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Nachgefragt - was machen die Vereine in der Zwangspause ?! - (Teil 9)

Heute präsentieren wir Euch wieder einen Einblick in den aktuellen Stand der Vereine. Hier lieferte uns mit Patrick Jahn -  ein bekanntes Gesicht der SG Selters - einige interessante Erkenntnisse.
 

FLW24: Was hat sich seit dem Lockdown im Verein/bei Euch geändert?

Patrick Jahn: In unserem Verein hat sich nichts verändert. Wir versuchen alle, bestmöglich mit dieser unbefriedigenden Situation umzugehen, und hoffen darauf, dass es nicht mehr ganz so lange dauert, bis wir wieder kicken können.

FLW24: Wie seid Ihr in die Saison 2020/21 gestartet – seid Ihr „in der Spur“ gewesen?

Patrick Jahn: Nachdem wir anfangs in der Gruppenliga etwas Lehrgeld bezahlt haben – wo aber auch zum Teil sehr viel Pech dabei war – sind wir mit unserem ersten Gruppenliga-Sieg gegen den FC Bierstadt so richtig ins Rollen gekommen. Es ist toll zu sehen, wie die Jungs im Haifischbecken Gruppenliga mitschwimmen können und sich zudem schon in kurzer Zeit weiterentwickelt haben. Vor der Unterbrechung waren wir siebenmal ungeschlagen, was für einen Aufsteiger aus dem Kreis Limburg-Weilburg schon einer Sensation gleicht. Dennoch bleiben wir demütig, denn wir haben noch nichts erreicht – außer Erfahrungen – positiv wie negativ – gesammelt.

FLW24: Wurden Eure Erwartungen erfüllt oder was lief zu Beginn (nicht so) gut?

Patrick Jahn: Wir hatten keine großen Erwartungen, denn wir wollten als Liga-Neuling alles auf uns zukommen lassen. Dennoch hat jeder im Verein vollstes Vertrauen in die Spieler. Wir wussten, egal wie es laufen wird, dass uns niemand weglaufen wird. Und in den ersten vier Spielen hat es dann Niederlagen gesetzt. Alle haben Ruhe bewahrt, denn wir wussten, dass der Knoten irgendwann platzen wird. Die Jungs waren bestens vorbereitet und wir versuchen ihnen immer möglichst viel mitzugeben.

FLW24: Was muss bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs besser bzw. kann noch verbessert werden?

Patrick Jahn: Wir können und müssen uns in fast jedem Bereich noch verbessern, vor allem im Umschaltspiel und in puncto Cleverness. Eine Ausnahme kann man aber nennen: Die Effektivität vor des Gegners Tor. Das darf gerne so bleiben, denn in den Spielen vor dem Abbruch war nahezu jeder Schuss ein Treffer.

FLW24: Wie groß waren die Bedenken/Ängste, dass es zu einem erneuten vorzeitigen Saisonabbruch kommt?

Patrick Jahn: Vielleicht war ich ein bisschen naiv, denn ich bin nicht davon ausgegangen, dass uns noch einmal ein Abbruch bevorsteht. Je mehr wir uns aber dem Oktober genähert haben, desto mehr wurde klar, was passieren würde.

FLW24: Wie seid Ihr als Verein/Mannschaft mit diesem vorzeitigen Abbruch umgegangen?

Patrick Jahn: Auf der einen Seite war der Abbruch Segen, zugleich aber auch Fluch in einem. Welche Mannschaft lässt sich schon gerne in einer sieben Spiele andauernden Erfolgsserie bremsen?! Andererseits haben die vielen englischen Wochen auch ihren Tribut gezollt. Vor allem beim letzten Spiel in Niederhöchstadt hat man den Jungs angemerkt, dass trotz eines Last-Minute-Tores zum 3:3 nicht einmal mehr die Kraft zur Freude da war. Auch ich habe gemerkt, dass ich mental an Körnern verliere. Ich glaube für meinen Partner Moritz Steul, der ja auch noch auf dem Feld Vollgas geben muss, war das noch einmal eine Nummer härter.

FLW24: Wie halten sich die Spieler aber auch die Trainer in dieser Coronazeit – ohne Fußball und das gemeinsame Training – fit? Gibt es hier Hausaufgaben für die Spieler als Individualtraining, gibt es einen allgemeinen Trainingsplan mit an die Hand oder wie kann man sich das bei Euch vorstellen?

Patrick Jahn: Ich war mir mit Moritz bei dieser Angelegenheit schnell einig. Wir haben den Spielern gesagt, dass sie erst einmal die Beine hochlegen sollen. Zudem haben wir auch wenig Kontakt gehabt, weil wir der Meinung waren, dass das allen guttut, wenn man auch mal ein bisschen Abstand hält. Von individuellen Trainingsplänen halten wir nichts. Wir vertrauen unseren Spielern und wissen, dass sie sich ohnehin fit halten. Wenn der Ernstfall dann losgeht, werden wir natürlich alles dafür tun, wieder alle auf ein gutes Level zu bekommen.

FLW24: Wie ist Eure Einschätzung wie es mit der Saison 2020/21 weitergeht und wie sieht der Fußball in den nächsten Jahren Eurer Meinung nach aus? Wird es sowas nun immer mal wieder geben oder sind wir zum Jahresende hin alle immun und es geht so „normal“ weiter wie wir es bisher auch kannten?

Patrick Jahn: Ich denke und hoffe, dass zumindest die Hinrunde noch zu Ende gespielt werden kann und die Saison dann „ganz normal“ gewertet wird. Denn dann wäre unsere Chance auf den Ligaerhalt nicht unbedingt kleiner.
Nachdem ich meine erste Pandemie durchlebe, kann ich nur hoffen, dass uns so etwas in Zukunft erspart bleibt. Aber erst einmal muss das Thema in normale Bahnen geraten, wovon ich uns alle schon noch ein Stückchen entfernt sehe. Ich bin auch realistisch genug, um zu wissen, dass das vermutlich nicht das letzte Mal sein wird. Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich zuletzt.

FLW24: Gibt es Zugänge/Abgänge zu verzeichnen?

Patrick Jahn: Nein, unser Kader bleibt nach aktuellem Stand – zumindest bis zum Saisonende – so zusammen.

FLW24: Was habt Ihr persönlich daraus gelernt oder was hat es mich Euch gemacht? Gibt es gravierende Veränderungen die ihr aber nun beibehalten wollt (bewusster leben oder mehr in die Natur gehen usw.)?

Patrick Jahn: Kein Kommentar.  :-)


Wir bedanken uns bei Patrick Jahn für den Einklick in das aktuelle Vereinsleben der SG Selters und wünschen Ihm sowie allen Sportlern der SG viel Gesundheit und weiterhin alles Gute.