Titelbild FLW24 - Fußball Limburg-Weilburg

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TuS gewinnt auch das Derby Teil II

Die Dikkerischer gewinnen auch Teil II des Derbys. Foto: Fußballbilder Limburg/Weilburg

TuS Dietkirchen - SV Rot-Weiß Hadamar 2:1 (0:0)

Vor dem Spiel stellten sich zwei Fragen: Sind für den TUS „aller guten Dinge wirklich drei“, nachdem sie bereits das Hinspiel vor drei Wochen in Hadamar und das Pokalhalbfinale in Dietkirchen jeweils mit 1:0 gewonnen hatten?

Angelehnt an eine lange zurückliegende Vorabendsendung „Geld oder Liebe“, kann der übermächtige Gott des Geldes die für äußere Einflüsse und Krankheiten sehr anfällige zarte Göttin der Liebe und Gemeinschaft wieder einmal besiegen?

Vor beeindruckender Kulisse von 650 zahlenden Besuchern legte der TUS direkt los. Bereits nach fünf Minuten die erste Großchance für Zuckrigl, der nach einem sehr weiten Abschlag von Laux freistehend aus fünf Metern an einem der Besten im Team von Hadamar, nämlich Torwart Strauch, scheiterte.

Kurze Zeit später konnte der bekannt schnelle Rücker, von der linken Außenlinie einen langen Weg nehmend, das Reflexwunder Laux nicht überwinden. Dann in der 10. Minute ein satter Schuss des Neuzuganges Burggraf aus 20 Metern, den Laux wie gewohnt hellwach „vernichtete“. Im Weiteren sollte man bis auf sein Tor zum 0:1 in der 50. Minute nicht mehr viel vom Neuzugang sehen. Besonders neben seinem häufig bei ihm stehenden athletischen „Betreuer“ Bergs wirkte die körperliche Präsenz zu wenig überzeugend. In der 19. Minute konnte auch Leukel nach einem schönen kurzen Heber von Hautzel über die Abwehr Strauch nicht überwinden. Ein Kopfballeigentor nach Ecke wurde dem TUS wegen angeblichem, für den Zuschauer nicht erkennbar, Abseits nicht gegeben. Insgesamt gehörten die (vergebenen) Großchancen der ersten Halbzeit deutlich dem TUS.

Und dann das „alte Lied“, wenn man zu häufig nicht erfolgreich abschließen kann. In der 50. Minute ein Freistoß von Hadamar fast von der Mittellinie weit an den 5er, wo nach kurzer Weitergabe auf Burggraf dieser wie aus dem Nichts mehr oder weniger nur noch den Fuß hinhalten musste. 0:1. Irgendwie erinnerte das Ganze an das Spiel in Hadamar, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Die zweite Frage schien für den TUS auf traurige Art beantwortet. Doch das Tor half seltsamerweise mehr dem TUS. Dietkirchen drehte jetzt richtig auf, zog das Tempo an. Zwischenzeitlich hatte der auffallend beste Stürmer von Hadamar, Mirco Paul, nach einem zu kurzen Rückpass mit einem satten Schuss vom 16er aus das 0:2 auf dem Fuß, genau halbhoch auf die vor dem Körper ausgestreckten Hände von Laux. In der 58. Minute schoss der etwas zu sehr aus den Augen gelassene Leukel von halbrechts aus zehn Metern. Den von Strauch in die Mitte abgelenkten Ball konnte Schaefer im Lauf aus 16 Metern rechts unten im Tor zum umjubelten 1:1 versenken.

Der TUS gab sich damit nicht zufrieden, hielt das Tempo weiter hoch. Wieder über rechts kommend,  konnte Hadamar den Ball nicht endgültig aus der Abwehrzone bringen(67.). Der aufgerückte Nickmann, kaum vom Ball zu trennen, hob den Ball von der rechten Torauslinie auf den Goalgetter Zuckrigl, der aus kürzester Entfernung den Ball mit dem Kopf unter die Latte zum verdienten 2:1 setzte. Durch zwei Auswechselungen brachte Trainer Wörsdörfer zwei zusätzliche Abwehrspieler, um „die Bude hinten zuzunageln“. Trotzdem „gelang“ es Herdering noch in der Nachspielzeit völlig unbedrängt am linken Pfosten aus drei Metern über das dort völlig leere Tor zu köpfen und verhalf damit der Göttin (s.o.) zu ihrem verdienten Sieg.

In der anschließenden Pressekonferenz waren sich beide Trainer einig über den verdienten TUS Sieg, den Trainer Wörsdorfer besonders mit der großen Leidenschaft seiner Mannschaft begründete. Dabei konnte er sich einen schelmischen Hinweis auf die „sensationellen“ mehrmaligen „Dribblings“ seines Torwartes Laux außerhalb des Strafraumes nicht verkneifen. Trainer Stefan Kühne bemängelte das so nicht abgesprochene „auf Abseits spielen“ seiner Mannschaft und das wiederholt fehlende Eins zu eins im eigenen Strafraum. Insgesamt legte er also indirekt seine Finger in die deutlich erkennbare Wunde von Hadamar, nämlich die Abwehr. Vorher entschuldigte er sich beim TUS für seine Äußerungen nach der Heimniederlage seiner Mannschaft vor drei Wochen! Großes Kino! Wer so handelt, hat mehr Erfolg verdient. Man könnte es dem sichtlich betroffenen Trainer Kühne nach bereits drei Niederlagen in vier Spielenden gönnen. Für den TUS ist noch nichts endgültig gewonnen, aber die drei Siege über den langjährigen Hessenligisten Hadamar sind psychologisch für das Selbstbewusstsein der Mannschaft auf längere Sicht von großer Bedeutung, als Erinnerung, wenn es mal nicht mehr so rund laufen sollte.

Das Schlusswort richtet sich an den Zeitung lesenden stolzen Opa von Lukas Hautzel in Weinbach,  auch wenn sein Enkel im Spielbericht neben anderen häufig unerwähnt bleibt. (Leider ist es so, dass fast immer nur die letzten 5 Sekunden vor einem Tor Einzug in den Spielbericht halten, ohne die tollen Vorarbeiten der genauso wichtigen Mitspieler.) Lukas ist, wie alle seine Mitspieler, zuverlässig wie eine Schweizer Uhr, ein stiller Arbeiter „unter dem Herrn“, ein Fundamentstein des Erfolges, natürlich etwas übertrieben und mit einem Lächeln hoffentlich auch bei seinen Mitspielern: ohne ihn sind seine Mitspieler „Nichts“.

Dietkirchen: Laux, Nickmann, N.Schmitt, Hautzel, Kratz(85.Böcher),Leukel, Müller(61.Granja), Zuckrigl, Schaefer (88.P.Schmitt), Bergs, Kuczok.

Hadamar: Strauch, Jindra (46.Sembene), Dimter, Neugebauer, Noguchi (70.Oriana), Burggraf, Zey, Rücker, Herdering, Paul, Neugebauer (81.Gschwender).

Tore: 0:1 Leon Burggraf(50.), 1:1 Jason Schaefer (58.), 2:1 Maximilian Zuckrigl (67.).

Schiedsrichter: Daniel Velten.

Zuschauer: 650.

Fotos von Claus Coester in der Galerie.