Anzeige

Alles auf Sieg! - Die lange Geschichte der Sportwette

(Foto: pixabay.com/de/photos/-4518188/)

Sportwetten sind heute ein riesiger Markt. Der weltweite Umsatz liegt jedes Jahr bei über 700 Milliarden Euro. Allein in Deutschland werden mit Sportwetten jährlich etwa 4 Milliarden Euro umgesetzt. Nicht jedem gefällt der Boom der Wettkultur. Dabei sind Sportwetten gar keine neuzeitliche Erfindung, sondern haben eine lange Tradition.

 

Die Antike: Wetten auf Speerwerfer und Gladiatoren

Vermutlich wird schon auf den Ausgang von Sportwettkämpfen gewettet, seit Menschen überhaupt Sport treiben. Erste Belege dafür gibt es aus dem antiken Griechenland. Dort war sportlicher Wettkampf ein wichtiger Bestandteil der Kultur. Die Olympischen Spiele sind eine Erfindung des antiken Griechenlands. Aufzeichnungen aus dem Jahr 676 vor Chr. - das Jahr der 23. Olympischen Spiele – zeigen, dass damals schon Geld auf den Ausgang von Wettkämpfen im Laufen, Diskuswerfen, Weitsprung oder Speerwerfen gesetzt wurde.
Die Olympiade wurde 393 nach Chr. durch den römischen Kaiser Theodosius offiziell verboten. Das Wetten allerdings gefiel den Römern. Und so riskierten sie ihr Geld bei Gladiatorenkämpfen oder Wagenrennen.

 

Wett-Boom in der Neuzeit

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Sport weiter. Neue Sportarten kamen auf und auch das Wetten gehörte meist dazu.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sorgte der Pedestrianismus für einen Wett-Boom. Es handelte sich um Geh- und Laufwettbewerbe, die teilweise über mehrere Tage und sehr lange Distanzen ausgetragen wurden. Rad- und Pferderennen lösten diesen Sport etwas später in Sachen Beliebtheit ab.
Insbesondere in England begeisterte man sich für das Pferderennen, das dort heute noch verbreitet ist. Der Weg zum Buchmacher gehörte selbstverständlich dazu, obwohl dessen Gewerbe damals noch illegal war. England entwickelte eine besonders ausgeprägte Wettkultur, die längst nicht nur den Sport umfasst. 1921 entwickelte sich in England auch die heute verbreitete Toto-Wette, bei der sich die Gewinnquote aus der Anzahl der Wettenden und deren Einsätzen ergibt.
Auch in anderen Ländern breitete sich die Begeisterung für Sport und für das Wetten darauf aus. In Amerika war zunächst vor allem Baseball, später auch Football, ein beliebter Wett-Sport. In Deutschland entwickelte sich mit der Zeit die Fußball-Wette zum Favoriten.
Versuche Sportwetten gesetzlich zu unterbinden, gab es dabei in vielen Ländern immer wieder. In den meisten Fällen hatte das lediglich zur Folge, dass das Wetten im Geheimen stattfand und zum lukrativen Geschäft für kriminelle Kreise wurden. Angesichts der ungebrochenen Beliebtheit wird mittlerweile in den meisten Ländern auf Spielsucht-Prävention und auf eine Regulierung des Marktes statt auf Verbote gesetzt.

 

Sportwetten im digitalen Zeitalter

Technische Entwicklungen sind auch an der Welt der Sportwetten nicht vorbeigegangen. Der Buchmacher war irgendwann nicht mehr mit dem Notizbuch auf der Straße unterwegs, sondern zog ins Wettbüro mit Computer ein. Getippt werden konnte dann auch per Telefon und schließlich über das Internet. Mittlerweile reicht vielen Wettanbietern die Onlinepräsenz. Und auch die Wettbegeisterten nutzen heute am liebsten Laptop oder Smartphone, um ihre Tipps zu platzieren.
Die neuen Möglichkeiten machen die Welt des Wettens bunter. Getippt werden kann längst nicht mehr nur auf Sieg oder Niederlage beim nächsten Spiel, sondern auf eine breite Palette von Sportereignissen und Spielverläufen.
Spannend ist auch die Frage, was die Zukunft bringen wird. Immer mehr Wettanbieter werden beispielsweise auf den E-Sport aufmerksam und auch das Wetten in virtuellen Realitäten könnte bald ein Thema sein.