der Nationalmannschaft und die Fehler beim DFB sowie seine Demission bei Eintracht Frankfurt.

Thomas Schaaf vor der Frankfurter Skyline. Foto: Thorsten Wagner

Thomas Schaaf blickt auf mehr als 40 Dienstjahre bei den Grün-Weißen zurück: als Junioren- (1972-1978) und Profi-Spieler (1978-1995) mit insgesamt 340 Einsätzen, als Jugend- und Amateurtrainer (1988-1999) sowie als Bundessligatrainer (1999-2013). Drei Deutsche Meisterschaften als Spieler (1988, 1993) und Trainer (2004), fünf DFB-Pokalsiege als Spieler (1991, 1994) und Trainer (1999, 2004, 2009) und der Europapokal der Pokalsieger (1992) sowie sechs weitere Vizemeisterschaften und vier verlorene Pokalfinale stehen auf dem sportlichen Habenkonto des gebürtigen Mannheimers. Nur wenige Spieler waren auch als Trainer so erfolgreich. Schaaf führte Werder zwischen 2004 bis 2010 fünf Mal in die Champions League, 2008/09 verlor man nach den denkwürdigen Halbfinal-Begegnungen gegen den HSV (!) erst das UEFA-Cup-Finale. Weltklassespieler wie Johan Micoud, Diego, Miroslav Klose, Torsten Frings, Mesut Özil oder Claudio Pizarro haben vom Trainer Thomas Schaaf profitiert. Nach seiner (zu) kurzen Zeit als Cheftrainer bei Eintracht Frankfurt (2014/15) folgte der gescheiterte Versuch, Hannover 96 vor dem Abstieg zu bewahren (2016). Seit 1. Juli 2018 ist der ehemalige Abwehrspieler mit Offensivdrang zurück auf der Bühne Bundesliga: Als Technischer Direktor bei „seinem“ Verein, den er 2013 nach einer unruhigen Saison ein Jahr vor Vertragsende in so gutem Einvernehmen verlassen hatte, dass seine Rückkehr jeden Werder-Fan erfreut. Im Interview mit flw24 spricht der Fußballfachmann über seine neue Tätigkeit, die Fehler beim DFB und seine Demission bei Eintracht Frankfurt.

flw24: Herr Schaaf, viele Fußballfans auch außerhalb Bremens fragen sich: Was genau macht ein Technischer Direktor?

Thomas Schaaf: Die Aufgaben eines Bundesligatrainers und Managers werden immer vielfältiger und umfassender. Und auch ein Bundesliga-Verein muss sich heute personell anders aufstellen als noch vor zehn Jahren. Meine Aufgabe ist es, unseren Chef-Trainer Florian Kohfeldt und unseren Geschäftsführer Sport Frank Baumann zu unterstützen und mich vor allen Dingen um die Nachwuchsarbeit bei Werder zu kümmern.

flw24.de: Das heißt was genau, und sieht wie genau aus?

„Ich bin mitverantwortlich für die Entwicklung der Spielphilosophie bei Werder“

Thomas Schaaf: Ich bin hauptverantwortlich im fußballerischen Bereich für unsere Fußball-Akademie und unser Leistungszentrum sowie unsere Mentorenprogramme - und damit für unseren gesamten Jugend- und Nachwuchsbereich von der U8 bis zur U19 und die dortige tägliche Trainingsarbeit sowie die Anbindung der U19 und U23 an den Profikader. Und mitverantwortlich für die Spielphilosophie bei Werder, die wir Schritt für Schritt weiter entwickeln wollen!

flw24: Spielphilosophie. Das klingt … spannend und typisch Werder, steht der Verein doch immer für eine offensive Spielidee – und in den letzten Jahren, nach dem Ende der großen Einkäufe ausländischer Stars, eben auch für die gezielte Jugendarbeit und Heranführung von Eigengewächsen an und in die Profimannschaft. Beides bleibt also bestehen?

