Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht unmittelbar bevor – und die Erwartungen an die deutsche Nationalmannschaft könnten unterschiedlicher kaum sein. Steffen Roth blickt mit einer Mischung aus Hoffnung, Skepsis und klaren Worten auf das Turnier. Im Gespräch spricht er über die Chancen des DFB-Teams, fehlende Führungsspieler, die Entwicklung des modernen Fußballs und seine Favoriten auf den Titel.
Wenn in der kommenden Woche die 23. FIFA-Weltmeisterschaft beginnt, wird auch Steffen Roth die Spiele verfolgen – allerdings mit Einschränkungen. Besonders die Partien der deutschen Nationalmannschaft stehen für ihn im Fokus.
„Ich werde mir zumindest die Spiele der Deutschen ansehen und wahrscheinlich noch das ein oder andere Spiel“, sagt Steffen. Alle Begegnungen werde er jedoch schon aufgrund der teils ungünstigen Anstoßzeiten nicht verfolgen können. Zudem sieht er die Entwicklung des Turniers kritisch. Die Aufstockung auf 48 Mannschaften hält er für überzogen. Aus seiner Sicht hätten die bisherigen 32 Teams vollkommen ausgereicht. Für ihn wirkt die Weltmeisterschaft dadurch „völlig überfrachtet“.
Ebenso kritisch bewertet Steffen die Entscheidung, das Turnier über mehrere Länder zu verteilen. Gerade unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sei dies für ihn „die völlig falsche Entscheidung“.
Seiner Meinung nach sollten Großereignisse dieser Größenordnung möglichst in einem Land oder zumindest an wenigen Austragungsorten stattfinden. Dadurch könnten lange Reisewege für Mannschaften und Fans vermieden werden. Auch die Diskussionen rund um Nachhaltigkeit bei internationalen Sportveranstaltungen betrachtet er skeptisch. Als Beispiel nennt er die Olympischen Winterspiele und die dafür geschaffenen Sportanlagen.
„Dass Sportstätten modernisiert werden, ist absolut verständlich und nachvollziehbar“, betont er. Gleichzeitig müsse jedoch sichergestellt werden, dass diese Anlagen auch nach dem Event dauerhaft genutzt werden. Andernfalls bleibe von den Nachhaltigkeitsversprechen oft wenig übrig.
Die deutsche Nationalmannschaft im Wandel
Bei der Bewertung der deutschen Nationalmannschaft befindet sich Steffen im Zwiespalt. Einerseits habe Deutschland in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass man bei großen Turnieren mit der Mannschaft rechnen müsse. Deutschland sei schließlich traditionell eine Turniermannschaft.
Andererseits vermisst er im aktuellen Team genau jene Persönlichkeiten, die in entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen können. Darüber hinaus sieht er die Entwicklung des deutschen Fußballs insgesamt kritisch.
„Es wird zu viel taktisch gelehrt und das Kreative bleibt auf der Strecke“, erklärt er. Der moderne Fußball wirke für ihn zunehmend wie ein Spiel nach Lehrbuch oder Bauplan. Dadurch gehe die individuelle Klasse verloren, die einst viele deutsche Spieler ausgezeichnet habe.
Besonders kritisch sieht er auch Entwicklungen im Nachwuchsbereich. Für Steffen Roth gehören Gewinnen und Verlieren untrennbar zum Sport dazu. Dass bereits bei den Jüngsten teilweise auf Sieger und Verlierer verzichtet werde, hält er für den falschen Weg. Leistungssport bedeute auch, Niederlagen zu erleben und daraus zu lernen. Wer dies nicht früh genug lerne, werde später ebenfalls Schwierigkeiten haben, mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen.
Auch die Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern hält er grundsätzlich für unverzichtbar. Die erfahrenen Akteure müssten die jüngeren Spieler führen und ihnen Orientierung geben. Genau darin sieht er derzeit jedoch ein Problem. Wirkliche Führungsspieler erkennt er nur wenige. Joshua Kimmich könnte nach seiner Einschätzung eine solche Rolle übernehmen, viele weitere Kandidaten sieht er aktuell jedoch nicht.
Auch die Ausbildung junger Spieler betrachtet er kritisch. Der moderne Fußball forme aus seiner Sicht zu häufig perfekt geschulte, aber wenig charakterstarke Profis. Mit einem Augenzwinkern, aber auch deutlich kritisch formuliert, sagt er: „Wer von den Spielern redet denn in einem Interview mal Klartext?“ Viele Aussagen wirkten inzwischen austauschbar und vorhersehbar.
Chancen, Favoriten und die Stärken des DFB-Teams
Trotz aller Kritik würde es Steffen nicht überraschen, wenn Deutschland erneut für positive Schlagzeilen sorgt. Grundsätzlich sei mit einer deutschen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft immer zu rechnen.
Dennoch zählt er das DFB-Team nicht zu den Top-Favoriten auf den Titel. Dafür seien andere Nationen aktuell stärker besetzt. Sogar ein frühes Ausscheiden nach der Vorrunde hält er nicht für ausgeschlossen.
„Den Einzug ins Viertelfinale würde ich mit dieser Mannschaft schon als Erfolg ansehen“, sagt uns Steffen. Hauptgrund dafür sei erneut die aus seiner Sicht zu starke taktische Prägung des deutschen Spiels.
Als größte Konkurrenten und Titelfavoriten nennt er Brasilien, Argentinien, Frankreich, Spanien sowie England. Gleichzeitig verweist er darauf, dass es bei Weltmeisterschaften längst keine „kleinen Nationen“ mehr gebe. Überraschungen seien daher jederzeit möglich.
