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20.10.2015
Kategorie: flw24 around the world, Aktuelles, TopNews, flw24 intern
Von: Thorsten Mankel

Endspurt im Kaukasus - flw24 around the world

Groundhopper aus Wörsdorf macht die 54 UEFA-Mitgliedsverbände voll.

Im Stadion von Tiflis beim Spiel Georgien gegen Albanien

Tolle Aussicht auf die Stadt Tiflis

Die Altstadt von Tiflis

Genozid-Museum in Yerewan

Mother Armenia in Yerewan

Stadion in Yerewan beim Spiel Armenien gegen Albanien (Fotos: Thorsten Mankel)

Nachdem im Januar diesen Jahres bei unserem fast schon traditionellen Südspanien-Trip der Länderpunkt Gibraltar abgehakt werden konnte, bei einem Spiel der 1. Liga, standen nun von den 54 Ländern bzw. Mitgliedsverbänden der UEFA nur noch 2 offen, Georgien und Armenien. Der Plan war, diese beiden Länder möglichst während einer Tour zu besuchen und dort natürlich auch das obligatorische Fußballspiel zu sehen. Zu den Doppel-Spieltagen in der EM-Quali sollte doch sicher was machbar sein, leider war es dann doch nicht ganz so einfach, weil entweder die Spielpläne nicht passten oder die Urlaubsplanung im Büro nicht passte. Letzte Möglichkeit in diesem Jahr sollte der Oktober sein, beide Teams sollten innerhalb von 3 Tagen ein Heimspiel haben. Also wurde nicht lange gefackelt und Flüge und Hotels gebucht.

Tiflis und die "Mutter Georgien"

Das erste Spiel sollte Georgien-Gibraltar sein und in der Hauptstadt Tiflis stattfinden. Mein Hotel bat mir an mich für ein paar Dollar vom Flughafen abzuholen, was ich dankend angenommen habe zumal ich erst um 3 Uhr Nachts Ortszeit vor Ort war und ich es schon immer mal genießen wollte, dass am Ausgang jemand mit meinem Namen auf nem Zettel steht. Hat auch alles wunderbar funktioniert, auch wenn meine Abholerin wegen der Uhrzeit etwas zerstört aussah. Das Hotel lag ganz zentral, hätte ich aber nie im Leben alleine gefunden weil es recht versteckt in einem Hinterhof war. Tiflis hat bei Nacht auch schon mal einen guten Eindruck hinterlassen, nette Beleuchtung in der Altstadt und einige alte Gebäude. Nach ordentlichem Schlaf sollte dann am nächtsten Morgen die Stadt besichtigt werden bevor abends das Länderspiel anstand. Dies musste zunächst jedoch ohne Dusche stattfinden, weil es in dem ganzen Viertel kein Wasser gab, aufgrund eines Wasserrohrbruches, wie mir meine Vermieterin per SMS mitgeteilt hatte. Nun ja, es geht auch mal ohne, aber am folgenden Tag wollte ich dann schon gerne duschen, weil es recht warm war und man bei solchen Besichtigungen ja auch mal schwitzt. Die Innenstadt von Tiflis macht auch im Hellen einen guten Eindruck wie ich bei einer Stadtrundfahrt festgestellt habe. Sehr hügelig, 2 Metrolinien quer durch die Stadt und viel zu sehen. Mit einer Seilbahn kann man auf einen der Hausberge hochfahren und hat eine bombastische Aussicht, dazu kann man „Mutter Georgien“ besichtigen (einer Statue aus Aluminium) und eine ziemlich zerfallene Festung namens Nariqala. Am Fuß dieses Berges befindet sich die schöne Altstadt mit etlichen Restaurants und Cafès, teilweise sogar autofrei.

