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06.12.2017
Kategorie: Aktuelles
Von: flw24

Die Torlinientechnik ist nach wie vor nicht jedermanns Freund


War der Ball drin? Dank der Torlinientechnik im Profibereich kann man diese Frage genau beantworten.

Die Einführung der Torlinientechnik in den (Profi)Fußball hat bereits vor Jahren begonnen, dennoch ist die "technische Hilfe" nicht überall gern gesehen. Neben vielen europäischen Top Ligen hat auch die UEFA und die FIFA lange Zeit gebraucht um sich mit der Torlinientechnik anzufreunden.

War der Ball drin oder nicht? Diese Frage stellen sich Fußballfans weltweit in regelmäßigen Abständen. Während es in der Vergangenheit dafür häufig keine genaue Antworten gab, hat sich dies mit der Einführung der Torlinientechnik vor knapp vier Jahren sichtlich verändert. Dank der "technischen Unterstützung" ist es mittlerweile problemlos möglich zu entscheiden, ob ein Ball hinter der Torlinie war oder nicht. Kurioserweise ist die Torlinientechnik nicht überall gern gesehen, teilweise auch nicht in den europäischen Top-Ligen.

Vom Wembley-Tor bis zum Hawk-Eye und GoalControl

Die wenigsten Fußballfans hätten wohl ernsthaft damit gerechnet, dass ausgerechnet die englische Premier League zur Saison 2013/14 als erste europäische Liga die Torlinientechnik einführen wird. 47 Jahre nach dem legendären Wembley-Tor von Geoff Hurst, was maßgeblich am Titeltriumph der Three Lions gegen Deutschland beteiligt war, avancierten die englische FA und Vereine zu echten Pionieren. Das sog. "Goal Decision Systems" kostet jeden Premier League-Verein seit der Einführung bis Ende 2017 rund 300.000 Euro. Das Hawk-Eye-System wird in allen Saisonspielen angewendet und funktioniert bislang reibungslos.

Mittlerweile gibt es neben dem englischen Hawk-Eye-System auch andere technische Lösungen, wie z.B. das deutsche GoalControl. Im Kern funktionieren aber alle Systeme gleich: Mehrere hochauflösende Kameras in den Stadien registrieren die Position des Balles zentimetergenau. Ein Torerfolg wird in nur einer Sekunde an den Schiedsrichter übermittelt. Die Uhr am Handgelenk des Unparteiischen vibriert und blinkt, es ertönt ein Audio-Hinweis über das Headset. In vielen Stadien wird darüber hinaus in weniger als einer Minute, wie beim Tennis, eine grafische Präsentation gezeigt.

Die Torlinientechnik ist noch nicht flächendeckend verbreitet

England beschritt im Sommer 2013 Neuland mit der Einführung der Torlinientechnik. Auch die deutsche Bundesliga war zunächst skeptisch, entschied sich jedoch knapp zwei Jahre später ebenfalls für die Torlinientechnik. Seit der Saison 2015/16 kommt diese nun im deutschen Oberhaus zum Einsatz. Beim Saisoneröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern und dem Hamburger SV wurde diese erstmals eingesetzt. Auch die DFL hat sich für das englische Hawk-Eye-System entschieden, welches bereits Anfang der 2000er Jahre erfunden wurde und im Tennis bereits seit über einem Jahrzehnt erprobt wurde.

Neben Deutschland und England tun sich andere europäischen Top-Ligen jedoch schwer in Sachen Torlinientechnik. Die spanische La Liga gehört zweifelsfrei zu den besten Ligen der Welt und verzichtet nach wie vor auf die Einführung der Torlinientechnik. Ähnlich wie früher in Deutschland und England, gibt es jedoch immer wieder strittige Torlinien-Szenen in Spanien. So zuletzt auch beim Top-Spiel zwischen dem FC Barcelona und dem FC Valencia. Das Spiel endete 1:1-Unentschieden - wäre die Torlinientechnik zum Einsatz gekommen, hätte Barcelona jedoch 2:1 gewonnen, denn ein vermeintliches Tor von Lionel Messi wurde vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Barcelona ist trotz des "Tor-Klaus" nach wie vor der größte Favorit auf den Gewinn der Meisterschaft. Bei Sportwetten-Anbieter Betway erhalten die Katalanen eine Siegerquote von 1,28. Dennoch ist es ärgerlich, dass solche schweren Fehlentscheidungen nach wie vor Gang und Gebe sind in Spanien.

Kommt die Torlinientechnik auch im Amateurbereich bald zum Einsatz?

Auch wenn der "Siegeszug" der Torlinientechnik im Profifußball sicherlich noch nicht beendet ist, gibt es bereits zahlreiche Experten und Fans, die die Einführung der Torlinientechnik auch im unterklassigen Bereich, z.B. in den Verbands- und Kreisligen verlangen. Der Amateurbereich ist der Nährboden für den Profifußball, Entwicklungen die ganz oben stattfinden, müssen früher oder später auch den Weg "nach unten" finden. Dabei ist es im ersten Schritt egal, welche Technik im Detail zum Einsatz kommt, aber der Trend der "Digitalisierung im Fußball" muss auch im Amateurfußball ankommen. Je früher sich Spieler an solche technischen Helferlein gewöhnen, umso leichter hat man es später wenn man auf diese im Profi-Alttag trifft.

Realistisch betrachtet ist dies jedoch auch eine Frage der Kosten. Die Einführung der Torlinientechnik ist ein Luxus, den sich bis heute nur Profivereine und -ligen erlauben können. Es wird spannend zu sehen, ob und wann die Technik so ausgereift sein wird, dass sie auch kostengünstig in der Kreisliga A zum Einsatz kommt.