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Vorstellung (Vorbericht) der EM-Gruppe A

Heute ist es so weit – die Wartezeit hat ein Ende und das Eröffnungsspiel steht heute Abend an.
Nun möchten wir Euch die Gruppe A mit den teilnehmenden Mannschaften etwas näherbringen und vorstellen.

 

GRUPPE A: Italien, Schweiz, Türkei, Wales

Schon in der ersten Gruppe ist Spannung garantiert, denn hier sind zwei bzw. drei Teams fast auf einem Niveau. Klarer Favorit auf den Gruppensieg dürfte allerdings die Mannschaft aus Italien sein.

 

ITALIEN: Klarer Favorit - wenn nichts schief läuft

Bei der letzten Europameisterschaft 2016 schaffte es die Squadra Azzurra „nur“ bis ins Viertelfinale und unterlag in einem sehr spannenden und dramatischen Elferkrimi der DFB-Auswahl. So kam es, dass dieser Stachel tief bei den Italienern saß und sie sich lange davon nicht erholen konnten. Dieses war eventuell auch der Grund, dass die Qualifikation zur WM 2018 vermasselt wurde und die Italiener nicht nach Russland fahren durften um ihr Können unter Beweis zu stellen. Das soll bei dieser EM aber anders werden. Der Kader hat eine sehr gute Qualität und ist mit namhaften Topspielern besetzt. Dazu stoßen sehr talentierte, junge Spieler und mit einem innovativen Coach, soll es nun immer weiter nach vorne gehen. Die Mischung aus jungen, aufstrebenden Spielern gepaart mit einer gewissen Routine soll die Truppe schlagkräftig machen. Man möchte sich wieder auf Augenhöhe mit den Top-Teams der Weltspitze bewegen. Die Achse wird hier von Leonardo Bonucci (in der Innenverteidigung), Jorginho (im Mittelfeld) sowie dem Angreifer mit internationaler Klasse Ciro Immobile gebildet. Zudem können sich die Italiener auf einen sehr guten Schlussmann verlassen. Mit dem 22-Jährigen Donnarumma steht ein junger, aber auch schon erfahrener Spieler im Tor, der bereits über 250 Pflichtspiele bei seinem (noch) Verein, dem AC Mailand (er wechselt nun wohl zur kommenden Spielzeit zu Paris Saint-Germain), nachweisen kann. Auf der Position im defensiven Mittelfeld dürften die Spieler Verratti und Jorginho wohl gesetzt sein. In der Offensive hat man auch einige sehr gute Spieler in den Reihen, die aber leider zu oft viele Torchancen liegen lassen. Im Defensivverbund war Italien immer schon sehr stark aufgestellt und spielte konstant mit einer hohen Disziplin. Hier werden sich einige Teams wohl die Zähne ausbeißen, denn hier konnte das Team von Roberto Mancini die italienische Bestmarke von sieben Auswärtsspielen in Folge ohne Gegentor aufstellen. Sehr beachtlich – wie wir finden !!!
Mancini setzt auch große Stücke auf junge Spieler und deren Entwicklung. Ob die Mischung hier stimmt um dieser EM den eigenen Stempel aufzudrücken, werden wir sehen. Einen ersten Eindruck erhalten wir dann heute Abend um 21 Uhr.


So spielte Italien gegen seine Gruppengegner:
 

ITALIEN

Siege

Remis

Niederlagen

    

Türkei

7

3

0

    

Schweiz

28

22

8

    

Wales

7

0

2

    

 

TÜRKEI: Mit dem alten Hasen Yilmaz und dem Ballzauberer Calhanoglu soll es klappen

Die Nationalmannschaft der Türkei erfreut sich im eigenen Land wieder großer Beliebtheit. Das war auch schon einmal ganz anders, doch die Entwicklung unter dem Coach Senol Günes, der auf die jungen Spieler setzt, kommt nicht nur gut an, sondern trägt auch immer mehr Früchte. Auf einen Leitwolf kann Günes jedoch nicht verzichten. Mit seinem 35-jährigen Goalgetter Yilmaz hat er einen absoluten Topstürmer in den Reihen. Dieser wurde erst kürzlich mit seinem Verein - dem OSC Lille – französischer Meister. Yilmaz wurde in der abgelaufenen Saison mit 16 erzielten Treffern und fünf Assists in 28 Ligaspielen zu einem der wertvollsten Spieler und war somit mitentscheidend für den Titel. Ihm zur Seite, als Pass- und Taktgeber aus dem Mittelfeld, steht der ehemalige Bundesligaspieler Hakan Calhanoglu (Karlsruhe, Hamburger SV und später Bayer Leverkusen) der seit 2017 beim AC Mailand unter Vertrag steht. Weitere talentierte und technisch gute Spieler kann das Team aufweisen. Hier scheint die Mischung zwischen Jung und Alt auch gut gelungen zu sein. Das Team wirkt deutlich abgeklärter als in den Jahren zuvor und könnte für eine kleine Überraschung sorgen, wenn . . . ja wenn da nicht die schwache Ersatzbank wäre. Sollten die Stammspieler ohne Verletzungen und Sperren durchziehen, hat man das Zeug an einem guten Tag jedem anderen Team Paroli zu bieten und mitzuhalten. Als großes Plus kann man sicherlich die große Lauf- und Zweikampfstärke nennen. Ein weiterer Schwachpunkt ist allerdings die mentale Stärke bzw. Schwäche. Gerät das Team nämlich einmal in Rückstand oder erhält ein Gegentor, fällt es der „Milli Takim“ unglaublich schwer wieder den Faden zu finden und solide weiterzuspielen.


