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Wenn Widerstände zusammenschweißen – der SV Wilsenroth vor einer richtungsweisenden Rückrunde

Eine Hinrunde voller Rückschläge, Verletzungen und harter Lektionen liegt hinter dem SV Wilsenroth. Doch statt Resignation hat sich ein ausgeprägter Teamgeist entwickelt, der die Mannschaft durch schwierige Wochen getragen hat. Trainer Marius Zabel spricht offen über Erkenntnisse, prägende Momente und die Lehren aus der ersten Saisonhälfte. Mit dem Start der Wintervorbereitung richtet sich der Blick nun klar nach vorn – mit einem Ziel, das allen Beteiligten bewusst ist.

 

Schwieriger Start, stabile Entwicklung

Der Start in die laufende Saison verlief für den SV Wilsenroth alles andere als nach Plan. Vier Niederlagen zum Auftakt sorgten früh für eine angespannte Situation, in der die Mannschaft schnell mit dem Rücken zur Wand stand. Besonders in zwei bis drei dieser Partien ließ die Einsatzbereitschaft aus Sicht von Trainer Marius Zabel zu wünschen übrig.

Doch die Mannschaft reagierte. Schritt für Schritt stabilisierte sich das Team, lieferte enge Spiele und investierte deutlich mehr. Zwar fehlte in dieser Phase häufig noch die nötige Kaltschnäuzigkeit, um sich für den Aufwand zu belohnen, doch im weiteren Verlauf der Hinrunde zeigte sich eine klare Entwicklung. Vor allem defensiv präsentierte sich der SV Wilsenroth zunehmend besser organisiert – und konnte gegen Ende der ersten Saisonhälfte, trotz zahlreicher Ausfälle, gegen direkte Konkurrenten wichtige Siege einfahren. Ein Umstand, der Zabel insgesamt wieder positiver stimmt.

 

Verletzungspech und Charakterstärke

Eine der prägenden Konstanten der Hinrunde war das enorme Verletzungspech. Kaum ein Wochenende verging ohne neue personelle Sorgen. Viele Rotationen waren notwendig, mehrere Leistungsträger fielen langfristig aus.

Trotz dieser widrigen Umstände war in nahezu jedem Spiel etwas möglich – ein Beleg für den starken Charakter der Mannschaft. Besonders der Zusammenhalt innerhalb des Teams hebt Zabel hervor: „Da kann man wirklich den Hut ziehen.“

Gleichzeitig wurden auch klare Ansatzpunkte für Verbesserungen sichtbar. Vor allem in der defensiven Kompaktheit sieht der Trainer noch Luft nach oben. Zu oft kassierte die Mannschaft Gegentore zu einfach, verlor nach Führung die Stabilität und musste schnelle Ausgleichstreffer hinnehmen.

 

Spiele, die in Erinnerung bleiben

An prägende Momente mangelte es in der Hinrunde nicht. Besonders herausragend war das Spiel gegen Spitzenreiter Wirbelau. Mit ohnehin dünnem Kader verlor der SV Wilsenroth innerhalb der ersten 15 Minuten zwei Spieler durch schwere Verletzungen, ein weiterer Akteur spielte trotz ausgekugeltem Finger durch.

Was folgte, war ein beeindruckender Kampf, der den enormen Teamgeist der Mannschaft widerspiegelte. Ebenso prägend waren der späte Ausgleich im Derby gegen Dorndorf sowie die aufopferungsvolle Leistung beim Auswärtssieg in Taunus, bei dem man ohne Gegentor blieb.

 

Auftakt zur Wintervorbereitung

Die Vorbereitung auf die restliche Rückrunde startet für den SV Wilsenroth wie gewohnt Ende Januar. Geplant sind durchschnittlich drei Trainingseinheiten pro Woche sowie ein Testspiel – ein Modell, das sich in den vergangenen Jahren bewährt hat.

Allerdings könnte das Wetter den Trainingsauftakt etwas verzögern. Die aktuellen Prognosen sind wenig vielversprechend, und in Wilsenroth bleibt der Schnee bekanntlich oft etwas länger liegen. Doch auch daran ist man im Verein gewöhnt.

 

Feinschliff statt Neuanfang

Taktisch sieht sich der SV Wilsenroth gut aufgestellt. Die Mannschaft ist eingespielt und verfolgt klare Muster, die über Jahre etabliert wurden. In den Vorbereitungsspielen sollen gezielt kleinere Anpassungen getestet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Fitness. Ziel ist es, eine stabile Grundlage für die restliche Saison zu schaffen – auch wenn dabei die eine oder andere schweißtreibende Einheit nicht ausbleiben wird.

 

Ziel klar definiert: Klassenerhalt

An der Zielsetzung hat sich nichts geändert. Der direkte Klassenerhalt bleibt das erklärte und klare Ziel für die Rückrunde. Die Konkurrenz ist stark, der Weg dorthin kein einfacher – doch die Mannschaft fühlt sich gut gewappnet und will alles daransetzen, dieses Ziel zu erreichen.

Nach der starken Rückrunde in der vergangenen Saison wurde zwischenzeitlich zwar auch etwas weiter nach oben geschielt, doch angesichts der vielen Ausfälle erwies sich dieser Gedanke als nicht realistisch.

 

Neue Optionen und Rückkehrer

Personell gibt es zur Rückrunde durchaus positive Signale. Mehrere angeschlagene und verletzte Spieler kehren nach der Winterpause ins Training zurück oder werden im weiteren Saisonverlauf wieder zur Verfügung stehen.

Zudem konnte sich der SV Wilsenroth mit Julian Bäcker verstärken – einem robusten Verteidiger, der nach einem Umzug ins Nachbardorf einen neuen Verein suchte. Franc Hajdari, der bereits im letzten Spiel vor der Winterpause mit der zweiten Mannschaft gegen Niedertiefenbach zum Einsatz kam, deutete dort sein Potenzial an. Mit Igor Popov stößt außerdem ein weiterer Spieler zum Team, der nach einer kurzen Fußballpause wieder angreifen möchte.