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Hockey: Michael von Kunhardt auf dem Weg nach Kapstadt / Aktiver des Limburger HC will mit der deutschen Ü55 in Südafrika Weltmeister werden

Michael von Kunhardt kehrte vom Vorbereitungsturnier im italienischen Bologna mit Platz drei zurück.. (Foto: Despina-Artists Medienmanagement)

Hockey. Michael von Kunhardt vom Limburger Hockey-Club (LHC) ist seinem Traum einer WM-Teilnahme in Kapstadt/Südafrika im Oktober einen großen Schritt nähergekommen. Beim Sichtungslehrgang für die deutsche Ü55-Nationalmannschaft der besten 40 Akteure setzte sich der frühere Bundesligastürmer und Deutsche Meister mit dem LHC und dem SC 1880 Frankfurt durch und wurde von Bundestrainer Horst Ruoff (Stuttgart) für ein Vorbereitungsturnier in Bologna/Italien nominiert. Dort war der 57-jährige Diezer der einzige heimische Spieler und konnte mit dem deutschen Nationalteam in einem hochklassigen Feld den dritten Platz belegen. Im kleinen Finale schoss „Kuni“ beide Tore zum 2:1-Sieg über Schottland. Im Halbfinale hatte die deutsche Elf gegen Frankreich lange Zeit mitgehalten. Nach dem dritten Viertel stand es noch 1:1. Doch in der Schlussviertelstunde schwanden von Kunhardts Mannschaft die Kräfte. 1:4 ging die Partie am Ende aus. „Wir hatten in Bologna großes Verletzungspech, am Ende nur noch einen Wechselspieler“, so der Diezer. Folglich sei gegen mit einer vollen Auswechselbank angetretene Franzosen einfach nicht mehr drin gewesen. Von Kunhardt berichtet, dass er sich bestens vorbereitet habe und für sein Alter aktuell körperlich ziemlich fit sei. „Mir tut nach dem Turnier nichts weh“, erklärt der Vortragsredner und Mentaltrainer. Bemerkenswert, denn im Ü55-Bereich wird international noch wie in der 1. Bundesliga 60 Minuten gespielt. Dadurch sei es ohne Wechselmöglichkeiten für alle schon ziemlich hart gewesen, vier Spiele in drei Tagen spielen zu müssen, so von Kunhardt. Der 57-Jährige ist aber optimistisch, dass das deutsche Ü55-Team mit voller Besetzung in Kapstadt um den Weltmeistertitel wird mitspielen können. Unter anderem fehlte diesmal in Bologna der wichtige Spielmacher des Teams, Ex-Herrennationalspieler Uli Mayer von Rot-Weiß Köln. Der LHC-Aktive sagt, dass nach einmal Silber und einmal Bronze bei der Senioren-WM diesmal natürlich Gold das erklärte Ziel sei. Dafür investiere er sehr viel. Der frühere LHC-Stürmerstar war in Bologna fürs deutsche Team ein wertvoller Vorlagengeber und Ecken-Hereingeber. So konnte die Mannschaft nach einem 5:3 gegen eine Europa-Auswahl und einem 1:1-Remis gegen England das Halbfinale erreichen. Dass von Kunhardt im Spiel um Rang drei durch seine beiden Tore im Schlussviertel einen 0:1-Rückstand in einen 2:1-Sieg umwandeln konnte, gab ihm enormes Selbstvertrauen. „Sicher ist nichts, aber ich denke schon, dass ich nach meinen Leistungen beim Lehrgang und in Bologna sehr gute Karten habe, als einer von 18 Spielern nach Südafrika zu fliegen. Michael von Kunhardt rechnet Deutschland dort realistische Chancen auf den Titel aus, weiß aber auch, dass das alles andere als ein Selbstläufer werden wird. „Gerade Frankreich und England haben auch sehr starke Teams“, weiß er. Wie gut die Mannschaften von anderen Kontinenten seien, sei derzeit noch schwer einzuschätzen. Der 57-jährige Diezer verrät, dass sportlich ihm gerade alles sehr viel Spaß mache. „Ich konnte spielerisch ein Zeichen setzen“, betont er. Nun wolle er den Länderpokal um den Silberschild im Juni nutzen, um sich als Mitglied der hessischen Mannschaft für Kapstadt einzuspielen, berichtet der Limburger Angreifer.rk