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Rockets gewinnen zweistellig gegen Neuss

„Junge, Junge. Die spielen uns hier schwindelig.“ Freitagabend, 20.55 Uhr, die neue Saison in der Regionalliga West war gerade einmal elf Minuten alt, da sendete der Neusser EV in seinem Liveticker klare Worte an die Daheimgebliebenen. Zu diesem Zeitpunkt führte die EG Diez-Limburg bereits mit 5:0, zwei Minuten später fiel das 6:0. „Wenn Ihr nicht ein paar Gänge rausgenommen hättet, dann hätten wir hier 20 Stück kassiert“, sollte NEV-Trainer Daniel Benske später zu Protokoll geben. Zufrieden waren die Gäste dennoch nach 60 Minuten, auch wenn die Partie mit 4:12 (0:6, 4:4, 0:2) verloren gehen sollte. Sein Gegenüber Frank Petrozza hatte hingegen nach starkem Beginn phasenweise das „einfache Eishockey“ der Anfangsphase vermisst.

Die Gäste waren ohne den leicht angeschlagenen und zudem beruflich verhinderten Ken Passmann nach Diez angereist, bei den Gastgebern fehlten Andre Bruch und Philipp Maier verletzungsbedingt. Die restliche EGDL-Bande bescherte NEV-Keeper Patrick Fücker jedoch einen echten Kaltstart: RJ Reed traf schon nach einer Minute zur Führung, Dominik Luft legte nach 8 Sekunden im ersten Powerplay der neuen Saison nach (4.). Mit weiteren Toren von Reed (6.), Konstantin Firsanov (10.), Kevin Lavallee (11.) und dem stark aufspielenden Leonard Günther (13.) schraubten die Rockets das Ergebnis schnell auf 6:0 in die Höhe.

Was Frank Petrozza gerne verhindert hätte, aber in den seltensten Fällen gelingt: So ein 6:0 ist ganz schnell drin in den Köpfen: Auf dem Eis ein Klassenunterschied, auf der Anzeigentafel ein deutliches Ergebnis - die EGDL schaltete ein, zwei Gänge zurück und versuchte es fortan schön und spielerisch zu lösen anstatt Eishockey weiter zu arbeiten. Im Gegenzug hatte sich aber auch der NEV nach dem ersten Drittel ein wenig akklimatisiert und war in der Liga angekommen.

Im Ergebnis bedeutete das: Viele Tore auf beiden Seiten und ganz viel Taktiktafel bei Petrozza, der oft mit seinen Spielern sprach und auch eine Auszeit nahm, um seinen Mannen deutliche Worte zu sagen. Denn mit einem 4:4 im zweiten Abschnitt konnte der Trainer nicht zufrieden sein, zumal die EGDL-Spieler ihren Keeper Tim Stenger in dieser Phase viel zu oft alleine ließen.

Neuss durfte so gleich vier Mal einnetzen: Maximilian Bleyer (21.), 8:2 Sergejs Piskunovs (30.), 9:3 Jaime Lindtund 10:4 Timon Busse (40.) ließen das Ergebnis etwas angenehmer aussehen. Für die Rockets trafen Tobias Schwab (21.), RJ Reed (28.), Leonard Günther (31.) und Alexander Seifert. Im letzten Drittel machte der kanadische Neuzugang Reed mit zwei weiteren Toren seinen Fünfer-Pack perfekt (54., 60.), der erste Heimsieg der neuen Saison war unter Dach und Fach.

„Glückwunsch an Diez-Limburg zum Sieg“, sagte NEV-Trainer Benske. „Wir wussten, was da auf uns zukommt und hatten im ersten Drittel Anlaufschwierigkeiten. Danach aber haben wir uns ganz gut präsentiert. Mit den Ergebnissen im zweiten und drittel Drittel können wir leben, jetzt müssen wir uns Schritt für Schritt weiterentwickeln.“ Sein Gegenüber Fran Petrozza war trotz des Sieges nicht ganz zufrieden: „Natürlich wollten wir einen guten Start und den hatten wir auch. Danach aber waren wir nicht mehr so konzentriert und wollten zu viel. Insgesamt ein Auftakt in die neue Saison, mit dem ich teilweise zufrieden bin. Aber wir wissen, dass wir es besser spielen können und müssen.“

EG Diez-Limburg: Stenger (Guryca) - Seifert, Wex, Naumann, Günther, Krämer, Mörschler - Gimenez, Firsanov, Lademann, Schwab, Lavallee, Reed, Hill, Grund, Luft.

Schiedsrichter: Marc Stromberg.