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Wichtiger Heimerfolg der Wörsdörfer-Elf

TUS Dietkirchen - SV Steinbach 2:1 (2:0)

Wollte man sich die Abstiegsränge vom Hals halten und ernsthaft im Mittelfeld zumindest für die nächste Zeit einnisten, war ein Sieg gegen den SV Steinbach, der tief auf einem Abstiegsrang sitzt, Pflicht.

Von Anfang an hatte man nicht für eine Sekunde das Gefühl, der TUS könnte das Spiel verlieren, zumindest bis weit in die zweite Halbzeit. Während der ganzen ersten Halbzeit konnte Steinbach kein eigenes Spiel gegen die auf allen Positionen hellwachen TUS Spieler aufziehen. Nachdem Zuckrigl in der 9. Minute aus 5 Metern einen Kopfball, mit der Faust von Torwart Heinrich dazwischen, an die Latte gesetzt hatte, fing Steinbach deutlich an zu schwimmen. Dann die 17. Minute: eher ein Notschuss eines Steinbacher Spielers halbhoch Richtung Torwart Heinrich, der diesen festhielt. Schiedsrichter Christian Stübing wertete dies als absichtliches Rückspiel und gab auf der Fünfmeterlinie einen indirekten Freistoß. Diesen hämmerte Kuczok nach kurzem Anspiel durch Freund und Feind hindurch ins Tor zum 1:0. Man hätte jetzt den Sack etwas schneller zumachen können. Chancen für Leukel und Schaefer waren da. So musste zwischenzeitlich Bergs in der 33. Minute einen vom auffallendsten Steinbacher Spieler Koch durchgebrachten Querschuss auf den Fünfer in letzter Not retten. Kurz darauf das verdiente 2:0 (37.). Kratz luchste im Mittelfeld einem Steinbacher Spieler den Ball ab und spielte nach kurzem Lauf den Ball sehr überlegt auf Schäfer in den 16er, der ohne Gegenwehr den Ball zum 2:0 einlochte. In der 42. wäre eigentlich alles gelaufen gewesen. Leukel auf den völlig freien Schaefer an den 5er, der an Torwart Heinrich scheiterte und mit einem Nachschuss im Liegen noch einmal (42.).

Die zweite Halbzeit, mit mehreren obskuren Entscheidungen, schien zunächst ohne weitere Spannung, bis Leukel nach Flanke von Schaefer zwei Meter vor dem Tor am Ball vorbei flog (55.). Man ahnte schon was dann kam. Steinbach witterte Morgenluft, besonders nachdem der hoch aufgeschossene Kvaca eingewechselt worden war. Dieser zog völlig unerwartet aus gut 30 Metern ab und zwang Laux zu einer seiner weit über Dietkirchen hinaus bekannten Glanzparaden (70.). In der 71. Minute dann das sehenswerte Kunststück von, aus Hamburg zurück gekehrt, Abwehrspieler Rademacher. Ein Steinbacher Spieler stand nach scharfer Hereingäbe völlig frei mit dem Ball am 5er, nur noch Rademacher hinter ihm. Diesem gelang es irgendwie noch von hinten dem Gegenspieler den Ball wegzunehmen ohne diesen Zufall zu bringen. In der 77. fand der flache Ball dann doch noch aus 30 Metern von halb rechts völlig unerwartet, weil eher harmlos aussehend, trudelnd und leicht abgefälscht, den langen Weg ins diagonal liegende Toreck zum 1:2. Nicht nur der Torschütze Kvaca war überrascht.

Dieser nahm aber dann, bereits mit Gelb belastet, in der 86. Minute endgültig selbst die Spannung aus dem Spiel, als er Gelb-Rot sah. Kvaca stand auf weiter Flur alleine bei Laux, der mit dem Ball in der Hand einen Abschlag beabsichtigte. Pfiff! Schiedsrichter Stübing ging zurück auf Kvaca zu und zeigte ihm sein zweites Gelb und dann Rot. Scheinbar ohne jeden Sinn. Anscheinend hatte Kvaca leise vor sich hin die Sekunden gezählt, die Laux den Ball in der Hand gehalten hatte. Muss man für so etwas Gelb geben? 

Vorher hatte auch schon sein temperamentvoller Trainer (!) Petr Gelb-Rot gesehen, der die Entscheidungen des Schiedsrichters teilweise zu lautstark kommentiert hatte und sich das Spiel im Weiteren von der Böschung aus angucken musste, aber immer noch in Rufweite der eigenen Mannschaft.

Die nächste und letzte Obskurität des Spieles in der 89. Minute, die Dietkirchen fast noch den letztendlich verdienten Sieg gekostet hätte. Ein TUS Spieler jagte den Ball im Mittelfeld, bedrängt, leicht unkontrolliert, schräg nach hinten hoch in die Wolken. Nachdem sich der Ball nach gefühlt einer Minute in die äußere TUS Strafraumecke absenkte, fing der hoch herabspringende Laux den Ball mit den Händen auf. Auch hier wertete der Schiedsrichter auf absichtliches Rückspiel! Nie und nimmer. Der Freistoß aus 14 Metern blieb zum Glück ohne Auswirkung. 

Für die nächste Zeit muss der TUS auf Melonie verzichten, der sich beim Aufwärmen die Achillessehne verletzt hatte und für den Böcher einsprang, dessen deutliche Erfahrung dem TUS Spiel die nötige Abgeklärtheit gab. Sieben Punkte für den TUS in den letzten drei Spielen können sich sehen lassen.

TUS Dietkirchen: Laux, Nickmann, Rademacher, Hautzel, Kratz, Leukel (67.Stahl), Zuckrigl, Schaefer, Bergs, Kuczok, Böcher (64.Dietrich).

SV Steinbach: Heinrich, Dimittrijevic (66.Kvaca), Gemming, Wiegand, Neacsu, Wittke, Bott, Milenkovski (46.Uth), Koch, Stadler, Ristevski (82.Ludwig).

Tore: 1:0 Patrick Kuczok (17.), 2:0 Jason Schaefer (38.), 2:1 Petr Kvaca (76.).

Schiedsrichter: Christian Stübing.

Zuschauer: 200.