Georgien gegen Gibraltar

Irgendwann war es dann auch Zeit für Fußball. Nach kurzem Boxenstop im Hotel ging es dann mit der Metro eine Station Richtung Dinamo-Stadion, welches offiziell auf den Namen Boris Paichadze hört, ein ehemaliger Nationalspieler und Dinamo-Legende. Ursprünglich sollte das Spiel im wesentlich kleineren Lokomotivi-Stadion stattfinden, was bei den zu erwartenden „Zuschauermassen“ gegen Gibraltar sicher auch angemessen gewesen wäre, aber nun fand es hier statt und war mit über 50.000 Plätzen deutlich zu überdimensioniert für dieses Spiel. Hier fand im August auch das Spiel um den europäischen Supercup statt. Tickets gab es heute in 2 Kategorien für umgerechnet etwa 2 oder 4 Euro und zu Spielbeginn waren vielleicht 6-7.000 Zuschauer anwesend, die dazu auch noch verteilt im ganzen Stadion saßen. Etwa 10 Gibraltarer, Gibraltaresen oder einfach nur Gäste waren ebenfalls zu erkennen. Das Spiel war eigentlich von Anfang an eine klare Sache und Georgien führt zur Halbzeit 3:0. Die 2. Halbzeit wurde dann 1-2 Gänge zurückgeschaltet und die Zuschauer waren damit ganz und gar nicht einverstanden und pfiffen mehrfach ordentlich laut. Mehr als 1 Tor ist aber nicht mehr herausgesprungen. Der Rückweg war dann etwas kompliziert weil der Metroausgang von vor dem Spiel nun geschlossen war und die Metro als solches nicht zu erkennen war. Während normal die Schilder zweisprachig sind, sind es die Metrostationen nicht und mit etwas Glück erkennt man diese an einem roten „M“. Die georgische Schrift erinnert mehr an Schreibübungen in der 1. Schulklasse und kann eigentlich nicht von anderen Sprachen abgeleitet werden. Durch Zufall wurde der Eingang dann gefunden und kurz darauf stand ich wieder vor meinem Hotel bewaffnet mit ein paar Bieren mit denen der neue Länderpunkt begossen werden konnte, überflüssig zu erwähnen das eines dieser Biere natürlich alkoholfrei war, die Sprache eben...

WIT Georgia – Machatkhela

Hurra, hurra, das Wasser ist wieder da. Nachdem der Körper wieder frisch war, wurde der Rest der Besichtigung absolviert, mit einer Zahnradbahn ging es auf einen weiteren Hausberg, auf dem sich ein Vergnügungspark befindet. Hier ging es sogar noch deutlich höher aufwärts als gestern, auch hier konnte man eine atemberaubende Aussicht genießen. Auch das Nationalmuseum in der Nähe des Liberty Square ist einen Beusch wert, besonders der Teil im Obergeschoß zum Thema russische Besatzung. Heute war auch ein Spieltag der 2. georgischen Liga angesetzt und nach einigen Recherchen im Internet sollte es ein Spiel in Mskheta geben, ein kleiner Ort vor den Toren von Tiflis. In der Tourist-Info hat man mir aufgeschrieben wo ich hin muss bzw. welchen Bus ich nehmen soll. Das System mit den Minibussen ist sensationell, man kommt für kleines Geld so gut wie überall hin und diese Minibusse halten quasi überall wenn jemand ein- oder aussteigen will. Mein Bus sollte von der Metrostation Didube losfahren, ich habe mir allerdings erst gar keine Mühe gemacht die Schrift auf meinem Zettel mit denen auf den Bussen abzugleichen sondern gleich gefragt und kurz darauf saß ich im entsprechenden Bus. Nach etwa 10 Minuten Fahrt waren wir in Mskheta und ich war mehrfach versucht auszusteigen, als ich es dann getan habe war es natürlich zu spät und wir waren schon wieder am Ortsausgang. Mit einem zufällig vorbeikommenden Taxi ging es dann wieder zurück, das Stadion befand sich genau da, wo der Minibus zum ersten Mal angehalten hatte. Das Spiel von WIT Georgia – Machatkhela begann bei freiem Eintritt pünktlich und wäre wohl auch ohne besondere Höhepunkte verlaufen, wären hier nicht noch 2 weitere deutsche Groundhopper aufgetaucht mit denen man sich bestens unterhalten konnte. Nach der Rückkehr am frühen Abend wurde zunächst die Weiterreise nach Yerewan (Armenien) geklärt bevor man es sich bei georgischer Küche richtig gut gehen ließ.

Von Tiflis nach Yerewan

Samstagmorgen war dann Tag der Abreise aus Tiflis. Mit 6 weiteren Mitfahrern und einem Hund ging es in einem Minibus durch die Berge in Richtung Yerewan. Für umgerechnet etwa 13 Euro kann man die ca. 5stündige Fahrt bekommen. Der Fahrer fährt die Strecke wohl öfters, deshalb konnte er auch auf einer 2spurigen Fahrbahn diverse Mal links überholen. Die eine oder andere Schweißperle hatte ich schon auf der Stirn, zumal die Straßen bis etwa 80 km vor Yerewan manchmal eine Zumutung war. Die Grenzkontrollen waren harmlos, teilweise sah es an den Kontrollstellen aus wie auf der Dippemess, aber die ganze Prozedur hat vielleicht nur eine halbe Stunde gedauert. Am frühen Nachmittag war Yerewan dann erreicht. Mit dem Taxi wurde dann zuerst das gebuchte Hotel aufgesucht und nach kurzem Boxenstop der erste Rundgang durch die Stadt gemacht. Auffällig waren eine Menge Bühnen in der Stadt, besonders vor dem Historischen Museum, hier war eine ganze Straße gesperrt und Kinderchöre gaben ihre Kunst zum besten. Die Recherche abends hat ergeben das Yerewan am Wochenende seinen 2797. Geburtstag feiert und hier einiges geplant war. Kurz vor der Rückkehr ins Hotel wurde auch die armenische Küche getestet und für gut befunden. In dem Laden hat sich garantiert noch kein Tourist verirrt, Karte gab es nur auf armenisch aber bestellen kann man ja auch ohne Karte. Schwierig war nur zu erklären, das man das gleiche Gericht nochmal haben will, aber es hat funktioniert.

