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Die Volksläufe werden virtuell

Volksläufe kehren wohl erst 2021 wieder zurück auf die Straße. Foto: Bild von Th G auf Pixabay

Das Coronavirus hat in unzähligen Bereichen des Lebens seine Spuren hinterlassen. Vor allem wirtschaftliche Folgen sind zu beklagen, die der Krankheitserreger und die Maßnahmen gegen seine Ausbreitung nach sich ziehen. So stehen zahlreiche Veranstalter von Events wegen der Absagen vor dem finanziellen Ruin. Auch die Organisatoren der enorm beliebten Volksläufe haben mit Existenzängsten zu kämpfen. Normalerweise treffen sich bei ihren Veranstaltungen Hunderte oder gar Tausende von Menschen an einem bestimmten Ort und laufen eine gewisse Distanz. Am Ende erhalten die Gewinner einen Pokal oder einen anderen Siegerpreis, und die restlichen Teilnehmer werden mit einer Medaille oder einer Urkunde belohnt. Corona macht diesen liebgewonnenen Läufen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Viele Veranstalter zeigen sich aber durchaus erfindungsreich. Statt das Event am gewohnten Ort auszutragen, machen sie es virtuell. Das bedeutet: Jeder Teilnehmer absolviert die Distanz allein und teilt den Organisatoren das Ergebnis digital mit. Die Medaille gibt es dann per Post.

Selbstverständlich ist ein virtueller Lauf nicht mit einem echten Lauf-Event zu vergleichen. Die Aufregung vor dem Start, die Leistungsexplosion auf der Strecke, die heißen Duelle um die besten Plätze, das anfeuernde und jubelnde Publikum – all das gibt es nicht, wenn man alleine seine Kilometer abspult. Immerhin ist die Vorbereitung die gleiche: Neben regelmäßigen Laufeinheiten gehören Fitnessübungen dazu, die sich auch gut in den eigenen vier Wänden durchführen lassen. Für die virtuellen Läufe muss man sich ebenso anmelden, wie man es tun würde, wenn die Veranstaltung regulär ablaufen würde. Man gibt online einige persönliche Daten an und zahlt die Teilnahmegebühr. In diese sind verschiedene Leistungen inkludiert, darunter üblicherweise eine Medaille. Der Lauf findet dann in einem bestimmten Zeitrahmen statt. Die Teilnehmer müssen also nicht unbedingt an einem Sonntag um zehn Uhr starten, sondern haben zum Beispiel das gesamte Wochenende Zeit, ihren Lauf zu absolvieren. In der Zeit des Lockdowns, als die Befürchtungen einer Ansteckung am schlimmsten war, bevorzugten viele Läufer das heimische Laufband. Andere liefen einsam durch den Wald oder nutzten die ausgestorbene Stadt für ihren Wettbewerb gegen die Uhr. Inzwischen ist es wieder einfacher, sich mit Freunden oder Laufpartnern auf die Strecke zu begeben und dadurch mehr Motivation zu bekommen.

Den virtuellen Lauf zeichnen die Teilnehmer mit ihrer GPS-Uhr oder ihrem Smartphone auf und laden die entsprechende Datei auf der Homepage der Veranstaltung hoch. Nach einer gewissen Bearbeitungszeit werden dann die versprochenen Belohnungen postalisch verschickt. Viele Läufe beinhalten auch eine Bestenliste, in der die Ergebnisse aller Teilnehmer zusammengefasst sind. Dadurch kommt am Ende doch ein gewisser Wettbewerb zustande, da man sehen kann, wie man im Vergleich zu anderen Läufern abgeschnitten hat. Auch wenn der virtuelle Lauf nicht mehr als ein Ersatz für das echte Gefühl eines Rennens ist, hat er doch seinen Reiz. So motiviert er Hobbyläufer dazu, weiterhin ihrer Leidenschaft nachzugehen. Er stärkt zudem das Immunsystem der Teilnehmer. Und er sichert die Existenz der Veranstalter. Diese erhalten die Teilnahmegebühr und müssen sich daher weniger Sorgen darüber machen, wie sie über die Runden kommen. Und im besten Fall kehren die Volksläufe im Jahr 2021 wieder wie gewohnt auf die Straße zurück.