Thomas Schaaf:
Unser Ziel ist es, Talente früh zu sichten und systematisch zu fördern. Diese jungen Spieler in den U-Mannschaften werden dann auf technisch und taktisch hohem Niveau ausgebildet und dann an den Profikader herangeführt. Zu den wichtigen Elementen unserer Philosophie gehören u.a. offensiver Tempo-Kombinationsfußball, spielbestimmendes Auftreten und in diversen taktischen Systemen spielen zu können. Dabei darf aber die Balance zu einer funktionierenden Defensive nie vergessen werden!

flw24: Sagt der ehemalige Verteidiger, der stets den offensiven Fußball spielen ließ und liebt. Und Sie geben die sportliche Richtung und die Ziele im Nachwuchsbereich vor?

Thomas Schaaf: Ich stehe als Ansprechpartner für die Junioren- und U19/23-Spieler sowie für die verantwortlichen Trainer zur Verfügung. Aber auch für Florian, der ja selbst aus dem Jugendtrainerbereich bei Werder kommt. Ich bringe meine Erfahrung als ehemaliger Trainer ein. Und ich kümmere mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen um die Gestaltung der Trainingsprogramme. Ich stehe also nicht über den Dingen, sondern bin mittendrin.

flw24: Wie sieht es mit der Arbeitsteilung mit Frank Baumann aus?

Thomas Schaaf: Die Aufgaben sind klar verteilt. Frank ist für Spielerverpflichtungen und den Lizenzspielerkader zuständig. Und Florian für unsere Bundesligamannschaft und den Fußball, den Werder spielt. Ich bin lediglich deren Austauschpartner und unterstütze und berate, wo ich kann und gefragt werde.

flw24: Man kann aber doch sagen, Sie sind das Gesicht von Werder Bremen. Und nach der Saison auch der zum dritten Mal zurückgekehrte Claudio Pizarro in einer Funktion bei Werder?

Thomas Schaaf: Wenn Sie das so sehen möchten. Ob Claudio nach der Saison bei Werder bleibt, entscheiden andere Menschen im Verein.

„Die Nationalmannschaft muss wieder für bestimmte Werte stehen“

flw24: Wir haben viel über Jugendarbeit bei Werder gesprochen. Wo steht der deutsche Fußball nach dem WM-Vorrundenaus in Russland?

Thomas Schaaf: Sportlich war das Aus logische Konsequenz der schwachen fußballerischen Leistung, die die Nationalmannschaft gezeigt hat. Die typisch deutsche Nummer ist aber, dass nun wieder alles infrage gestellt wird, was seit 2004 so prima läuft und erfolgreich war: der Trainer, das Team dahinter, der Ballbesitz-Fußball, der Verzicht auf den Stoßstürmer. Alle kennen die Erfolge der Mannschaft seit 2006. Letztes Jahr waren wir Confed-Cup-Sieger und U21-Europameister. Und ein Jahr später soll alles schlecht sein? Das ist mir zu einfach und geht am Kern des Problems vorbei!

flw24: Woran lag es denn Ihrer Meinung nach, dass die Mannschaft so aufgetreten und gescheitert ist?

Thomas Schaaf: Die Nationalmannschaft zeichnete sich in den letzten Jahren durch einen offensiven Spielstil und durch ein bestimmtes Auftreten auf und auch außerhalb des Platzes aus, das durch Werte charakterisiert war, für die diese Mannschaft eigentlich steht. Das fehlte in diesem Sommer! Und genau daran muss wieder gearbeitet werden – sportliche Ziele zu verfolgen und für gesellschaftliche Werte zu stehen!

flw24: Warum fehlte dieses Auftreten Ihrer Auffassung nach?

Thomas Schaaf: Ich glaube, der Fußball ist Spiegelbild unserer Gesellschaft. Anders formuliert: Er wird genutzt, um sich als Nation, Verein oder Individuum darzustellen. Der immense Erfolgsdruck, das viele Geld das mittlerweile gezahlt wird und eine immer größere Öffentlichkeit tragen dazu bei, dass das Fußballerische manchmal in den Hintergrund und andere Dinge in den Vordergrund geraten. Das verschiebt Wertigkeiten und das eigentlich Wichtige gerät ins Abseits.  

flw24: Sie meinen, der Einzelne stellt sich zu sehr in den Fokus – oder wird dahin gerückt. Und das auf Kosten des Teamgeists und der Mannschaftsleistung?

