Die Bauunternehmung Albert Weil AG sucht einen Sachberarbeiter Einkauf (m/w)

12.01.2016
Kategorie: flw24 around the world, Aktuelles, TopNews
Von: von René Speier

Ein Wintermärchen aus 1000 und einer Nacht


René mit Bastian Oczipka

René mit dem neuen Mexikaner Marco Fabian

René mit David Abraham

Kurze Trinkpause

David Abraham in einer Übungseinheit

Der "Teppich" von Abu Dhabi

Zur Abwechslung mal Beach-Fußball-Tennis

Die Unterkunft der Eintracht von außen

Die Unterkunft der Eintracht im Empfangsbereich

Gold To Go

Dicke Schlitten an jeder Ecke

„Gude“ aus Abu Dhabi!

Nur ganz langsam bekomme ich den Mund vom Staunen wieder zu. Das hat ziemlich lange gedauert und das soll bei mir schon was bedeuten. „Hammer“, „Wahnsinn“, „Unglaublich“ sind nur einige Worte, die einem einfallen, wenn man versuchen soll das Emirates Palace-Hotel zu beschreiben. Diese für rund drei Milliarden US-Dollar gebaute Nobelherberge ist im Besitz der Herrscherfamilie und soll als zukünftige Einnahmequelle dienen, wenn die Erdölreserven und die damit erzielten Erträge zum Erliegen kommen. Wenn man die Eingangshalle betritt, wird man von zwei Damen begrüßt, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als „Guten Morgen“ und „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Irgendwie müssen die 1500 Angestellten des Hotels ja beschäftigt werden. Ein Anderer putzt den ganzen Tag den hellen feinen Marmorboden, sodass sich das Licht, des eigentlich untypischen Weihnachtsbaums, in einem Islam-geprägten Land im Boden widerspiegelt. Hier ist wirklich alles vom feinsten, wirklich alles... selbst die Handläufe der Geländer sind aus purem Marmor.

An einem Automaten kann man sich Goldbarren ziehen, wie hierzulande Zigaretten. Einfach Kreditkarte rein und auswählen. „Gold to go“ sozusagen und wenn man dafür das nötige Kleingeld nicht haben sollte, setzt man sich eben in die Lobby des Hotels und trinkt einen Kaffee mit (essbaren) Blattgoldüberzug für ca. 30 Euro.

Wo man hinschaut Dekadenz pur auch auf den Straßen und Autobahnen des Landes. Alles ist durchgehend beleuchtet. Auch die ca. 180 km lange Strecke nach Dubai. Teilweise Sieben(!)-spurig ausgebaut, topfeben und Straßenverhältnisse, die sich ein deutscher Autofahrer nur erträumen kann. Die Sache hat nur einen Haken: Es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km. Da wundert man sich schon, dass Ferrari, Lamborghini, Porsche und Co einen Großteil Ihrer Autos hier verkaufen obwohl man die Kiste nicht mal ausfahren kann. Aber egal .. Luxus pur zählt.

Wer vielleicht plant ein Kleinwagen-Autohaus in Abu Dhabi als Geschäftsidee zu verwirklichen, sollte sich sein Vorhaben noch mal durch den Kopf gehen lassen. Das wäre so sinnvoll wie ein Kondomladen im Vatikan. Bei einem Spritpreis, der vergleichbar ist, wie die Kosten für einen Liter Milch hierzulande, herrscht der Achtzylinder Motor auf Abu Dhabis Straßen. Überall röhrt es kolossal. Für den Liebhaber PS-trächtiger Karossen ist das Land ein Traum. Umweltverbände oder spritsparende Autos kennt man hier nicht genauso wie das Wort „Energiesparen“.

Warum auch? Solange das schwarze Gold noch fließt ist alles gleichgültig!

Und genau in dieses Land hat es meine Eintracht verschlagen. Der Tabellenvierzehnte der Hinrunde der Bundesliga hat das Trainingslager nach den letzten Ergebnissen bitter nötig.

