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31.08.2018
Kategorie: Aktuelles, flw24 intern
Von: flw24 Redaktion

Wir appellieren!

Ein Kommentar zum Ende der Wechselfrist am 31.08. und anderen Auffälligkeiten

Foto: Thorsten Wagner

Am 31. August schließt das Sommertransferfenster endgültig. Bis zu diesem Tag konnte man Spieler noch mit Amateurvertrag von ihrem bisherigen Verein loseisen - was immer wieder für Unmut und Kopfschütteln sorgt. Auch in der flw24-Redaktion schütteln wir ob mancher Ereignisse nur den Kopf und möchten heute einen Appell loswerden.

Ein Wort ist ein Wort – so galt es früher. Wenn Spieler zu einem Verein gewechselt sind, blieb er zumindest ein halbes Jahr dort bis zur nächsten Wechselperiode. Das geschah vielleicht auch nicht immer freiwillig, aber eine „Fluchtmöglichkeit“ gab es nicht. Heute gibt es die schon: in Form eines Amateurvertrags.

So wechselt Robin Reifenberg, gerade erst „schweren Herzens“ von der TSG Oberbrechen zum SV Rot-Weiß Hadamar gewechselt, per Amateurvertrag nach Dorndorf, Jura Gros will doch nicht bei der SG Kirberg/Ohren/Nauheim spielen und wechselt per Amateurvertrag zum TuS Koblenz. Letztes Jahr war es David Röhrig, der es sich nach wenigen Wochen beim TuS Dehrn anders überlegte und, mit einem Amateurvertrag ausgestattet, zur Spielvereinigung Wirges weiterzog. Ein weiteres Beispiel aus einem anderen Fußballkreis ist Mike de Souza, der den Tus Hahn letztes Jahr mit Amateurvertrag Richtung Hellas Schierstein verließ. Ganz aktuell kommt die Info rein, dass Florian Kröner auf den letzten Drücker die Eisbachtaler Sportfreunde verlässt und mit Amateurvertrag zu Rot-Weiß Hadamar wechselt. Diese Zeilen haben wir schon vor dieser Meldung verfasst.

Der spontane Weggang starker Spieler hinterlässt eine nicht zu füllende Lücke

Die Folgen dieser Wechsel? Der TuS Dehrn und der TuS Hahn stiegen sang- und klanglos in ihren Ligen ab, die SG Kirberg/Ohren/Nauheim ist aktuell Tabellenletzter in der Gruppenliga Wiesbaden. All das wäre vielleicht auch mit den genannten Spielern in ihren Reihen passiert, was jedoch unwahrscheinlich ist.

Um eins klarzustellen: Uns geht es nicht darum, einzelne Spieler an den Pranger zu stellen, sondern die gesamte Entwicklung zu hinterfragen. Wenn ich einem Verein mein Wort gegeben habe, dann muss ich mir und dem Verein doch zumindest ein halbes Jahr Zeit geben, oder? Und vor allen Dingen ein halbes Jahr Planungssicherheit. Denn der Verein verlässt sich darauf, dass er mit den sportlichen Leistungen des Spielers planen kann und der Spieler verlässt sich ebenfalls darauf, dass die ihm gemachten Zusagen (sei es Geld, ein Job, eine Wohnung oder ein Auto) eingehalten werden.

Oft gilt heute ein Wort nicht mehr allzu viel – auch weil Spieler am langen Hebel sitzen und immer wieder einen Verein finden, der das Spiel mitmacht. Jeder ist sich selbst der Nächste, so scheint das Motto der Vereine zu sein. Habe ich bis in den August hinein keinen Kader zusammen, mit dem ich während der Saison arbeiten kann, habe ich in der Vorbereitung der Saison anscheinend etwas verkehrt gemacht. Dies dann dadurch zu lösen, auf den letzten Drücker Spieler anderer Vereine abzuwerben, die ihren Job ordentlich gemacht haben, ist nicht die feine englische Art.

Die Medaille hat immer zwei Seiten

Anderes Thema: Vor kurzem hätten wir uns bspw. einen kurzen Bericht seitens der FSG Dauborn/Neesbach zu der Spielabsage gegen die SG Villmar/Aumenau gewünscht. So bleibt der Facebook-Kommentar eines Villmarer Spielers, in dem er angibt, dass von Seiten der SG mehrere Vorschläge für Ausweichtermine gemacht worden seien, die FSG diese jedoch alle abgelehnt hätte, die einzige Information zu der Sache. Problem: Der Kommentar des Spielers bekommt bei Facebook über 60 Likes und die FSG Dauborn/Neesbach steht als Übeltäter da – ohne dass irgendjemand die andere Seite gehört/gelesen hat. Leider wird oft geurteilt, nachdem man sich nur eine Seite angehört hat. Hier wünschen wir uns für die Zukunft: Erst beide Seiten anhören, dann eine Meinung bilden. Erfahrungsgemäß haben alle Beteiligten ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge und meistens, subjektiv gesehen, gute Gründe für ihr Verhalten und ihre Entscheidungen. In diesem Fall natürlich auch die Bitte an die FSG Dauborn/Neesbach: Vielleicht wolltet ihr kein weiteres Öl ins Feuer gießen, aber eine differenzierte Meinung kann man sich eben nur bilden, wenn beide Seiten ihre Sichtweise darlegen.

Selbstkritik oder Gegnerlob statt Schirischelte

Eine letzte Sache noch: Immer wieder fällt uns auf, dass in Spielberichten Sätze fallen „Der Schiedsrichter erwischte keinen guten Tag“ oder „Der Schiedsrichter war der schwächste Mann auf dem Platz“. Hierzu folgende Bitte an die Verfasser der Spielberichte: Versetzt euch einfach mal in die Lage des Schiedsrichters. Wie findet er es wohl, am nächsten Tag im Spielbericht so etwas über sich zu lesen? Was denken alle anderen, die den Bericht lesen, über den Schiedsrichter? Haben die Spieler nicht vielleicht noch viel mehr Fehler gemacht? Glaubt ihr nicht, dass auch ein Schiedsrichter auf den Platz geht, um seine bestmögliche Leistung zu bringen? Und war das Tor vielleicht gar kein Abseits, sondern nur aus eurer Perspektive? Und war der Elfmeter statt einer „klaren Fehlentscheidung“ vielleicht ein Elfmeter, den man nicht geben muss, aber geben kann? Im Zweifel ist mindestens die unterlegene Mannschaft, wenn nicht sogar beide Teams unzufrieden mit dem Schiedsrichter. Dass beide Teams den Schiedsrichter loben, kommt wohl fast nie vor – keine schöne Aussicht für einen Schiedsrichter und trotzdem findet sich (noch) jeden Sonntag jemand, der das Spiel leitet. Lange Rede, kurzer Sinn: Bitte überlegt zweimal, ob eine (vermeintlich) schwache Schiedsrichterleistung erwähnt werden sollte oder ob man nicht vielmehr entweder selbstkritisch bezüglich der eigenen Leistung sein oder einfach mal die Leistung des Gegners anerkennen sollte. Darüber würden wir uns freuen.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf den Amateurfußball, den wir alle so sehr lieben!
Konzentrieren wir uns auf den Fußball, praktizieren wir mehr Mit- statt Gegeneinander, stehen wir zu unseren Worten und Werten und sehen wir die anderen Teams und vor allen Dingen die Schiedsrichter weniger als „Feinde“ als vielmehr als sportliche Gegner und wichtige Bestandteile des Spiels.