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Eine unglaubliche Serie von anderthalb (!) Jahren nicht verlorener Pflicht- Heimspiele geht zu Ende

TUS Dietkirchen gegen  KSV Baunatal 1:2 (1:1)

Hinweis: Dieser Bericht wurde von einem Menschen geschrieben und nicht von einem Phrasen sammelnden Computerprogramm!

Der KSV Baunatal kam mit wehenden Fahnen und einem von Anfang an etwas übermotiviert wirkenden lautstarken Auftreten der Spieler, das in der Anfangsphase etwas an frühere Winnetou Filme erinnerte, in denen Indianer unter lautem Geschrei irgendwelche weiß Gesichter angriffen.

Und so wurde es in der ersten Halbzeit ein munteres Spielchen: Blahout köpfte in der 3. Minute knapp über das Tor. In der 5. Minute macht es Schrader nach Flanke von rechts mit dem Kopf besser. 0:1. Insgesamt sammelte Baunatal sechs gelbe Karten, wobei die zweite zum Elfmeter und 1:1 führte. Laux trat wie immer mit robustem Auftreten an und drosch den Ball unhaltbar in die Maschen (17.). Insgesamt war das Spiel jetzt auf Augenhöhe und das schon so oft gesehene Umkippen des Gegners schien möglich. Patrick Schmitt konnte einen langen Freistoß von Kratz aus kurzer Entfernung mit dem Kopf nicht im Tor unterbringen (23.). Stattdessen war jetzt Baunatal wieder am Zug. Der von Blahout aus 20 Metern aus dem Rückraum abgezogene Flachschuss durch Freund und Feind hindurch wurde durch Glanzparade von Laux entschärft (38.). Wieder andere Seite: Kratz Freistoß aus 20 Metern drehte rechts an der Mauer und auch am Pfosten vorbei (40.).

In der zweiten Halbzeit ließ die Lautstärke der Baunataler Spieler deutlich nach, aber nicht Ihr Kampfwille, der angesichts des Tabellenstandes verständlich und beachtenswert war. Dietkirchen  konnte aber, wenn auch nicht ganz so überzeugend wie gewohnt, gegen halten. Es roch über weite Strecken der zweiten Halbzeit nach Unentschieden. Eine Unachtsamkeit hätte noch entscheiden können. Und so kam es dann leider aus Sicht des TUS auch. Ein langer Einwurf wurde, eher mit Hilfe eines Fouls, an die andere Strafraumseite verlängert und der eingewechselte Sattorov zog zum 1:2 Endstand ab (82.).

Nur zu loben ist auf Dauer unglaubhaft, auch deshalb kann man bemängeln, dass im Vergleich zu früheren Spielen die Summe verunglückter Abwehrbälle und Zuspielfehler, für den TUS ungewohnt, etwas zu hoch war.

Es bleibt trotzdem dabei: Der TUS spielt zurecht Hessenliga. Das Glück war heute beim Gegner. Es sei Dir erlaubt und verziehen, liebes süßes Glück, aber nur das eine Mal, fremd gegangen zu sein.

Abschließend kann man mit der eher verdienten oder auch unverdienten, wer will das wissen, Niederlage leben, wenn man auf das bis jetzt Geleistete der noch jungen Saison zurück blickt.

Trotz des Sieges ist Baunatal noch immer sage und schreibe 6 Punkte hinter dem TUS. Und wir reden hier nicht von einem Absteigerkandidaten, sondern von einer Mannschaft, die vor Wochen die 2. Bundesligamannschaft VFL Bochum im DFB Pokal am Rande einer Niederlage hatte. Und vor dem Spiel war der TUS, wenn man die Tabellen von 3. Bundesliga, Regionalliga Süd-West und Hessenliga aneinander klebt, nur 30. Plätze hinter 1860 München! Das ist doch auch schon was!

Also Kopf hoch, auch wenn mit diesem Spiel die unglaubliche Serie von seit anderthalb (!) Jahren nicht verlorener Pflicht- Heimspiele zu Ende geht. Welche unglaubliche Leistung!

So wurde für die TUS Spieler „zuhause verlieren lernen“ und „jönne könne“ gelernt.

Und der TUS freut sich auf den nächsten Samstag in Kassel mit seinem beeindruckenden Bundesliga tauglichen Stadion, wahrscheinlich aber leider vor eher leeren Rängen.

Und noch ein Wort zu den Trainern bei den anschließenden bis jetzt gehaltenen Pressekonferenzen mit dem TUS: Der faire und sachliche Ton und die messerscharfen in wenigen Worten zusammengefassten Analysen sind vorbildhaft für alle, die im Umgang mit Gegnern Nachholbedarf haben.

TUS Dietkirchen: Laux, Nickmann (90.Koenigstein),Hautzel, Kratz, Leukel, Müller, Zuckrigl, Schaefer (86.Granja), P.Schmitt, Bergs, Kuczok.

KSV Baunatal: Bielert, Künzel (46.Durak), Wolf, Üstün, Pforr, Moeller, Schrader (78.Kardovic), Blahout, Borgardt, Krengel, Szczygiel (64.Sattorov)

Tore: 0:1 Nico Schrader (5.), 1:1 Raphael Laux (17.), 1:2 Rolf Sattorov (82.).

Schiedsrichter: Patrick Haustein (Buseck).

Zuschauer: 300.