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Aussetzung der Hessenliga – Ist die Amateursaison 2020/21 zum Scheitern verurteilt?

Was viele Experten schon vermutet hatten, wurde Ende Oktober zur Realität. Wegen des rasanten Anstiegs der Zahlen von Coronainfizierten erließ die Regierung neue Regelungen, die in der Öffentlichkeit als „Lockdown light“ zusammengefasst werden. Die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus sehen unter anderen vor, dass Restaurants keine Gäste mehr Empfangen dürfen, touristische Übernachtungen verboten sind, sich in der Öffentlichkeit nur noch maximal 10 Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen und sämtliche Freizeiteinrichtungen schließen müssen.

Neben den neuen Regelungen für das öffentliche Leben wurde zudem erlassen, dass die Stadien der Fußballbundesliga im November keine Fans einlassen dürfen und der Amateursport komplett eingestellt wird. Letztere trifft viele Bundesbürger schwer. Viele Menschen treiben Sport, um einen Ausgleich zum stressigen Alltag zu schaffen, sich mit Freunden zu treffen und einfach „eine gute Zeit zu haben“. Egal ob Hobbytischtennismannschaft oder Fußballverein aus der vierten Liga – Allen Akteuren ist es im November untersagt, gemeinsam auf dem Platz oder in der Halle zu trainieren.

Der erneute Lockdown, der als eine Art Wellenbrecher für die rasant ansteigende Kurve der positiv auf Corona getesteten Bundesbürger dienen und die Nachverfolgung der Infektionswege wieder ermöglichen soll, sorgt nicht nur für Enttäuschung bei allen Amateursportlern, sondern setzt auch die Sportverbände unter hohen Druck.

Noch Ende Oktober, kurz nach der Bekanntgabe der neuen Maßnahmen durch die Bundeskanzlerin, nahm der Hessische Fußballverband Stellung. In einer offiziellen Erklärung bestätigte der HVH, dass der komplette Spielbetrieb aller Ligen, die dem Verband unterstehen, mit sofortiger Wirkung und bis mindestens 31. Dezember eingestellt wird. Besonders die Fußballer der Hessenliga, der obersten Liga im Bundesland, trifft diese Entscheidung hart. Viele der Fußballer trainieren sehr hart mit der Hoffnung, in die Regionalliga aufzusteigen und somit dem Schritt zum Profifußball sehr nahezukommen. Die 3. Liga und somit der Profifußball ist nur 2 Aufsteige entfernt. Besonders die Teams, die hofften, um den Aufstieg zu kämpfen, können diese Ambitionen wohl für diese Saison begraben. Eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist alles andere als gesichert.

Da Experten vermuten, dass durch die neuen Maßnahmen die Zahlen der Coronapatienten deutlich zurückgehen werden, sorgt der Lockdown wohl nur für eine kurze Verschnaufpause. Werden die neuen Regelungen im Dezember gelockert, ist damit zu rechnen, dass das Infektionsgeschehen Anfang nächsten Jahres wieder Fahrt aufnimmt und erneut ähnliche Maßnahmen notwendig werden. Dies würde wohl ein Abbruch der Saison in den meisten Amateursportarten zur Folge haben.

Da wir noch Monate, wenn nicht Jahre mit Einschränkungen wegen Corona zu rechnen haben, gilt es unter Experten als unwahrscheinlich, dass die Amateursaison 2020/21 abgeschlossen werden kann. Vielmehr ist es zur Vermeidung von Unsicherheiten und zum Schutz der Aktiven geraten, bei einer schlechten Entwicklung des Infektionsgeschehens in den Monaten Dezember und Januar die Saison komplett abzusagen.