Die größte Stärke Deutschlands sieht Steffen Roth im Mannschaftsgefüge – vorausgesetzt, das Team tritt tatsächlich als geschlossene Einheit auf. Zudem setzt er große Hoffnungen in kreative Offensivspieler wie Jamal Musiala und Florian Wirtz.
„Ich hoffe, dass sie sich ihrer Stärken bewusst werden und den Unterschied ausmachen“, sagt er. Gerade solche Spieler müssten den Mut haben, auch einmal etwas Ungewöhnliches auf dem Platz zu versuchen.
Auf der anderen Seite erkennt er deutliche Schwächen. Vor allem fehlen ihm die großen Führungspersönlichkeiten. Spieler also, die Verantwortung übernehmen und ihre Mannschaft in schwierigen Phasen mitreißen können.
Als Beispiele nennt er Lothar Matthäus bei der WM 1990 oder Bastian Schweinsteiger beim Titelgewinn 2014. Außerdem sieht er den deutschen Kader in mehreren Bereichen nicht breit genug aufgestellt. Hinzu komme das Fehlen eines klassischen Mittelstürmers, eines „richtigen Neuners“, der seine Chancen konsequent verwertet.
Die Vorrundengruppe bewertet er grundsätzlich als machbar. Alle Gegner seien schlagbar. Dennoch warnt er davor, vermeintliche Außenseiter zu unterschätzen. Viele sogenannte Underdogs verfügen inzwischen über zahlreiche Spieler aus den Top-Ligen Europas und bringen dadurch das nötige Selbstvertrauen mit, um für Überraschungen zu sorgen.
Nagelsmann, Kaderdebatten und die Hoffnung auf eine Überraschung
Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann betrachtet Steffen differenziert. Grundsätzlich hält er ihn für einen sehr guten Trainer. Dennoch kann er die Linie des Nationaltrainers nicht immer nachvollziehen.
Besonders die jüngste Diskussion um Manuel Neuer stößt bei ihm auf Unverständnis. Neuer sei, wenn er vollständig fit sei, weiterhin einer der besten Torhüter der Welt. Gleichzeitig sei er inzwischen 40 Jahre alt, habe zuletzt immer wieder verletzungsbedingt gefehlt und seine Nationalmannschaftskarriere eigentlich bereits beendet.
„Warum muss ich dieses Fass wieder aufmachen?“, fragt sich Steffen Roth. Deutschland habe schließlich kein Torwartproblem. Für ihn schafft Nagelsmann damit unnötige Baustellen, obwohl diese gar nicht notwendig wären.
Die Nominierung des deutschen WM-Kaders entsprach für Steffen weitgehend den Erwartungen. Abgesehen von den Diskussionen um Manuel Neuer und Leroy Sané hätte er persönlich andere Entscheidungen getroffen. Stattdessen hätte er eher Spieler wie Chris Führich oder Maximilian Mittelstädt berücksichtigt.
Gleichzeitig weiß er natürlich, dass nahezu jeder Fußballfan seine eigene Vorstellung von der idealen Nationalmannschaft hat. „Wir haben ja bekanntlich rund 80 Millionen Bundestrainer“, sagt er mit einem Schmunzeln.
Entscheidend sei für ihn zudem die aktuelle Form eines Spielers. Wer nicht bei hundert Prozent sei, längere Verletzungen hinter sich habe oder kaum Spielpraxis vorweisen könne, habe bei einer Weltmeisterschaft eigentlich nichts verloren. Ausnahmen würde er nur dann machen, wenn es auf einer Position keinerlei gleichwertige Alternative gäbe. Einen solchen Fall sieht er derzeit allerdings nicht.
Trotz aller kritischen Anmerkungen blickt Steffen Roth der Weltmeisterschaft nicht pessimistisch entgegen. Vielmehr hofft er darauf, dass die deutsche Mannschaft während des Turniers wächst und sich weiterentwickelt.
„Ich hoffe, dass unser Team sich bei der WM entwickelt und einige Einschätzungen und Prognosen von mir nicht eintreten beziehungsweise dass ich mich in einigen Punkten geirrt habe“, sagt er abschließend.
Vielleicht, so seine Hoffnung, wird die Nationalmannschaft ihn am Ende eines Besseren belehren – und genau das wäre aus seiner Sicht die schönste Überraschung dieser Weltmeisterschaft.
Abseits des Fußballs: Fachkompetenz rund um Immobilien und Bauschäden
Wenn es einmal nicht um Fußball, Weltmeisterschaften oder sportliche Prognosen geht, steht Steffen Roth seinen Kunden mit derselben klaren und ehrlichen Einschätzung auch in seinem beruflichen Alltag zur Seite. Als selbstständiger Immobilien- und Bausachverständiger ist er Ansprechpartner für fundierte Immobilienbewertungen und sachverständige Einschätzungen rund um Gebäude und Immobilien.
Mit seinem Sachverständigenbüro Roth erstellt er Wertermittlungen, die methodisch korrekt aufgebaut, nachvollziehbar dokumentiert und als verlässliche Grundlage für wichtige Entscheidungen geeignet sind. Ob bei Verkauf oder Kauf einer Immobilie, im Rahmen einer Finanzierung, bei Erbschaftsangelegenheiten oder bei Fragestellungen rund um den bestehenden Immobilienbestand – Immobilienwerte haben oftmals weitreichende finanzielle und rechtliche Auswirkungen und sollten daher auf einer fachlich fundierten Bewertung basieren.
Im Mittelpunkt stehen dabei Qualität, Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Statt schneller Einschätzungen setzt Steffen Roth auf eine sachliche und professionelle Bewertung, die den jeweiligen Bewertungsanlass berücksichtigt und Eigentümern, Käufern sowie Investoren die notwendige Sicherheit für ihre Entscheidungen bietet.
Steffen Roth
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