Wenige Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft 2026 haben mehrere Titelanwärter unerwartete Dämpfer hinnehmen müssen. Frankreich verlor trotz Führung gegen die Elfenbeinküste, während Spanien gegen den Irak nicht über ein Unentschieden hinauskam. Deutlich überzeugender präsentierte sich hingegen Co-Gastgeber Mexiko, das Serbien mit einer offensivstarken Vorstellung klar besiegte.
Elfenbeinküste sorgt für Paukenschlag gegen Frankreich
Kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft hat die Elfenbeinküste ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Die Afrikaner bezwangen Frankreich in Nantes mit 2:1 und fügten einem der Mitfavoriten auf den WM-Titel eine überraschende Niederlage zu.
Dabei schien zunächst alles nach Plan für die Gastgeber zu laufen. Frankreich kontrollierte die Begegnung über weite Strecken der ersten Halbzeit und erspielte sich zahlreiche hochkarätige Chancen. Kylian Mbappé, Michael Olise und Rayan Cherki hätten die Führung bereits früher ausbauen können, vergaben jedoch mehrfach aussichtsreiche Möglichkeiten. Kurz vor dem Seitenwechsel belohnte sich Frankreich schließlich doch noch, als Cherki die Überlegenheit seiner Mannschaft in eine Führung ummünzte.
Nach der Pause änderte sich jedoch das Bild. Die Elfenbeinküste trat mutiger auf und kam durch Guéla Doué zum verdienten Ausgleich. Frankreich verlor zunehmend die Kontrolle über die Partie und musste kurz vor Schluss den entscheidenden Rückschlag hinnehmen. Amad Diallo traf in der 84. Minute zum viel umjubelten Siegtreffer und bescherte den Ivorern einen prestigeträchtigen Erfolg.
Für Deutschland ist das Ergebnis besonders interessant: Die Elfenbeinküste gehört bei der WM zur deutschen Vorrundengruppe und dürfte mit dem Erfolg gegen Frankreich zusätzliches Selbstvertrauen getankt haben.
Spanien lässt gegen Irak wichtige Impulse vermissen
Auch Europameister Spanien konnte im vorletzten WM-Test nicht überzeugen. Gegen den Irak musste sich die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente in La Coruña mit einem 1:1 begnügen.
Die Gastgeber starteten zwar dominant und gingen durch Ferran Torres früh in Führung. Doch der Irak zeigte sich effizient und nutzte seine erste nennenswerte Offensivaktion konsequent. Merchas Doski sorgte noch vor der Pause für den Ausgleich.
Im zweiten Durchgang hatte Spanien deutlich mehr Ballbesitz und bestimmte das Spielgeschehen nahezu durchgehend. Allerdings fehlte es an Tempo, Präzision und Durchschlagskraft im letzten Drittel. Zudem musste de la Fuente auf mehrere Stammkräfte verzichten, darunter Lamine Yamal, Pedri, Rodri, Nico Williams und Marc Cucurella. Trotz der spielerischen Überlegenheit gelang es „La Roja“ nicht mehr, den entscheidenden Treffer nachzulegen.
Das Remis verdeutlicht, dass auch der Weltmeister von 2010 kurz vor Turnierbeginn noch nicht seine Bestform erreicht hat.
Mexiko sendet starkes Signal vor dem WM-Auftakt
Ganz anders verlief die Generalprobe für Co-Gastgeber Mexiko. Eine Woche vor dem Eröffnungsspiel gegen Südafrika feierte die Auswahl einen überzeugenden 5:1-Erfolg gegen Serbien und sorgte damit für große Vorfreude im eigenen Land.
Dabei begann die Partie aus mexikanischer Sicht zunächst denkbar ungünstig. Petar Stanic nutzte einen Fehler in der Defensive zur serbischen Führung. Mexiko reagierte jedoch eindrucksvoll. Johan Vásquez stellte zunächst den Ausgleich her, ehe ein kurioses Eigentor von Stefan Bukinac die Gastgeber noch vor dem Pausenpfiff in Front brachte.
Nach dem Seitenwechsel dominierte Mexiko das Geschehen. Raúl Jiménez, ein weiteres Eigentor der Serben sowie Luis Chávez schraubten das Ergebnis auf 5:1 in die Höhe. Die Mannschaft präsentierte sich offensiv spielfreudig, effizient und voller Selbstvertrauen. Unter dem Jubel der Fans und begleitet von einem Feuerwerk verabschiedete sich Mexiko damit eindrucksvoll in die letzte Vorbereitungsphase vor der Heim-WM.
Schweden verpasst Sieg in letzter Sekunde
Weniger zufrieden dürfte Schweden auf die vergangenen Tage blicken. Gegen Griechenland verspielte die Mannschaft in Solna einen scheinbar sicheren Heimsieg noch in der Nachspielzeit.
Nach einem Rückstand hatten Viktor Gyökeres und Gustaf Nilsson die Begegnung gedreht und Schweden auf die Siegerstraße gebracht. Doch tief in der Nachspielzeit schlug Griechenland noch einmal zu. Georgios Masouras erzielte den späten Ausgleich zum 2:2-Endstand.
Nach der Niederlage gegen Norwegen wenige Tage zuvor offenbarte Schweden erneut defensive Schwächen und reist mit einigen Fragezeichen zur Weltmeisterschaft.
Iran mit erfolgreicher Generalprobe
Einen gelungenen Abschluss seiner WM-Vorbereitung feierte der Iran. Die Mannschaft setzte sich in Antalya unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit 2:0 gegen Mali durch.
Saeid Ezatolahi brachte das Team früh in Führung, ehe Ramin Rezaeian den Erfolg nach der Pause absicherte. Sportlich verlief die Generalprobe damit nach Wunsch. Organisatorisch bestehen allerdings weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der Einreiseformalitäten in die USA, wo die iranische Auswahl ihre Gruppenspiele austragen soll.
Hier nochmal einige Testspielergebnisse im Überblick
| Datum | Begegnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 04.06.2026 | Andorra – Liechtenstein | 2:0 |
| 04.06.2026 | Schweden – Griechenland | 2:2 |
| 04.06.2026 | Spanien – Irak | 1:1 |
| 04.06.2026 | Frankreich – Elfenbeinküste | 1:2 |
| 05.06.2026 | Tschechien – Guatemala | 3:1 |
| 05.06.2026 | Mexiko – Serbien | 5:1 |
