Die SG Selters/Erbach blickt auf eine intensive, lehrreiche und mutige Hinrunde in der Kreisoberliga zurück. Trainer Samuel Stähler zeigt sich zufrieden, ohne die Augen vor Entwicklungspotenzial zu verschließen. Während die Wintervorbereitung bereits läuft, wird deutlich: Diese Mannschaft ist noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung.
Offensiver Fußball und sichtbare Entwicklung
Mit der Hinrunde zeigt sich Samuel Stähler insgesamt sehr zufrieden – vor allem mit Blick auf das große Ganze. „Unser oberstes Ziel war es, jeden einzelnen Spieler und die Mannschaft als Einheit spielerisch weiterzuentwickeln. Das haben wir voll erreicht“, betont der Trainer. Die SG Selters/Erbach präsentierte sich dabei über weite Strecken als mutige, offensiv denkende Mannschaft, die den Weg nach vorne sucht und spielerische Lösungen findet.
Gleichzeitig verschweigt Stähler nicht, dass es auch Phasen gab, in denen sein junges Team noch Lehrgeld zahlen musste. „Es gab Spiele, in denen wir unsere Intensität nicht zu 100 Prozent auf den Platz gebracht haben und zu naiv agiert haben – da haben wir Punkte zu leicht hergeschenkt.“ Genau darin liege jedoch weiteres Entwicklungspotenzial, das in der Rückrunde ausgeschöpft werden soll.
Prinzipien, Intensität – und die Lehren aus Rückschlägen
Die sportlichen Erkenntnisse aus der Hinrunde sind für den Trainer klar umrissen: Setzt die SG Selters/Erbach ihre Prinzipien konsequent um, ist sie nur schwer zu schlagen. „Die Hinrunde hat gezeigt: Wenn wir unsere Prinzipien umsetzen und mit voller Intensität spielen, sind wir nur schwer zu schlagen“, so Stähler.
Werden diese Grundlagen jedoch vernachlässigt, wird es auch in der Kreisoberliga schnell kompliziert. Besonders lehrreich war in diesem Zusammenhang das Duell mit Oberlahn. „Da haben wir gesehen, dass mannschaftliche und individuelle Fehler im Defensivverhalten von Topteams gnadenlos bestraft werden.“ Trotz dieser Erfahrungen bleibt der Trainer seiner Linie treu: „Wir werden unserer offensiv ausgerichteten Spielphilosophie treu bleiben – das hat uns ausgezeichnet.“
Ein Sieg als Charaktertest
Ein Spiel hat sich für Samuel Stähler besonders eingebrannt: der Auswärtssieg bei der starken SG Villmar/Arfurt/Aumenau. Ein echter Charaktertest für seine Mannschaft. „Wir sind immer wieder in Rückstand geraten und mussten Leistungsträger verletzungsbedingt auswechseln“, erinnert sich der Trainer.
Doch anstatt zu hadern, zeigte die Mannschaft Moral. „Die Jungs haben immer an den Sieg geglaubt, gekämpft, gearbeitet und sich am Ende mit einem nicht unverdienten Erfolg in Aumenau belohnt.“ Für Stähler steht dieses Spiel sinnbildlich für den Zusammenhalt, den Willen und die Mentalität seines Teams.
Wintervorbereitung läuft – Fokus auf Fitness und Weiterentwicklung
Seit dem 27. Januar befindet sich die SG Selters/Erbach in der Wintervorbereitung. „Im Winter ist natürlich immer die Frage, wie sehr das Wetter den Trainingsbetrieb beeinflusst“, sagt Stähler. Unabhängig davon verfolgt das Trainerteam einen klaren Plan: Drei Testspiele stehen auf dem Programm, zudem startet die SG bereits früh mit dem Nachholspiel in Mengerskirchen wieder in den Pflichtspielbetrieb.
Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf der körperlichen Grundlage für die Rückrunde. „Wir erarbeiten uns die Fitness mit vielen intensiven Spielformen“, erklärt Stähler. Gleichzeitig wird weiter an der eigenen Spielidee gefeilt – Fitness und Spielphilosophie sollen dabei bewusst miteinander verknüpft werden.
An den Zielen hat sich seit Saisonbeginn nichts geändert. Die SG Selters/Erbach will auch in der Rückrunde im oberen Tabellenbereich mitmischen und den eingeschlagenen Entwicklungsweg konsequent fortsetzen. „Oberlahn hat sich ein kleines Punktepolster erarbeitet, dahinter sind die Teams sehr eng beieinander“, analysiert der Trainer. „Da wollen wir mit maximaler Punkteausbeute dranbleiben und den Druck hochhalten.“
Personelle Veränderungen wird es im Winter keine geben – Kontinuität statt Aktionismus. Was sich Stähler unabhängig vom Tabellenplatz wünscht, bringt er abschließend auf den Punkt: eine Mannschaft, die sich weiterentwickelt, ihre Prinzipien lebt und als Einheit weiter wächst.