Thomas Schaaf: Natürlich verändert sich der Fußball andauernd. Wie unsere Gesellschaft auch. Und ich hänge nicht den „wunderbaren 1980er und 1990er Jahren“ und einer immer wieder bemühten 11 Freunde sollt ihr sein-Philosophie hinterher. Aber gerade in Zeiten des Wandels, in denen im Fußballprofigeschäft immer alle Protagonisten auf dem Sprung zum nächsten Verein, Titel oder lukrativen Vertrag sind, muss man beständig Werte hochhalten.   

flw24: Zu diesen Werten gehören?

Thomas Schaaf: Wichtig ist auf dem Platz! Es muss zuerst wieder um das Spiel und das Team, die Taktik und den sportlichen Erfolg gehen. Drum herum kann man dann Werbe- und Vermarktungspakete schnüren, notwendige Öffentlichkeitsarbeit leisten und andere Dinge tun.

flw24: Sie zielen also darauf ab, dass der Fußball beim DFB, der, so die weit verbreitete Kritik, nur noch „Die Mannschaft“ vermarkte, derzeit etwas zu sehr in den Hintergrund geraten ist?

Thomas Schaaf: Meine Kritik geht dahin, dass der Fußball – egal wo, ob beim DFB, in den Vereinen oder beim Einzelnen – zu oft in den Hintergrund gerät. Ich sorge mich also um die Marke Fußball. Man sollte meiner Auffassung nach nicht erst das Paket schnüren und den Fußball und die Spieler dann dort hineinpressen wollen – koste es, was es wolle. Das funktioniert so nicht. Das hat die WM in Russland gezeigt.

flw24: In diesem Zusammenhang: Was sagen Sie zum Rücktritt von Mesut Özil, den Sie bei Werder gefördert und mit dem Sie 2009 den DFB-Pokal gewonnen haben?

Thomas Schaaf: Das ist sehr schade. Alle Seiten haben da Fehler gemacht. Aber darüber ist nun genug gesprochen worden. Ich habe jedenfalls sehr gerne mit Mesut zusammengearbeitet, verfolge seine Karriere mit Freude und sehe mich bestätigt: Mesut ist ein außergewöhnlicher Fußballer, der seine Stärken in den letzten Monaten leider nicht immer so auf den Platz gekriegt hat. Normalerweise profitiert jede Mannschaft von so einem Spieler. Werder hat das getan, Deutschland auch. Und Arsenal wird auch wieder von ihm profitieren.

„Davy Klaassen ist ein Spieler, der uns voranbringen wird“

flw24: Themawechsel. Bayern dominiert seit Jahren die Liga und scheitert dann regelmäßig im Frühjahr an Real; deutsche Vereine schaffen es kaum mehr in die Finalrunde der Euro-League; und Real oder Barca gewinnen seit 10 Jahren gefühlt jedes CL-Endspiel, während in England 80 Millionen Euro für Verteidiger gezahlt werden. Sorgen Sie sich auch um die Bundesliga?

Thomas Schaaf:
Auch hier haben wir es zum Teil mit neuen Entwicklungen in den letzten Jahren zu tun, die ihre Zeit brauchen. Teams wie Hoffenheim und Leipzig müssen erst ihre Erfahrungen auf internationaler Ebene sammeln und sich stärken und sich gleichzeitig in der Liga gegenüber den stetig gewachsenen Konkurrenten etablieren. Mannschaften wie Köln, Freiburg, Gladbach, Hertha, Stuttgart oder die Eintracht, die immer mal wieder in die Euro-League kommen, sind die Doppelbelastung nicht gewöhnt. Und Teams wie Schalke, der BVB und auch Leverkusen müssen sich grundsätzlich überlegen, wo sie künftig hinwollen auf einem Markt, in dem Geld keine Rolle mehr zu spielen scheint: Mithalten und mitmachen oder ins zweite Glied rücken. Zudem, und das ist für mich mitentscheidend für das Abschneiden in den letzten Jahren auf europäischer und auf Bundesliga-Ebene, haben diese Vereine auch mit anderen Dingen zu tun: der BVB mit einigen Spieler- und Trainerwechseln nach der Ära Klopp und den Folgen des furchtbaren Busanschlags. Schalke hat einen neuen, jungen Trainer und eine etwas neue sportlichen Ausrichtung, die erst einmal greifen muss. Und in Leverkusen ist mit Heiko Herrlich ebenfalls ein neuer vergleichsweise junger Trainer in der Verantwortung, der eine junge Mannschaft erst aufbauen muss.

