Titelbild FLW24 - Fußball Limburg-Weilburg

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Schiedsrichter Nicklas Rau verteilte drei Ampelkarten an die Gäste aus Stadtallendorf. Foto: Dominik Groß

Kommentar zum Spiel:
TuS Dietkirchen – Eintracht Stadtallendorf 2:2 (1:2)

Zum Glück nur Seltenheitswert oder leider nur Seltenheitswert? Das ist hier die Frage. Dietkirchen erlebte am Freitagabend bei der Heimpremiere in der Hessenliga gegen den Regionalligaabsteiger TSV Eintracht Stadtallendorf ein bemerkenswertes Fußballspiel.

Der Drehbuchautor des Ereignisses vor satten 500 Besuchern war Nicklas Rau, der sicher unfreiwillig in einen unliebsamen Mittelpunkt rückte. Der Referee hatte ein ausgeprägtes Faible für den gelben Karton. Sehr frühzeitig zückte er Gelb, blieb dann allerdings in seiner Gelbsucht spendabel hüben wie drüben. Die Heimelf kam damit besser zu Rande. Drei Gästespieler erkannten die gelbe Gefahr kaum. Nach 90 Minuten hatte der Unparteiische dreimal für den letztjährigen Regionalligisten die Ampel geschaltet.

Frühzeitig waren die Gäste durch eine Unachtsamkeit und durch ein großzügiges Präsent mit 2:0 in Front gegangen. Die beiden Lapsus brachen dem Youngster-Team von Thorsten Wörsdörfer aber nicht das Genick. Moralisch gefestigt spielten sie ihren Fußball, traten bis zum Abpfiff als Team auf.

Durch einen Strafstoß kamen die Schwarz-Roten heran. Da standen noch 22 Fußballer auf dem Platz. TUS-Zerberus Raphael Laux übernahm die Verantwortung und wuchtete gegen seinen Stadtallendorfer Kollegen die Kugel in die Maschen.

Weiterhin vollzählig wurden die Seiten gewechselt. Der dreiundzwanzigste Mann rückte bald mehr und mehr in den Fokus. Im Zeittakt verlor die Gäste-Elf einen Akteur. Im Zuge der numerischen Überlegenheit spielte der Aufsteiger dann leider nicht routiniert genug. Dennoch erntete der TUS am Ende den hochverdienten Punkt: Maximilian Zuckrigl brachte in der Nachspielzeit den Ball zum 2:2 im Tor unter.

Thorsten Wörsdörfer freute sich über diesen Erfolg, wenn er auch feststellen musste, dass sein Team gerade in Überzahl nicht den geschicktesten Fußball gewählt hatte. Das wollte er sicher nicht als Kritik verstanden wissen. Er dürfte seinen Jungs in der internen Analyse bestimmt die richtigen Tipps geben. Den Zuschaern zollte er den angebrachten Respekt: „Toll, wie unser Publikum uns unterstützt hat. Es war unser 12. Mann.“ Gästetrainer Dragan Sicaja haderte in der Pressenkonferenz mit der Großzügigkeit der gelben Karten. Damit lag er nicht falsch. „Es war überhaupt kein unfaires Spiel. Die Spieler hatten untereinander überhaupt keine Probleme“, stellte er fest.

Für den besonnenen Thorsten Wörsdörfer spielte die Bewertung der Kartenflut nur eine marginale Rolle. „Wir haben nach zwei Begegnungen vier Punkte“, bilanzierte er.  Auch hier lag er richtig. Immerhin hatten seine jungen Wilden den zwei Schwergewichten Hadamar und Stadtallendorf tapfer die Stirn geboten.