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25.06.2018
Kategorie: Aktuelles, TopNews
Von: Timm Henecker

“You can win the game, we´ll win the World Cup”

flw24 & friends bei der WM in Moskau

Zu Gast bei der Fußball-WM in Moskau: Dominik Groß, Christian Hafeneger, Björn Schmid und Timm Henecker (von links)

Eines vorweg: Das Spiel gegen Mexiko war nix, die Reise aber ansonsten ein Knaller! Unser dreitägiges Moskau-Abenteuer, nennen wir es mal den flw24 & friends-Trip, bestehend aus Dominik, Timm, Björn und Christian, verdanken wir der FIFA-Lotterie, die uns Ende Februar vier Karten für das erste Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko zugelost hatte.

Zunächst nach Düsseldorf

Samstagsmorgens war es dann soweit. Am Abflugort Düsseldorf angekommen (von dort waren die Flüge wesentlich günstiger als von Frankfurt), ging es erstmal ans belebte Rhein-Ufer, um sich bei Schnitzel und Altbier das Frankreich-Spiel anzuschauen und für die weitere Reise zu stärken. Im Anschluss liefen wir in der Düsseldorfer Altstadt dem FC Dorndorf über den Weg, der dort den erfolgreichen Abschluss seiner Saison mit Zwei-Nichtabstiegen gebührend begoss. Selbstverständlich hielten wir kurz bei den Jungs für einen kurzen Schnack samt Schnellbier, um uns dann weiter zum Flughafen zu machen. Dort sollte es dann mit einstündiger Verspätung mit der russischen Fluggesellschaft Aeroflot in Richtung Moskau gehen. Die Verspätung wurde natürlich mit der Fußall-WM überbrückt, schließlich war ja das ungleiche Kräftemessen der isländischen Wikinger mit den Ballartisten aus Argentinien angesagt. Als der isländische Torhüter mit dem bezeichnenden Namen Hannes Halldórsson den Elfmeter von Superstar Messi hielt, war schon am Flughafen kein Halten mehr und die Stimmung der wartenden WM-Fahrer bestens.

Die Taxifahrt und das Hostel

Einige Stunden später nach entspanntem Flug in der russischen Hauptstadt Moskau angekommen (Ortszeit 23h), erwartete uns ein zuvor per WhatsApp organisierter armenischer Taxifahrer samt Willkommensschild und brachte uns in seiner schicken Kiste, dessen Fabrikat wir bis heute nicht herausgefunden haben, in die Moskauer Innenstadt zu unserer „schillernden“ Unterkunft. Die Taxi-Fahrt verlief etwas gewöhnungsbedürftig, da der kein-Wort-Englisch-sprechende-Fahrer uns stets mit einer Hand am Lenkrad und der anderen Hand am Handy – um uns über Google Translate die Stadt und deren Möglichkeiten zu erklären – im Slalom-Zick-Zack-Kurs durch Moskau chauffierte. Die abenteuerliche Taxifahrt endete 3.000 Rubel ärmer nach 45 Minuten in einem Hinterhof eines kommunistischen Prachtbaus. „Wow, hier wohnen wir also“.

Der Eindruck sollte dann aber etwas täuschen, denn unsere Unterkunft, das Apple Hostel, war lediglich im vierten Stock angesiedelt und fiel recht klein aus, dennoch sollte es abgesehen von der spartanischen Ausstattung, der Mini-Zimmer, der kotzenden Schweden im Gemeinschafts-Bad und der äußerst klapprigen Hochbetten einige Vorteile mit sich bringen, so etwa die super zentrale Lage (fußläufig zum Roten Platz) inmitten der russischen Metropole sowie die zahlreichen Ausgehmöglichkeiten in den umliegenden Straßenzügen. Diese sollten von uns auch gleich nach dem Bezug des Zimmers genutzt werden, schließlich war es gerade Samstagnacht 0 Uhr und die russische Hauptstadt voller ausgehfreudiger WM-Touristen. Nach ein paar kühlen und sehr leckeren Gerstensäften „Nastrowje“  im naheliegenden georgischen Pub (mit Shakira in Endlos-Schleife) war für uns der erste WM-Tag dann aber beendet, schließlich stand ja am nächsten Tag das Deutschland-Spiel auf dem Programm.