flw24: Reden wir auch hier von Werder! Wie kann es sein, dass eine Traditionsmannschaft in den europäischen Wettbewerben seit 2011 von dieser großen Bühne verschwunden ist?

Thomas Schaaf: Der Anspruch von Werder jetzt ist, eine Entwicklung zu nehmen und in der Liga bessere Tabellenplätze zu erreichen als das in der Vergangenheit der Fall war.

flw24:Das klingt langweilig. Also nochmal nachgehakt: Warum ist Werder raus aus den europäischen Wettbewerben?

Thomas Schaaf: Wir hatten in den letzten Jahren mit vielen Veränderungen zu tun, die Spielerabgaben (wegen Etatbelastungen), nicht einkalkulierten Verletzungen und sportlichen Misserfolgen geschuldet waren. Da setzte dann eine Entwicklung aus finanziellen Engpässen und Lücken, notwendigen Umstrukturierungen und Neuausrichtungen ein. Wir konnte diese leichte Abwärtsbewegung aber in den letzten zwei Jahren aufhalten, und es ist uns gelungen, uns neu auszurichten.

flw24: Wer ist der neue Spieler, der für andere, bessere, wieder europäische Zeiten steht? Seit Jahren, im Grunde genommen schon in Ihrer und Klaus Allofs‘ Amtszeit, gibt Werder hochkarätige Spieler für viel Geld ab oder kann diese nicht halten: Mesut Özil, Diego, Kevin de Bruyne, Jannik Vestergaard und nun, jüngst, Thomas Delaney, der für viel Geld zum BVB verkauft wurde. Der fehlt Ihnen jetzt doch!

Thomas Schaaf: Davy Klaassen (von Ajax Amsterdam verpflichtet, Anm. d. Red.) ist jemand, der uns voranbringen wird. Aber nochmal: Wir sind ein Ausbildungsverein, der in erster Linie junge Spieler aus den eigenen Reihen einbauen möchte. Diese Strategie ist unserer Auffassung nach die erfolgversprechende.

„Es waren keine sportlichen Gründe, die hinter meinem Rücktritt bei der Eintracht standen“

flw24: Kommen wir abschließend zur Eintracht. Warum, das fragen sich viele Eintracht-Fans bis heute, sind Sie nach nur einer Saison weg? Der Offensivfußball war attraktiv, die Mannschaft war nie in den Abstiegsregionen und wurde am Ende Tabellenneunter, und bis heute trauern viele Fans Ihnen nach.   

Thomas Schaaf: Fakt ist, dass die Eintracht nach dem Abgang von Armin Veh und einiger Spieler im Umbruch war. Heribert Bruchhagen und Bruno Hübner kamen dann auf mich zu und konnten mich für die Eintracht begeistern. Man wollte einen Neuanfang. Aber es zeigte sich schnell, dass die Spielerfluktuation nicht aufzuhalten war. Klar war im Sommer, dass Leistungsträger wie Sebastian Rode (zum FCB; Anm. d. Redaktion) und Pirmin Schwegler (zur TSG Hoffenheim) gehen. Dann kam aber kurz vor Saisonbeginn noch hinzu, dass auch Sebastian Jung (zum VfL Wolfsburg) und Joselu (zu Hannover 96) weg waren. 


