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Wörsdörfer-Elf mit zu viel Ehrfurcht!

KSV Hessen Kassel - TUS Dietkirchen 4:0 (3:0)

Achtung: Dieser Bericht ist von einem Menschen geschrieben und nicht von einem Phrasen sammelnden Computerprogramm, das es allen recht machen will und deshalb auch keine Emotionen wecken soll.

Vorweg: Was hat der 27.November 2017 mit dem 21.09.2019 zu tun? Am Ende des Berichtes werden Sie es wissen.

Für den TUS reine Freude in Kassel in einem Bundesliga tauglichen sehr schönen Stadion zu spielen. Was ein Spaß! Die älteren Fans im Linien-Bus des TUS hätten so etwas vor Jahren für undenkbar gehalten: ein Pflichtspiel gegen einen ehemaligen Zweitbundesliga Verein, der mehrmals (!) kurz vor dem Aufstieg in die 1. Bundesliga stand. Wenn man es sich laut vorspricht (versuchen Sie es mal) wirkt es noch phantastischer!

Aber es wäre auch gelogen, wenn man die weite Fahrt nicht  gemacht hätte, um zu gewinnen. Das ist absolute Voraussetzung für einen Sieg. Der kleinste Zweifel kostet 10% Leistung. Man muss dran glauben. Der Glaube versetzt bekanntermaßen Berge. Gegen Kassel Fehlanzeige.

Ein 1.700 Seelendorf gegen ein Großstadt mit 200.000 Einwohnern. Den Etatvergleich beider Mannschaften würde niemand mehr glauben!

Leider zeigte sich aus Sicht des TUS dieser Unterschied auch sofort im Spiel. Die Ehrfurcht vor der ungewohnten Atmosphäre  (mit VIP Lounge, mit Balljungen!, einer Securityhorde, riesigen Flutlichtern und den eigenen Namen auf dem großen Stadionbildschirm) konnte der TUS fast während des gesamtem Spieles nicht ablegen.

Im diesem Spiel mindestens 10 mal gesehen: sehr langer und hoher Querpass auf rechts außen, meist zu unbedrängte Flanke in die Mitte, meist auf die 26 und dann aufs Tor. Wenn dieser Spielzug immer zum Erfolg geführt hätte, wäre auch ein 10:0 möglich gewesen ohne Torwartraubkatze Laux. Alles war beim TUS viel zu lieb, ohne Augenhöhe.

Die Tore deshalb nur in Kürze: weiter Freistoß vors Tor, Kopfball, Laux lenkte an die Latte, Ball sprang hoch zurück in den 5er, wieder Kopfball von Allmeroth zum 1:0. Kaum hatte der TUS etwas Luft geholt, setzte Kassel mit einem satten Schuss ins kurze Eck von Mogge zum 2:0 nach (26.). Ein völlig unspektakulärer Schuss von Evljuskin an der 20 Meter Marke landete im Tor (42.). Wie einfach war das denn!? 3:0. Kaum nach der Halbzeitpause spazierte Saglik völlig ohne jede Gegenwehr (wieder rechts) in aller Seelenruhe in den Strafraum bis fast an die Torauslinie, flacher Ball nach innen auf Mogge. Der schob zum 4:0 ein. Wie leicht war das denn!? Danach entschärfte Laux noch die eine oder andere Chance. Der TUS hatte während des gesamten Spieles nur in der      

61. Minute durch einen Kopfball von Zuckrigl nach Freistoß von Granja und in der 71. nach Stocherei am 5er einen winzigen Anflug von Chancen. Viel zu wenig.

Seit dem 27.11.2017 gegen Saarbrücken ist der KSV Hessen Kassel zuhause unbesiegt und so bleibt es auch. Deshalb hat dieses Datum mit dem Datum 21.09.2019 leider nichts zu tun. Die Niederlage lässt sich so etwas leichter verschmerzen. Fast zwei Jahre ist hier also kein Gegner als Sieger vom Platz gegangen.

Insgesamt ein hochverdienter Sieg für Kassel. Der TUS nahm das Spiel einfach nicht richtig an.

Vielleicht gelingt es Hadamar nächste Woche. Ein Tipp: macht hinten links dicht und stellt der 26 jemanden auf die Füße und ihr werdet gewinnen. Und ab und zu auch hinten rechts dicht machen.

Es war trotzdem ein schönes Erlebnis, das hoffentlich nächstes Jahr seine Wiederholung findet mit einem bis dahin gereiften TUS. Die TUS Spieler hätten spätestens nach 70. Minuten merken müssen, dass in Kassel auch nur mit Wasser gekocht wird.

KSV Hessen Kassel: Hartmann, Mißbach, Brill, Mogge (68.Iksal), Evljuskin, Meha (81. Bravo Sanchez), Brandner, Allmeroth, Dawid (73.Zukorlic), Saglik, Najjer.

TUS Dietkirchen: Laux, Nickmann, Niklas Schmitt (46.Stahl), Hautzel, Kratz (31.Granja), Leukel, Müller (70.Koenigstein), Zuckrigl, Schaefer, Patrick Schmitt, Bergs.

Tore: 1:0 Luis Allmeroth (8.); 2:0 Jon Mogge (26.); 3:0 Sergej Evljuskin (42.); 4:0 Jon Mogge (46.).

Schiedsrichter: Manuel Winkler (Warburg).

Zuschauer: 1150.