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Der Knappschaftskicker

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06.08.2018
Kategorie: Der Knappschaftskicker, Aktuelles
Von: Knappschaftsexperte Dr. Friedrich Hölzl

Kontrolliertes Training, Eiswickel und Tee um die Gluthitze auszukontern

Tipps vom Knappschaftsarzt zum Sport unter erbarmungsloser Sonne

Knappschaftsexperte Dr. med. Friedrich Hölzl.

Da haben wir in Deutschland endlich mal einen warmen und trockenen Sommer und schon jammern alle. Pünktlich zum Saisonstart leidet Deutschland unter einer nahezu historischen Hitzewelle. Für die Zuschauer wird längst gesorgt. So senkt der VfL Bochum seine Wasserpreise, Darmstadt 98 erlaubt gar die Mitnahme von Getränken und der FC Union Berlin spritzt seine Fans mit Wasser voll. Aber was ist mit den kostbaren Spielern? Erste prominente Opfer sind bereits im Fußball zu verzeichnen. Beim Spiel von Bayer Leverkusen gegen den Wuppertaler SV brach Karim Bellarabi plötzlich zusammen  –  und das, obwohl es sich nur um ein Freundschaftsspiel handelte und er bereits nach 45 Minuten ausgewechselt wurde.

Was droht den Stars dann erst in knallharten Meisterschaftsspielen über 90 Minuten, mag man sich fragen. Und wenn bereits die Profis in die Knie gehen, quälen sich  Freizeitfußballer  womöglich  erst Recht mit dem Gedanken, wie sie es denn überhaupt überleben können,  wenn sie  in der Gluthitze ihrem geliebten Hobby frönen.  Jetzt gibt es aber Orte auf dieser Welt, an denen Menschen auch Fußball spielen und an denen Temperaturen über 30 Grad an der Tagesordnung sind. Es muss also gehen, ohne dass man gleich kollabiert, berichtet Dr. med. Friedrich Hölzl.

Schließlich ist sommerliche Hitze kein Grund, sich nicht mehr zu bewegen. Ein trainierter Freizeitsportler merkt schon nach einer trainingsfreien Woche einen Leistungsrückgang. Mancher Hobbysportler wird sich nach einer längeren Pause gar fühlen, als er habe er nie Sport gemacht. Eine komplette Schonung ist also trotz Hitzewelle zu vermeiden. Eine Ausnahme bilden hier Kranke, vor allem mit Herz-Kreislauferkrankungen, ergänzt der Knappschaftsexperte. Diese sollten unbedingt vorher die maximale Belastung mit ihrem Arzt absprechen.

Dreifacher Flüssigkeitsverlust

Aber natürlich darf auch der Gesunde die Gefahr nicht unterschätzen.

Eine der häufigsten Folgen ungewöhnlich hoher Temperaturen und sengender Sonne sind Schwindel, Kopfschmerz und Kreislaufprobleme bis zum Kollaps, die in der Regel auf einen Wassermangel zurückzuführen sind. Der Körper verliert einfach bis zu dreimal mal mehr Flüssigkeit durch Schwitzen und Atmen. Das muss ersetzt werden.

Hier eignen sich insbesondere nicht gekühltes Wasser, Fruchtschorlen und ungesüßte Tees. Die Trinkmenge muss unbedingt erhöht werden, ideal in kleinen Portionen bis 100 Milliliter und regelmäßig alle 15 Minuten, also nicht erst wenn der Durst es einfordert! Trainer sollten gerade jetzt auf feste Trink- und Schattenpausen achten.

Wer es sich aussuchen kann, der sollte die frühen Morgenstunden oder den Abend zum Training nutzen. Außerdem muss bei der Affenhitze nicht gerade Ausdauertraining angesetzt werden und es muss auch nicht genau jetzt nach persönlichen Belastungsgrenzen und Bestzeiten gestrebt werden. Der Trainingspuls sollte etwa zehn Prozent niedriger gehalten werden als sonst, denn die Hitze belastet den Kreislauf zusätzlich, rät der Knappschaftsmediziner.

Direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden und der Körper muss geschützt werden. Ein Sonnenbrand kann durch Kleidung und Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor (LSF)  verhindert werden.
Unangenehmer ist allerdings die Insolation – also der Sonnenstich. Hier kommt es durch Überhitzung des Kopfes zu einer Reizung der Hirnhäute und in der Folge zu Übelkeit und Kopfschmerz. Ganz typisch ist eine Nackensteifigkeit.  Betroffene müssen in den Schatten, reichlich trinken und vor allem am Kopf mit nassen Tüchern gekühlt werden. Im schlimmsten Fall sind sie kaum ansprechbar und schwer benommen, dann ist zusätzlich ein Arzt zu rufen. Daher empfiehlt es sich, beim Sport im Freien eine Kopfbedeckung zu tragen und die direkte Sonne zu meiden.

Im Gegensatz dazu ist der echte Hitzschlag eine dramatische Überhitzung des Körpers mit Fieber bis 40 Grad. Der Puls steigt und der Blutdruck sinkt. Relativ plötzlich kann es dann zum lebensbedrohlichen Kreislaufeinbruch kommen. Hier muss dringend der Notarzt alarmiert werden.

Körper ausreichend kühlen

Deshalb ist es so wichtig, in diesen Tagen für eine auseichende Kühlung des Körpers zu sorgen. Eine  Entlastung kann da Kleidung aus modernen Funktionsgeweben bieten. Zusätzlich kann man diesen gefährlichen Anstieg der Körpertemperatur bremsen, wenn man sich vor dem Spiel oder Training und auch zwischendurch äußerlich abkühlt. Dieses Pree-Cooling funktioniert gut mit Eiswickeln, nassen Tüchern oder sogar der Eistonne, in der Hände oder Füße gekühlt werden.

Glücklicherweise ist Karim Bellarabi noch glimpflich davon gekommen und die Geier mussten sich einen anderen Sportplatz suchen, denn er hatte wohl weder einen Sonnenstich, noch einen gefährlichen Hitzschlag und eigentlich noch nicht mal einen Sonnenbrand. Er hätte einfach nur ein bisschen mehr trinken müssen.  Aber das weltweite Medieninteresse an seinem schwächelnden Kreislauf trägt zumindest dazu bei, uns die echten Gefahren der Hitze vor Augen zu führen und uns Gedanken über geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu machen. Und so wird Sport auch in diesen Wochen für den Freizeitathleten überlebbar.
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