Gestenreich: Thomas Schaaf als Trainer der Eintracht in der Saison 2014/15. Foto: Thorsten Wagner

flw24: Die Eintracht wurde vor der Saison daher auch als Abstiegskandidat gehandelt.

Thomas Schaaf: Richtig. Und trotzdem haben wir ruhig gearbeitet, den Kader ergänzt und eine gute Saison gespielt. Das Stadion war fast immer voll. Alle Daten waren besser als in der Vorsaison, und wir stellten mit Alex Meier den Torschützenkönig der Liga. Es hat Spaß gemacht, bei der Eintracht zu arbeiten, und ich hätte gerne etwas Nachhaltiges aufgebaut dort.

flw24: Nochmal: Warum sind Sie dann nach der Saison Ende Mai zurückgetreten und weg! Bis heute ranken sich Mythen darum. Am plausibelsten scheint, dass es seitens einiger Mitglieder des Aufsichtsrates keine Rückendeckung für Sie gab? 

Thomas Schaaf: Ich möchte dazu nur noch so viel sagen: Es waren keine sportlichen Gründe, die hinter meinen Rücktritt standen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt in Frankfurt und wäre gerne geblieben! Aber es sollte nicht sein.

flw24: Wo sehen Sie die Eintracht im Moment?

Thomas Schaaf: Die Eintracht ist Pokalsieger und spielt wieder europäisch! Was Nico Kovac dort aufgebaut und hinterlassen hat, verdient ein großes Kompliment. 

flw24: Die Eintracht arbeitet unter der neuen sportlichen Leitung um Fredi Bobic sehr viel mit Leihgeschäften. Spieler, die Real Madrid, ManU oder dem AC Florenz gehören, spielen in Frankfurt auf Zeit und sammeln Spielpraxis. Sind sie erfolgreich, werden sie von den Eigentümervereinen teuer weiterverkauft an Vereine, die mehr Geld bieten können als die Eintracht. Omar Mascarell, der zu Schalke wechselte, ist hier ein gutes Beispiel. Oder aber die besitzenden Vereine holen gute Spieler zurück, wie Real Madrid im letzten Jahr Jesus Vallejo, der dort nicht im Stamm spielt, der Eintracht aber in der Abwehr fehlt. Und Spieler, die endlich unter Vertrag stehen in Frankfurt, wecken Begehrlichkeiten und sind kaum zu halten, wenn das große Geld lockt, wie Ante Rebic. Eine schwierige Konstellation für Teams wie die Eintracht, die immer nur reagieren kann. Wie schätzen Sie das ein?

Thomas Schaaf: Jeder Bundesliga-Verein muss seine Philosophie finden! Natürlich kann das Ausleihgeschäft mit Risiken verbunden sein: Ständige Wechsel bedeuten immer auch Sprünge in der Qualität, und neu zusammengestellte Teams müssen sich menschlich und ihr Spielsystem immer wieder aufs Neue finden. Vor dieser Aufgabe steht die Eintracht nun zu Saisonbeginn erneut. Aber so, wie Fredi Bobic und seine Mitstreiter das machen, ist es offenbar sehr erfolgreich. Es scheint also für die Eintracht zu passen, Spieler auszuleihen und ab und an auch zu kaufen - und dann teuer zu verkaufen, wenn es lukrative Angebote gibt.

„Doppelbelastung Euro-League: Köln kann ein warnendes Beispiel sein“

flw24: Was wünschen Sie der Eintracht für die anstehende Saison?   

Thomas Schaaf: Dass sie die Doppelbelastung aus Bundesliga-Alltag und Euro-League-Feiertagen, die in Frankfurt hoch im Kurs stehen, gut verarbeiten kann. Der Kölner Abstieg kann hier ein warnendes Beispiel sein: Man braucht Gespür und Händchen und etwas Glück in so einer Saison. Das wünsche ich der Eintracht und dem neuen Trainer Adi Hütter.

flw24: Thomas Schaaf, wir wissen, dass die Menschen in Frankfurt Sie schätzen und mögen. Kommen Sie gerne mal wieder vorbei! Wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Interview für flw24.de führte Alex Reichwein.