Am 02. Oktober 2025 veröffentlichte die SG Heringen/Mensfelden die Mitteilung, dass sich Verein und Trainer „einvernehmlich“ getrennt hätten. Diese Darstellung ist nicht korrekt. Es war keine beiderseitige Entscheidung, sondern eine einseitige Maßnahme, die ohne mein Mitwirken getroffen wurde.
Verhältnis zum Verein und zur Mannschaft
Mir ist es ein Anliegen, zu betonen, dass ich gegen niemanden im Verein etwas habe. Mit den Verantwortlichen herrschte über die gesamte Zeit hinweg ein gutes Verhältnis, mit der Mannschaft sogar ein außergewöhnlich enges und positives. Die Spieler waren fußballerisch wie menschlich eine tolle Truppe, die stets hinter mir stand und mit der die Zusammenarbeit große Freude gemacht hat.
Sportliche Situation und Kaderprobleme
Die Entscheidung ist für mich auch sportlich nicht nachvollziehbar. Nach einer ordentlichen Vorbereitung standen wir mit 13 Punkten im Tabellenmittelfeld – ein solider Wert für eine Mannschaft, deren Ziel nie ein Aufstieg war. Dass es zuletzt zu Niederlagen kam, lag maßgeblich an den besonderen Umständen: In der Urlaubszeit und durch Verletzungen stand mir nur etwa die Hälfte des eigentlichen Kreisoberliga-Kaders zur Verfügung. Ergänzt wurde der Kader durch Spieler der zweiten Mannschaft, denen ich ausdrücklich für ihren Einsatz danke. Doch es liegt auf der Hand, dass dies nicht dieselben Möglichkeiten eröffnet, wie wenn ein voller Kader zur Verfügung steht.
Hinzu kam, dass wir in dieser Phase auf drei besonders starke Gegner trafen: die SG Selters/Erbach, die TSG Oberbrechen und den TuS Dietkirchen II. Diese Konstellation war eine Herausforderung, die selbst mit optimalem Kader schwer zu bewältigen gewesen wäre. Einzig das Spiel gegen den SV Elz war aus meiner Sicht unzureichend – dafür übernehme ich die Verantwortung.
Intransparenter Ablauf
Besonders unverständlich ist für mich der Ablauf der Trennung. Eine offene Aussprache hat es nicht gegeben. Stattdessen erhielt ich am Dienstagabend telefonisch die Nachricht, dass meine Tätigkeit mit sofortiger Wirkung beendet sei. Eine Begründung oder eine Diskussion über Alternativen, etwa eine Beendigung zur Winterpause oder zum Saisonende, fand nicht statt.
Erschwerend kommt hinzu, dass mir als Anlass für die Entscheidung die Aussage eines einzelnen Spielers genannt wurde, der während nachts auf der Kirmes in Lindenholzhausen eine Sache gepostet haben soll, dass es „nicht mehr passe“. Dass auf einer solchen Grundlage eine sofortige Trennung vollzogen wird, ohne mit mir direkt zu sprechen, halte ich für höchst fragwürdig.
Darüber hinaus wurde mir im gleichen Gespräch erklärt, dass es noch keinen Nachfolger gebe. Bereits wenige Tage später präsentierte der Verein jedoch meines Wissens einen neuen Trainer. Dies zeigt, dass die Kommunikation mir gegenüber nicht der Wahrheit entsprach.
Widersprüchliche Signale
Die Entscheidung wirkt umso widersprüchlicher, da nur wenige Wochen zuvor erste Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung für die Saison 2026/27 geführt wurden. Damals wurde mir signalisiert, dass man sich eine längere Zusammenarbeit gut vorstellen könne. Vor diesem Hintergrund war die plötzliche Trennung für mich vollkommen überraschend und in keiner Weise nachvollziehbar.
Menschliche Enttäuschung und Dank an die Mannschaft
Die Vorgehensweise hat mich nicht nur sportlich, sondern auch menschlich enttäuscht. Ein respektvoller und transparenter Umgang hätte bedeutet, dass man sich zusammensetzt, ehrlich miteinander spricht und auch die Meinung der Mannschaft einbezieht. Dass dies nicht geschehen ist, bedaure ich sehr.
Trotz allem überwiegt für mich die Dankbarkeit gegenüber den Spielern. Sie haben mir ihre Rückendeckung gegeben, standen immer zu mir und haben die Zusammenarbeit positiv gestaltet. Für mich bleibt diese Zeit mit vielen guten Erinnerungen verbunden.
Für die Zukunft wünsche ich der SG Heringen/Mensfelden und ihrer Mannschaft alles Gute. Ich bin überzeugt, dass das Team – sobald der Kader wieder vollständig zur Verfügung steht – eine starke Rolle in der Kreisoberliga spielen wird. Persönliche Freundschaften, die in dieser Zeit entstanden sind, werden unabhängig von dieser Entscheidung bestehen bleiben und fortgeführt.
„Die Trennung war nicht einvernehmlich, sondern das Resultat einer einseitigen Entscheidung. Sportlich gab es keine zwingenden Gründe für einen sofortigen Schnitt, die Art der Kommunikation war enttäuschend und der Ablauf intransparent. Es war mir wichtig, dies klarzustellen, um falsche Eindrücke zu vermeiden“, so Adem Bülbül nachdrücklich.