So spielte die Türkei gegen seine Gruppengegner:
 

TÜRKEI

Siege

Remis

Niederlagen

    

Italien

0

3

7

    

Schweiz

8

3

4

    

Wales

2

1

3

 

 

SCHWEIZ: Kann die „goldene Generation“ bei der EM 2021 (2020) ihr großes Potenzial endlich abrufen?

Bespikt mit sehr namhaften Spielern aus der Bundesliga, aber auch aus den europäischen Topligen, muss man die Schweiz immer auf dem Papier haben – vielleicht nicht unbedingt für den Titel, aber auf alle Fälle für das Überstehen der Gruppenphase und auch sicherlich etwas darüber hinaus. Hier hängt vieles davon ab, wie sich das Team in der Gruppenphase präsentiert und ob man den Schwung dann in die weiteren „Finalspiele“ mitnehmen kann. Viele kennen sich bereits aus jungen Jahren, als man 2009 als U-17-Weltmeister grüßen durfte. Hier standen Spieler wie Xhaka, Ricardo Rodriguez und Haris Seferovic im Aufgebot. Zwei Jahre später stand man mit der U-21 im Finale gegen das Team aus Spanien und verlor dort mit 0:2. Mit diesen sehr guten Spielern in den eigenen Reihen, sollte schon längst mehr erreicht werden, denn mehr als 1-2 große Turniere wird man mit seinen Topspielern nicht mehr bestreiten können. Der Nati muss aber nicht bange werden, denn es rücken immer wieder junge, talentierte Spieler nach. Auf Augenhöhe mit der Türkei, dürfte man sich allerdings am Ende doch durchsetzen und den direkten Einzug ins Achtelfinale sichern. Wenn nicht, könnte man noch als einer der stärksten Drittplatzierten weiterkommen. Wenn die jungen Talente wie Embolo, Zakaria, Akanji und Elvedi konstant gute Turnierleistungen bringen und der gefährlichste Spieler und Ideengeber Shaquiri in Spiellaune ist, kann sogar sehr viel mehr als nur das Erreichen des Achtel- bzw. Viertfinale drin sein. Eine absolute Wundertüte wird uns hier präsentiert. Für Spannung ist auf jeden Fall in allen Spielen mit diesem Team gesorgt.
 

So spielte die Schweiz gegen seine Gruppengegner:
 

SCHWEIZ

Siege

Remis

Niederlagen

    

Italien

8

22

28

    

Türkei

4

3

8

    

Wales

5

0

2

 

WALES: Leider nur Außenseiterchancen trotz Gareth Bale – Unruhen im Hintergrund.

Bei der EM 2016 in Frankreich konnte das walisische Team noch glänzen und sorgte für eine absolute Überraschung, als man bis in das Halbfinale einziehen konnte und dort - dem späten Europameister aus Portugal - mit 0:2 unterlag. Lang ist es her - nun fängt man wieder von vorne an und kann sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Durch den Trainerwechsel, nach der erfolglosen WM-Qualifikation, von Chris Coleman hin zum Ex-Fußballstar von Manchester United Ryan Giggs, wurde eine Verjüngungskur in die Wege geleitet. Giggs nominierte seit Amtsbeginn mehr als 20 neue Spieler in die Nationalmannschaft. Mit Liverpools Neco Williams (20) sowie Ethan Ampadu (20) und Rhys Norrington-Davies (22) – beiden von Sheffield United - wollen wir hier nur ein paar nennen.
Dazu kommt mit Gareth Bale ein absoluter Weltklassespieler, der zuletzt bei den Tottenham Hotspurs wieder Spielpraxis erhielt. Weitere Schlüsselspieler sind der Mittelfeldspieler Joe Allen (Stoke City), Aaron Ramsey (Juventus Turin) und der ebenfalls wie Bale bei Tottenham spielende Verteidiger Ben Davies. Alle haben aber zuletzt doch eher wenig Spielzeit erhalten und mussten wegen Verletzungen pausieren. Ob es nun mit der Form bis zur EM reicht, muss man sehen.
Eine weitere Baustelle ist mit der Bekanntgabe der Anklage gegen den Trainer Giggs wegen Körperverletzung aufgegangen. Das führte dazu, dass Giggs sein Traineramt niederlegte und dieses von seinem Spannmann Rob Page weitergeführt wird. Ob die Spieler diese Sache auch aus dem Kopf bekommen oder es sie belastet bleibt eine schwierige Frage.


So spielte Wales gegen seine Gruppengegner:
 

WALES

Siege

Remis

Niederlagen

    

Italien

2

0

7

    

Schweiz

2

0

5

    

Türkei

3

1

2