Mit drei Neuzugängen und dem Schwung des Siegs im letzten Heimspiel gegen Bremen, sollen die optimalen Bedingungen in Abu Dhabi genutzt werden, um die Grundlagen für eine erfolgreiche Rückrunde und somit den Klassenerhalt gelegt werden. Wie oben bereits geschrieben, herrschen hier absolut perfekte Bedingungen. Ein Rasen wie ein Teppich, 23 Grad, strahlender Sonnenschein und ein laues Lüftchen weht. Das Hotelpersonal tut alles um die Bedingungen noch besser zu machen bzw zu erhalten. Dementsprechend ist auch die Laune der Spieler, allen voran Constant Djakpa sowie Haris Seferovic. Beide haben den Schalk im Nacken und versprühen gute Laune und stecken somit ihre Kollegen an. Trotz des harten Trainings wird viel gelacht. So fällt das Drücken des „Reset“-Knopfs, wie Manager Hübner es für die Rückrunde angekündigt hatte leichter. Die Mannschaft hat scheinbar begriffen worum es geht und so geht es im Training ordentlich zur Sache. Man schont weder sich noch den Mitspieler. Die Eisbeutelabteilung hat nach dem Training jede Menge zu tun. Zweimal am Tag wird trainiert. Jeweils 90 Minuten. Zwischendurch sieht man die Spieler im Kraftraum, beim Masseur oder einfach am Strand, um sich zu erholen. Die Einheiten sind knackig aber auch gut dosiert. Schweißtreibende Laufeinheiten und Koordinationsübungen wechseln sich mit Fußballtennis oder „6 gegen 2“ ab.

Der „Hügel der Leiden“ darf da nicht fehlen. Die von den Spielern weniger geliebte kleine Anhöhe am Rande des Trainingsplatz ist ein Garant für übersäuerte Muskeln aber auch das muss sein, wenn man den Abstiegskampf erfolgreich bestreiten will. Die mitgereisten Journalisten der heimischen Presse wollen natürlich auch noch versorgt werden und so kümmert sich Mediendirektor Markus Jestaedt um den täglichen Interview-Partner aus dem Kreise der Mannschaft.

Die Neuzugänge Szabolcs Huszti, Kaan Ayhan und Marco Fabián stehen natürlich im Mittelpunkt und machen einen guten Eindruck. Huszti hat am wenigsten Probleme, denn er kennt die Spielweise, die Liga und auch teilweise das Umfeld. Bei ihm muss man sich keine Gedanken machen, er ist sicher eine Verstärkung. Kaan Ayhan, gebürtiger Schalker und nach über 15 Jahren das erste Mal weg von „daheim“ ist jung und dynamisch. Sein Bewegungsablauf erinnert stark an Mats Hummels vom BVB. Er ist flexibel einsetzbar und soll den Arrivierten im Team in der Innenverteidigung, im Mittelfeld sowie auf der rechten Verteidiger Position ordentlich Druck machen. Ob das gelingt muss man abwarten. Marco Fabian, der teuerste der drei Neuzugänge, kam mit viel Vorschusslorbeeren nach Frankfurt. Als mexikanischer Nationalspieler und diversen Eskapaden ausgestattet darf man gespannt sein. Nach den ersten Eindrücken im Training konnte man meinen Caio II ist angekommen, aber von Tag zu Tag wurde er besser und besser. Er wird der Eintracht sicher weiterhelfen, die Frage ist nur wie schnell, aber die ein oder andere Aktion war schon zum Zunge schnalzen.

Nach all den Trainingseinheiten und anstrengenden Übungen dürfen Testspiele im Rahmen des Trainingslagers natürlich nicht fehlen. Nach dem ersten erfolgreichen Test gegen Al-Alhi Dschidda (5:1) aus Saudi Arabien steht nun ein weiterer Test an. Diesmal wird es eine Nummer härter, denn es geht gegen den Liga-Rivalen Dortmund. Ein echter Gradmesser für den Leistungsstand der Mannschaft. Man darf aber auch nicht vergessen: Es ist nur ein Testspiel.

Am 24.Januar gegen Wolfsburg gibt es die ersten drei Punkte zu gewinnen. Da zählt es und da gilt es, alles andere ist „Schnulli-Bulli“!

Ma’a salama aus Abu-Dhabi