"Mother Armenia" und Armenien gegen Albanien

Der letzte Tag stand dann auch wieder im Zeichen der Besichtigung. Erster Punkt war das Genozid-Museum, welches sich auf einem Hügel oberhalb von Yerewan befindet. Rund um 1915 sind etwa 1,5 Millionen Armenier im osmanischen Reich getötet worden und zum Gedenken hat man in den 60er Jahren diese sehr beeindruckende und bewegende Anlage errichtet. Außerdem hat von diesem Hügel eine tolle Aussicht über die Stadt und kann bei gutem Wetter (so wie heute) den Berg Ararat sehen, der so etwas die das Nationalheiligtum der Armenier darstellt, obwohl er sich auf dem Staatsgebiet der Türkei befindet. Auch in Yerewan gibt es eine Mutter, die heißt hier „Mother Armenia“ und besteht aus Stein und befindet sich ebenfalls oberhalb der Stadt und wurde besichtigt. Auf dem Rückweg durch die Stadt in Richtung Stadion konnte dann auch der Höhepunkt des Stadtgeburtstages miterlebt werden, da auf fast jeder Bühne mittlerweile Tanz- und Gesangsvorführungen zu sehen und eine Menge Leute unterwegs waren. Am Stadion war dann die Ticketfrage relativ schnell geklärt. Für Armenien geht es um nichts mehr, dementsprechend sollte das Stadion nicht voll werden. Im Gegensatz dazu ging es für die Gäste aus Albanien um einiges, denn man konnte sich zum ersten Mal in der Geschichte für ein großes Turnier qualifizieren. Etwa 200 Gäste wollten sich das nicht entgehen lassen. Das Stadion war vielleicht zur Hälfte gefüllt und wirkt schon recht pompös, besonders weil hinter den Kurven die Gänge mit Säulen begrenzt sind, die eher an eine Oper oder ein Theater erinnern. Die Kurve mit den armenischen Fans war etwas seltsam aufgeteilt, anscheinend hat da jede anwesende Vereins-Fangruppe seinen eigenen Block aufgemacht, einig waren sich alle eigentlich nur dadurch, dass sie den Trainer nicht mögen, für unfähig halten und gerne loswerden möchten. Die Mannschaft wurde aber freundlich begrüßt, regelgerecht ausgerastet sind alle (sogar die Albaner) bei der Vorstellung ihres Nationalheldes Henrikh Mkhitaryan. Das Spiel begann recht nervös, war aber schnell durch 2 Eigentore der Armenier entschieden, was die Albaner natürlich in Feierstimmung versetzte aufgrund der nahen Qualifikation. Viel angebrannt ist nicht mehr, nach dem 3:0-Sieg fährt Albanien zur EM und dies wurde auf Platz und Rängen gut gefeiert. Einen Pyroeinsatz gab es sogar auch noch von den Armeniern kurz vor Ende, garniert mit einem Spruchband gegen den Trainer.

Von Yerewan zurück in die Heimat

Mit einer ganzen Menge an Eindrücken, Fotos und 2 neuen Länderpunkten im Gepäck ging es dann nach einem gepflegten Abendessen zurück ins Hotel und von da direkt zum Flughafen. Tiflis und Yerewan haben mich beide sehr positiv überrascht und ich könnte mir durchaus vorstellen hier nochmal herzukommen. Mein Taxifahrer vom Hotel war hier auch wieder ne Nummer, ist auf dem Weg zum Flughafen einmal fast eingeschlafen, fährt dann am Flughafen erst zur Ankunft statt zum Abflug, dann am Eingang zum Flughafengebäude vorbei und beim 3. Anlauf hab ich ihm dann gesagt wo er anhalten soll. Zum Glück hatte ich Zeit, der Rückflug ging erst um 4 Uhr. In meinem Flieger war neben dem Herrn Mkhitaryan, auf dem Rückweg nach Dortmund, auch noch Box-Weltmeister Artur Abraham an Bord, die beide ganz entspannt drauf waren und auch für Fotos zur Verfügung standen. Ich glaube wenn mich nachts um 4 jemand nach Fotos fragen würde würde ich anders reagieren ;-)

So, UEFA ist komplett, die Ziele werden nun weiter weg sein und im Flieger wurde auf dem Rückflug schon von den nächsten Touren geträumt bis es dann früh am Morgen hieß: Welcome to Frankfurt !