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Dietkirchen mischt weiter die Hessenliga auf - Wörsdörfer-Elf schlägt Hessen Dreieich

Thorsten Wörsdörfer kann mehr als zufrieden sein. Foto: Dominik Groß

TUS Dietkirchen - SC Hessen Dreieich 3:2 (1:0)

Das kleine unbekannte gallische Dorf tusus dietus kirchenus erwartete unter seinem Anführer wörsdörferus den Angriff der Römer aus hessensius dreius eichus jenseits des Limes, um im Spiel mit einer Lederkugel diese das Fürchten zu lehren. Diese reisten mit einem edlen Kampfwagen an. Sowas Schickes und Teures hatten die Gallier bis dahin vor ihren Dorftoren noch nie gesehen.

Der schicke Kampfwagen half dem SC wenig als bereits in der 5. Minute Schaefer aus 20 Metern satt abzog und sich der Ball rechts am Pfosten ins Netz fallen ließ. 220 zahlende Besucher staunten. In der 9. Minute zog Streker aus 20 Metern hoch auf die lange linke Torecke des TUS ab. Diese Bälle sind für die Raubkatze Laux ein Geschenk des Himmels, um bei den Zuschauern mit seiner Sprungkraft anzugeben. Über die Latte gelenkt, was sonst.

Fortan zogen sich die Gallier in Ihre Hälfte zurück und überließen den Römern den Ball über weite Strecken. Die Römer schoben den Ball ständig vor Befestigung der Gallier von einer Seite zur anderen ohne die Gallier damit zu beeindrucken. Die ließen sich nicht locken und stand fest im Sattel.

Nach der Halbzeit hielten die Gallier noch Ihr verdientes Mittagsschläfchen und Bunjaki nutze die Gelegenheit, indem er aus 16 Metern, mit mehreren direkt neben ihm zuschauenden gallischen Soldaten, den Ball zum 1:1 am rechten Pfosten unten ins Tor brachte. Totenstille beim TUS. Würden die Gallier jetzt baden gehen? Nein! Von dieser Kulturerrungenschaft halten Sie nichts. Sie spielten jetzt munter mit, gaben ihre etwas zu starke Zurückhaltung der ersten Halbzeit auf. Einwurf auf Müller an der Mittellinie, der zog seine gefürchtete Bogenlampe an den 11er auf Zuckrigl (58.). Den Rest kennt man! Zuckrigl setzte sich wie immer beeindruckend durch. 2:1. Es ging jetzt hin und her. In der 63. erhielt der Hüne Bergs gelb, weil im ohne irgendeine erkennbare Absicht und Bewegung der Ball aus kürzester Entfernung an den mit Muskeln gestählten Oberarm gejagt wurde. Das zusätzliche Geschenk des Schiedsrichters in Form eines Elfmeters verwandelte Streker souverän zum 2:2 Ausgleich (64.). Aber ein Gallier wäre kein Gallier, wenn er jetzt auf den Gedanken gekommen wäre, baden zu gehen.

Lieber sofort ein Törchen schießen! In der 64. Minute verwandelte Müller aus kürzester Entfernung, nachdem der SC den Ball einfach nicht aus der Gefahrenzone bringen konnte. Unter den Zuschauern hörte man im Raunen und Jubel das Wort „Fußballgott“. 

Nach dem Spiel zogen sich die vom Sieg der gallischen Soldaten geschockten Römer aus dem Dörfchen am Rande des Westerwaldes wieder mit ihrem schicken Kampfwagen still hinter den Limes zurück. Das glückliche Lächeln des Anführers wörsdörferus konnte man nach dem Spiel selbst aus großer Entfernung noch erkennen. Als Kampftaktik der Gallier hatte sich wieder einmal das „den Gegner in Sicherheit wiegen“ bewährt, mit noch weitgehend unbekannten Soldaten anzutreten, die sogar fast alle in der Nähe des Dorfes geboren sind. Wo gibt es das noch?

Die Römer des SC mit ihren prall gefüllten Lederbeutelchen könnten sich schlapp gelacht haben, wenn sie gehört hätten, dass die Soldaten des gallischen Dorfes, die schon fast kurz vor Rom, ähh Frankfurt, stehen, nur für die Ehre und ein paar Hühnerschenkel und mit Wasser und Bier gefüllte Krüge (die sie nach einem Sieg unter Siegesgeheul direkt leeren) spielen und die Kostenübernahme des Futters ihrer Pferde, wenn sie zum Training und Spiel galoppieren und zurück in ihre Behausungen. Selbst Ihre Kampfkleidung wird nicht jährlich erneuert, man kann sich auch durch drauf- und drübernähen behelfen. Und genau das ist noch hoffentlich lange das Erfolgsrezept des tusus dietus kirchenus. 

Die spartanische Lebensweise seiner Soldaten hat das Ziel fette Beute zu machen, aber das Fell der Bären nicht eher zu verteilen bevor sie erlegt sind. Diese Lebensweise kann magische Anziehungskraft haben und könnte vielleicht irgendwann fremde Legionäre zum Überlaufen zum tusus dietus kirchenus bewegen, da Ruhm und Ehre, spätestens wenn man in vielen Jahren im Altersheim auf sein Leben zurück blickt, mehr zählen als prall gefüllte Lederbeutelchen. Außerdem macht es keinen Spaß sich von den Soldaten dieses winzigen gallischen Dorfes verprügeln zu lassen.

Ernst genommen wird tusus dietus kirchenus dabei nicht, da alle Römer glauben, dass das Dorf schon im nächsten Jahr von selbst wieder von der Landkarte Hessens verschwindet. Mag sein, aber wenn, dann nur auf eine noch größere Landkarte. Kann aber auch sein, dass der Schreiberling des kleinen gallischen Dorfes dem Trunk des Größenwahnsinns verfallen ist und/oder auch, dass die Liebe zu dieser ungewöhnlichen gallischen Kleintruppe  tatsächlich blind machen kann.

Entschuldigung an den Opa des gallischen Soldaten Lukas Hautzel, der nicht, wie irrtümlich berichtet, in Weinbach, sondern in Wirbelau wohnt! 

Und: schön, dass Du da bist Patrick Kuczok. Du passt wunderbar in die Mannschaft, wie alle anderen Neuzugänge natürlich auch: Böcher, Koenigstein, Hölzenbein und Heibel.

TUS Dietkirchen: Laux, Nickmann, Granja(61.Stahl), Hautzel, Kratz, Müller(74.Dietrich), Zuckrigl, Schaefer (86.Koenigstein), P.Schmitt, Bergs, Kuczok.

SC Hessen Dreieich: Wroblewski, Pitas (78.Häuser), Mladenovic Amiri, Alikhil, Reljic(68.Pfeifer), Talijan, Bunjaki(80.Burcu), Streker, Lagator, Abdul.

Tore: 1:0 Jason Schaefer (5.), 1:1 Enes Bunjaci (46.), 2:1 Maximilian Zuckrigl (58.), 2:2 Denis Streker (64.), 3:2 Marco Müller (66.).

Schiedsrichter: Tobias Vogel (Flörsheim am Main).

Zuschauer: 220.