Der Matchday

Bereit für den großen Tag waren wir - die einzigen Deutschen im Hostel - am nächsten Morgen als Erste wach. Nach dem mühsamen Klettern über die in den Gängen und auf den Sofas herumliegenden anderen Hostel-Gäste aus aller Welt (Grüße auch an „Mo“ aus Saudi-Arabien), ging es dann nach gutem Frühstück und bei herrlichem Wetter (28 Grad und Sonnenschein) zum Sightseeing in die Stadt. Und man muss sagen: Moskau ist wirklich ein Brett! Das GUM, der Rote Platz, das Bolschoi-Theater oder die Basilius-Kathedrale sind schon echte Hingucker und verleiten zu ausgiebigen Selfie-Shootings. Zu unserer Überraschung wurden wir dabei selbst ständig angesprochen und es wurden Fotos von und mit uns verlangt. Dass flw24 über die Kreisgrenzen hinaus bekannt ist, wussten wir ja, aber so weit? Vielleicht lag es aber auch eher daran, dass wir vier allesamt mit unterschiedlichen Deutschland-Trikots unterwegs waren und die deutsche Nationalmannschaft (zumindest vor dem Spiel gegen Mexiko) hohes Ansehen auf dem Globus, vor allem bei asiatischen Fans, genießt. Nach etwa 50 Gruppenfotos mit Fans aus aller Welt war uns der Rummel dann genug und wir verfolgten unseren Rundgang entlang der Moskwa weiter. An dem Tag sollten wir laut Handy-App geschlagene 27.500 Schritte und über 20 km zu Fuß zurücklegen (und nein, die Hälfte ging nicht fürs Bier holen drauf, ... höchstens ein Viertel;-)).

Nach dem Sightseeing ist vor dem Fan-Fest

Schließlich erreichten wir gegen 13h das Fan-Fest rund um das Moskauer Rathaus. Im Nachhinein betrachtet sicherlich eines der bemerkenswertesten Etappen unseres Russland-Trips. Mit toller Musik, gegrilltem Fleischgeruch und interessanten Fans aus aller Welt wurde hier ein absolut friedliches und buntes Fest unter der russischen Sommersonne gefeiert. Ob Fotos mit „Muli“ aus dem Senegal,  Whisky mit israelischen Argentinien-Fans, Tanzeinlagen mit Kolumbianern oder lustige Gespräche mit verkaterten Isländern – diese Stunden waren WM-Feeling pur und zeigten ausnahmslos das, wofür eine Fußball-WM abseits der ganzen Kommerzialisierung steht: nämlich für Völkerverständigung und friedliches Miteinander! „Ja, wir sind bei der WM angekommen.“  Die meisten Fans kamen aber auch hier schon – und das sollte im Stadion nicht anders sein – aus Mexiko, dem Land unseres ersten Gruppengegners. Teils mit der ganzen Familie, teils in großen Reisegruppen waren die fröhlichen Mexikaner in Scharen in Moskau unterwegs und sorgten mit ihrer geselligen und stets einladenden Art für beste Laune.

 

Ab ins Luzhniki-Stadion

Mit tollen Begegnungen und interessanten Gesprächen im Gepäck ging es nach dem Fan-Fest mit der U-Bahn zum Spielort, dem 81.000 Zuschauer fassenden Luzhniki Stadion, welches zugleich auch der Endspiel-Ort dieser WM sein wird. In der U-Bahn waren wir gefühlte 100 Deutsche und 5000 Mexikaner – eine ähnliche Relation sollte es später im Stadion auch sein. Die Fangesänge, die wir stets anstimmten (da lassen wir uns keinen Vorwurf machen, wir haben es probiert), wurden im Keim erstickt und von den sangesfreudigen Mexikanern gekontert. Die Stimmung war dabei prächtig und absolut friedlich. Vor dem Stadion das gleiche Bild – Deutsche und Mexikaner tanzten, sangen und verbrüderten sich zu Mariachi-Klängen und erlebten einfach eine gute Zeit. Geleitet von dieser grandiosen Stimmung im Vorfeld des Spiels ließen wir uns in unserem jugendlichen Leichtsinn dann tatsächlich auf einen Deal ein, den wir heute weiterhin unterschreiben würden, damals aber nicht wirklich so ernst genommen hatten. „Okay, you Mexicans can win this game, but we will win the World Cup“. Mit diesem Szenario zeigten sich alle – Deutsche wie Mexikaner - einverstanden. Dass der erste Teil dann so in Erfüllung gehen sollte, darauf waren wir allerdings nicht wirklich vorbereitet.

 

Das Spiel gegen Mexico

Nun ging es also ins Stadion mitsamt mehreren Kontrollen von Fan-ID und Tickets. Vor uns musste sich auch ein gewisser Lothar Matthäus durch die Kontrollen zwängen – leider verschwand er bevor wir ihn für ein flw24-Statement interviewen konnten in den Menschenmassen. Noch in bester Hoffnung auf ein gutes Spiel der deutschen Nationalmannschaft gingen wir in das fantastische Luzhniki-Stadion, das eine einzigartige Mischung aus historischem Bau und Moderne darstellt. Die Außenfassade, ähnlich wie das Berliner Olympiastadion, ein Zeuge vergangener Tage und das Innere ein modernes und Zuschauer-freundliches Stadion mit toller Atmosphäre (an diesem Tag vor allem von den zahlreichen mexikanischen Anhängern geprägt).

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Deutschland mit einer unterirdischen ersten Halbzeit, einer etwas verbesserten zweiten Hälfte, aber letztendlich mit einer verdienten Niederlage gegen aufopferungsvollkämpfende Mexikaner. Als diese in der verhängnisvollen 37. Minute das goldene Tor des Tages erzielen sollten, glich dies im Stadion der Lautstärke eines startenden Jumbojets - die Mexikaner konnten ihr Glück kaum fassen. Nun ja, es hatte eben nicht sollen sein,  so verließen wir nach Abpfiff enttäuscht das Stadion, und wurden umgehend von der internationale Presse  abgefangen. „Sieht man uns denn an, dass wir auch Sportjournalisten (in etwas kleinerem Ausmaß) sind?“. Mit nüchternen Analysen im besten Schulenglisch lieferten wir den chinesischen und mittelamerikanischen Sendern Erklärungen für das gerade Geschehene ab und fuhren im Anschluss mit der Metro wieder zurück ins City-Zentrum.

Abends in der Stadt

Dort angekommen schien es so, als ob ganz Moskau auf den Beinen war. Menschen ohne Ende! Normales „gehen“ war schier unmöglich. Wir suchten uns ein kleines Restaurant, um das Brasilien-Spiel zu schauen. Nach ein paar tröstenden Pivos (russisch für Bier) und etwas Essbarem zwischen den Kiemen war unsere Stimmung dann auch schnell wieder besser und wir erfreuten uns an den verrückten Gestalten aus aller Welt, die unsere Wege kreuzten. Schließlich kehrten wir wieder bei unserem Georgier-Pub mit der Shakira-Mucke ein und genossen mit einigen schrägen Einheimischen (einer trug nur Socken und Boxer-Shorts???) und vielen internationalen Besuchern den lauen WM-Sommerabend in Moskau. Trotz der Niederlage des deutschen Teams wird uns diese Reise schon allein aufgrund der unzähligen Erlebnisse mit Menschen aus verschiedensten Kulturkreisen sicherlich immer in Erinnerung bleiben.

Im U-Bahn-Labyrinth

Am nächsten Morgen stand dann die Heimreise an.  Am Flughafen trafen wir DFL-Präsident Rainhard Rauball und plauderten mit ihm noch ein wenig über das Spiel, der unsere Ansicht zum Spiel teilte. „Das war viel zu wenig, da muss mehr kommen!“. Zu erwähnen wäre noch die russische U-Bahn, die mit ihren Marmor-Pflasterung und pompösen Säulen äußerst sehenswert ist. Zudem sind die Metro-Stationen so sauber, dass man problemlos vom Boden essen könnte – beeindruckend! Auch die enormen Sicherheitsvorkehrungen seien hier nochmal geschildert, so werden bereits beim Eingang zur U-Bahn und zu weiteren Bahnhöfen alle Tasche und Gepäckstücke gescannt. Nicht so gut ist allerdings die wenig internationale Beschilderung in meist kyrillischer Schrift, die uns bei der Fahrt zum Flughafen die eine oder andere Rätselfalte auf die Stirn zeichnen sollte. Aber auch dieses Problem ließ sich letztendlich lösen. Mit zahlreichen deutschen Anhängern, die am Tag nach dem Spiel aufgrund der tollen WM-Eindrücke auch wieder besser gelaunt waren, ging es dann zum Heimflug nach Düsseldorf.

 

Ein grandioser Trip

Ein alles in allem – abgesehen vom Ergebnis – überragender Trip nach Moskau. Auch die Niederlage der DFB-Elf war für uns schnell abgehakt, da wir wirklich tolle Tage in einer fremden Kultur mit spannenden Erfahrungen und interessanten Menschen erleben durften. Das friedliche und vielseitige Fan-Fest und die tolle WM-Stimmung werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Nach Moskau kommt man nicht alle Tage - die Stadt hat sich herausgeputzt und die Russen waren trotz nichtvorhandener Englischkenntnisse meist sehr freundlich und hilfsbereit. Bleibt zu hoffen, dass auch der zweite Teil unseres Deals mit den Mexikaner in Erfüllung geht und so alle zufrieden auf diese WM zurückblicken können.

Greets, Euer flw24-Team (& friends)